Wer den Europameister tippt: Quoten, Marge und die zwei Schweizer Wege
Ladevorgang...
Zuletzt geprüft am Oktober 29, 2026 gegen die Bewilligungsangaben der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa, die Sporttip-Spielregeln und das Jouez-Sport-Reglement.
Ein Turniersieger ist ein Markt ohne Zwischenstand. Es gibt keinen Spielstand, den man nachlesen kann, und keine Tabelle, die sich dreht. Es gibt nur eine Liste von Nationen und daneben Zahlen, die sich bis zum Eröffnungsspiel bewegen und danach noch einmal, wenn eine Mannschaft ausscheidet. Wer auf den Europameister setzt, kauft sich für die Dauer eines Turniers in eine einzige Frage ein.
In der Schweiz führt diese Frage an zwei Veranstaltern vorbei, und an keinen dritten. Swisslos betreibt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip, die Loterie Romande unter dem Namen Jouez Sport, und das ist die vollständige Liste der Bewilligungen für Sportwetten in diesem Land. Ausländische Marken, die man beim Suchen zwangsläufig findet, tragen keine Schweizer Bewilligung. Sie sind keine zweite Option im gleichen Spiel, sondern eine andere Rechtsordnung mit anderen Folgen.
Und die Zahl, die in jedem dieser Angebote steckt, ohne dass sie je im Werbetext steht, ist der Quotenschlüssel. Er entscheidet, wie viel von dem, was alle Wettenden zusammen einsetzen, überhaupt wieder zurückfliesst. Die Angabe auf jedem Wettschein sieht wie eine Meinung über Fussball aus. Sie ist eine Meinung über Fussball mit einer Rechnung darin.
Was eine Siegerquote auf ein Turnier ist und wie sie entsteht
Die Siegerwette ist ein Langzeitmarkt, kein Spielmarkt
Bei einer Einzelwette auf ein einzelnes Spiel kennt die Quote eine Restlaufzeit von neunzig Minuten. Bei einer Wette auf den Europameister läuft sie über ein ganzes Turnier — vier Wochen, 51 Spiele, 24 Mannschaften, und am Ende steht ein Name. Die Fussball-Europameisterschaft 2024 dauerte vom 14. Juni bis 14. Juli 2024, gespielt wurde sie in Deutschland, und die Vorrunde bestand aus sechs Gruppen zu je vier Teams. Am 14. Juli 2024 gewann Spanien im Olympiastadion Berlin mit 2:1 gegen England und holte den vierten EM-Titel des Landes. Insgesamt 2’681’288 Zuschauer sahen dieses Turnier.

Was daran für die Quote zählt, ist die Länge. Über ein Turnier hinweg kann jedes einzelne Ereignis die Siegerquote einer Nation um mehr als eine ganze Zahl verschieben: eine Verletzung im Abschlusstraining, ein Platzverweis im Achtelfinale, ein Elfmeterschiessen, das in die falsche Richtung kippt. Der Langzeitmarkt ist damit der empfindlichste Markt des ganzen Programms, und der einzige, dessen Kurs sich an einem einzigen Nachmittag halbieren kann, ohne dass eine einzige Mannschaft ein Spiel verloren hat.
Die Namen aus dem Jahr 2024 bleiben aus einem zweiten Grund im Kopf. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Keiner von ihnen wurde alleiniger Torschützenkönig. Wer damals im Vorfeld die Torschützenwette als sichere Sache gelesen hat, hat an genau diesem Punkt gelernt, was ein geteilter Titel für einen Markt bedeutet — und dieselbe Mechanik trifft den Siegermarkt, sobald zwei Nationen als gleich stark gehandelt werden.
Rekordtorschütze der Europameisterschaft ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Veranstalter des Wettbewerbs ist die UEFA, und das Turnier findet alle vier Jahre statt. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften mit, von 1996 bis 2012 waren es 16. Rekordsieger mit vier Titeln ist Spanien, Deutschland kommt auf drei, gewonnen 1972, 1980 und 1996. Die erste Europameisterschaft überhaupt fand 1960 statt.
Warum zwischen zwei Ausgaben kaum etwas vergleichbar bleibt

Das Turnier in vier Jahren und die Auslosung in diesem Winter
Der Blick auf ein kommendes Turnier hilft mehr als jede Statistik aus der Vergangenheit, weil die Felder nicht dieselben sind. Die Fussball-Europameisterschaft 2028 wird mit 24 Nationen im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen. Das Eröffnungsspiel steigt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht.
Der Ablauf ist für diesen Markt ungewöhnlich wichtig, weil er bestimmt, wann eine Quote überhaupt zum ersten Mal belastbar wird. Gespielt werden sechs Vierergruppen, danach folgt die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli 2028. Ein Siegertipp, der weit vor einem Turnier platziert wird, setzt auf eine Mannschaft, und dann setzt das Turnier fünf zusätzliche K.-o.-Runden dazwischen, bevor diese Wette entschieden ist.
Der Auslosungspunkt für den kommenden Wettbewerb steht schon fest: Am 6. Dezember 2026 in Belfast werden die Qualifikationsgruppen gezogen. Gespielt wird die Qualifikation in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Das ist der Tag, an dem eine Siegerquote zum ersten Mal auf einem realen Teilnehmerfeld steht statt auf einem Wunschdenken. Bis dahin ist jede Quote auf ein Turnier in vier Jahren eine Einschätzung über Wahrscheinlichkeiten, nicht über Teilnehmer.
Wer den Sieger einschätzt, ohne die Runde zu überschätzen
Ein Teilnehmerfeld von 24 Nationen mit sechs Vierergruppen bedeutet: Sechzehn Teams überstehen die Vorrunde, acht fahren nach Hause, und der Weg ins Finale kann über vier oder fünf Spiele führen, je nach Tabellenplatz. Eine Nation, die das Halbfinale erreicht, hat zu diesem Zeitpunkt bereits mehr gespielt, als jede Formkurve aus der Vorbereitung ausgesagt hat. Deshalb ist die wichtigste Zahl im Vorfeld eines Turniers nicht der Kader, sondern die Breite des Kaders.
Aus Form, Kader und Auslosung lässt sich ein Bild bauen. Wer in der Gruppenphase einer schweren Gruppe mit zwei Mitfavoriten landet, kann dort ausscheiden, ohne schlecht gespielt zu haben. Wer auf der leichteren Seite des Tableaus steht, kommt in die Nähe des Halbfinals, ohne gegen eine Topnation antreten zu müssen. Beides sind Gründe, warum die Quote einer Aussenseiternation manchmal besser aussieht als ihre Qualität — und warum die Quote eines Favoriten manchmal schlechter aussieht als seine Form.
Und der klare Favorit bleibt ein Favorit. Eine Quote von 6.00 beschreibt keine Mannschaft, die sicher gewinnt, sondern eine, die in dem Bereich liegt, den die Zahl ausdrückt, wenn man die Marge abzieht. Sechs Nationen mit je drei Treffern bei einer EM 2024 sind dafür der freundlichste Beleg, den ein Buchmacher liefern kann: Selbst bei einem engeren Markt innerhalb desselben Turniers kam am Ende genau einer dieser sechs Namen durch, und niemand kam allein durch.
Rechtlich zulässig: zwei Schweizer Veranstalter, und nur die Gespa-Liste davor
Wer überhaupt Sportwetten anbieten darf
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und fallen unter das Geldspielgesetz, die BGS mit der Nummer SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist dafür nicht zuständig — sie beaufsichtigt ausschliesslich Casinos.
Für den Betrieb braucht es zwei Bewilligungen: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, geregelt in den Artikeln 21 bis 25 BGS. Und eine Bewilligung gilt nach Artikel 4 BGS nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Der Nettoertrag geht nach Artikel 125 BGS an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto setzt nach Artikel 47 Absatz 3 VGS einen Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip.
Umso bemerkenswerter ist der Befund, der in der Schweizer Rechtslage am häufigsten falsch erzählt wird: Es gibt keine weiteren bewilligten Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa publiziert keine Liste zusätzlicher Anbieter, sondern nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer eine dritte Schweizer Bewilligung sucht, sucht eine, die nicht existiert.
Was überhaupt gewettet werden darf
Die angebotenen Wetten sind eine geschlossene Liste. Die Gespa führt ein Verzeichnis der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 9. September 2026, gestützt auf Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranking-Wetten sind nur zulässig, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gesetzt werden. Eckball- und Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, und einen Esport-Abschnitt enthält sie nicht.
Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Artikel 25 Absatz 2 BGS gesperrt. Was nicht auf der Liste steht, ist nicht nur unüblich, sondern unzulässig: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind keine Sportwetten und damit kein zulässiges Angebot.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidungskompetenz besitzt. Das BGS kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Beim Cash-Out verhält es sich anders: Er ist nicht geregelt, und deshalb ist er ausschliesslich als Funktion des jeweiligen Veranstalters zu beschreiben. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live — aber nur bei Online-Wetten, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wer im Ausland anbietet und was das in der Schweiz bedeutet
Diese Seite beschreibt ausländische Marken und bewirbt sie nicht. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist nach Artikel 74 Absatz 3 BGS verboten und wird nach Artikel 131 BGS mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet.
Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz nach Artikel 4 BGS keine Wirkung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren, nach Artikel 130 BGS. Die Spielenden selbst werden nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle.
Die Gespa führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren, geregelt in den Artikeln 86 bis 93 BGS. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 nennt sie als auf der Liste stehend.
Ehrlich formuliert schaut die Wahl so aus: ein ausländisches Angebot bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg; Gewinne daraus sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Ein bewilligtes Angebot bedeutet vollen Schweizer Schutz — aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist von sich aus «die sichere Wahl». Das gehört zu diesem Markt so nüchtern gesagt wie die Quote daneben.
Was Wetten auf den Turniersieger kosten: Quotenschlüssel und Marge
Der Quotenschlüssel ist der Anteil aller Einsätze eines Marktes, den dieser Markt wieder auszahlt. Für einen Markt mit drei oder mehr Ausgängen lautet die Rechnung: Man nimmt die Kehrwerte aller Quoten, addiert sie und schaut, was eins durch diese Summe ergibt. Die Differenz zu 100 Prozent ist die Marge. Nehmen wir einen Markt mit genau zwei Ausgängen und je Quote 1.90 — eine illustrative Rechnung, kein zitiertes Angebot, denn ein Siegermarkt auf ein Turnier hat mehr als zwei Läufer. Zweimal 1 durch 1.90 ergibt zusammen rund 1,0526. Das Eins durch diesen Wert steht für einen Quotenschlüssel von etwa 95 Prozent. Die Marge liegt damit bei ungefähr 5 Prozent.
Der Betrag, der dabei herauskommt, ist keine Kleinigkeit, sondern das Eintrittsgeld des Marktes. Setzt jemand CHF 100 auf einen dieser beiden Ausgänge, erhält er im Gewinnfall CHF 190 zurück; der Erwartungswert über viele identische Wetten liegt aber nicht bei diesem Betrag, sondern beim Quotenschlüssel des Marktes. In diesem Beispiel entspricht das zwischen rund CHF 180 und 182 pro CHF 200, die auf beide Seiten verteilt werden. Für die eigene Wette heisst das: Bei jedem Einsatz wandert ein Teil des Geldes nicht in die Auszahlung, sondern in die Marge — unabhängig davon, ob die Wette gewinnt.
Warum nun eine Spanne und nicht eine Zahl? Weil der Quotenschlüssel mit jeder Quote im Markt steigt und fällt. Bei Quoten von 1.95 und 1.95 liegt er höher, bei 1.85 und 1.85 tiefer. Und je mehr Läufer ein Markt hat, desto leichter verschieben sich die einzelnen Quoten beim Anpassen. Deshalb ist der Quotenschlüssel eines Turniersiegermarktes mit zwei Dutzend Nationen kein fester Wert, sondern eine Zahl, die man aus dem konkreten Markt im konkreten Moment ausrechnet. Was auf dem Wettschein als Siegerquote 20.00 für eine Aussenseiterin steht, trägt diese Marge ebenso wie die Quote 22.00 für den Favoriten daneben — nur in unterschiedlich grossen Anteilen. Bei einer kurzen Quote steckt die Marge anteilig deutlich mehr, weil die Auszahlungsspanne selbst klein ist.
Eine praktische Folge davon ist die Gegenprobe. Wer die Kehrwerte aller Siegerquoten eines Anbieters addiert und auf eins kommt, hat entweder einen Markt ohne Marge vor sich oder einen Rechenfehler. Kommt eine Summe zwischen 1,03 und 1,07 heraus, ist das die gewöhnliche Spanne zulässiger Turniersiegermärkte, und die Marge liegt entsprechend zwischen drei und sieben Prozent. Ob ein Anbieter innerhalb dieser Spanne oben oder unten sitzt, lässt sich an derselben Liste nachrechnen, statt auf einen Bewertungsstern zu vertrauen.
Und das ist die eigentliche Einsicht für diesen Markt: Zwei Anbieter mit gleicher Favoritenquote können unterschiedlich teuer sein, weil die Marge sich über die ganze Liste verteilt. Der eine drückt sie in die mittleren Quoten, der andere in die Aussenseiter. Wer eine Nation mit einer langen Quote spielt, trägt in der Regel den grösseren Teil der Marge — der teure Platz eines Marktes ist selten das Favoritenfeld.
Spielerschutz: Limiten und Register als Teil der eigenen Wahl
Verlustlimiten setzt man selbst, vor dem ersten Einsatz
Wettende setzen ihre Limiten selbst; der Staat gibt kein festes Depotmaximum vor. Die Veranstalter sind nach Artikel 87 VGS verpflichtet, Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen. Eine Senkung wirkt nach dem Gesetz sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer sich über ein Turnier hinweg verschätzt, merkt es in diesem System erst, wenn die Limite greift — nicht vorher. Deshalb lohnt das Setzen vor dem ersten Einsatz mehr als das Anpassen danach: Nachjustieren in Richtung mehr dauert drei Tage, und in diesen drei Tagen läuft das Turnier weiter.
Sperre als Werkzeug, nicht als Strafmassnahme
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Artikel 89 VGS muss eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden; eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle nach Artikel 81 BGS. Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben nach Artikel 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Wie die Kontrolle an der Front aussieht, zeigt eine Zahl, die man kennen sollte: Bei den Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Verkaufsschalter ist damit alles andere als streng. Das ist kein Argument gegen das bewilligte System, sondern gegen die Erwartung, ein System schütze schon durch seine Existenz. Am Schalter trägt der Mensch die Verantwortung für die Norm, nicht die Software.
Identität, Alter, Daten
Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich, so die Gespa. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Pro Person ist ein Konto vorgesehen, mit verifizierter Identität nach den Artikeln 47 bis 52 VGS. Der Aufwand beim Einstieg ist real, und er ist die Voraussetzung dafür, dass eine Auszahlung später nicht an einem Namensunterschied scheitert.
Zahlungswege: Franken, ein Konto im eigenen Namen — und ein Zustand, kein Konto
Was die Schweiz bei Auszahlungen von Wetten richtig gut löst und was vielen nicht bewusst ist: Es geht kein Geld an ein Konto, das nicht auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Nach Artikel 50 Absatz 2 VGS werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist nach Artikel 75 Absatz 1 BGS unzulässig. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen.
Zwei Konsequenzen daraus sind praktisch greifbar. Erstens laufen Konten in Franken, nicht in Euro. Wer die Quoten anderer Länder vergleicht und dabei übersieht, dass Einsätze und Auszahlungen hier in Franken abgerechnet werden, vergleicht Grössen, die nicht zusammenpassen: Die Siegerquote auf eine Nation in einem Markt auf einem ausländischen Portal und dieselbe Siegerquote hier sind zwei verschiedene Posten, sobald der Wechselkurs dazwischensteht. Zweitens ist der Auszahlungsweg bei einem ausländischen Anbieter kein technisches Detail, sondern der Kern des Unterschieds — es gibt keine Schweizer Stelle, die dort für einen Rechtsweg sorgt, und keine Schweizer Zahlungssperre gegen unzulässige Wettangebote. Wer glaubt, Banken oder Kartennetzwerke würden solche Zahlungen blockieren, irrt: Ein solches Instrument gibt es hier nicht.
Auch der Zeitpunkt der Auszahlung ist ein eigener Punkt bei einem Langzeitmarkt. Die Wette bleibt bis zur Entscheidung gebunden, und ein Cash-Out auf einen Turniersiegermarkt ist nicht in jedem Angebot vorgesehen. Bei Sporttip deckt der Cash-Out auch Langzeitwetten ab, aber nur als vollständiger Ausstieg, ohne Teilauszahlung und ohne Garantie für jeden Markt. Wer eine Siegerwette teilweise auflösen will, findet dafür keinen Hebel; es gibt nur alles oder nichts, und wer aussteigt, ist endgültig ausgestiegen.
Wer heute auf den Europameister setzen will, tut das auf ein Turnier im Jahr 2028. Das Turnier wird mit 24 Nationen in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 in London. Zwischen heute und diesem Finale liegen die Qualifikation, deren Gruppen am 6. Dezember 2026 in Belfast ausgelost werden, und mehr als zwei Jahre Marktbewegung auf jeder einzelnen Quote.
Spielarten rund um den Turniersieger — und was sie voneinander unterscheiden
Sieger, Gruppensieger, Torschützen
Der Siegermarkt ist der bekannteste, aber nicht der einzige. Die Gespa-Liste lässt weitere Märkte zu, unter anderem Gruppensieger und Torschützenwetten. Der Unterschied liegt nicht im Format, sondern im Zeitpunkt der Entscheidung. Ein Gruppensieger steht nach drei Spielen fest. Der Torschützenkönig steht nach dem letzten Spiel fest, und er kann geteilt werden — bei der EM 2024 teilten sich Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz mit je drei Toren diese Position. Sechs Namen statt eines Siegers bedeuten im Markt entweder eine Aufteilung oder eine Regel, die den Titel einem davon zuspricht. Beides gehört vor den Einsatz gelesen, nicht danach.
Der Siegermarkt dagegen läuft bis zum 9. Juli 2028 und kennt nur zwei Zustände: gehalten oder verloren. Das ist die klarste Struktur der drei Märkte und zugleich die langsamste. Wer innerhalb eines Turniers Geld bewegen will, fährt mit Gruppenmärkten besser; wer die ganze Wette auf eine Überzeugung über die kommenden Jahre setzen will, mit dem Siegermarkt.
Kombinieren hat Regeln, die man kennen muss
Kombiniert wird aus mehreren Voraussagen eine Gesamtquote, das Produkt der Einzelquoten. Im bewilligten Schweizer Angebot gelten dabei Regeln, die die meisten erst dann bemerken, wenn eine Wette ungültig wird. Bei Sporttip dürfen voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, und die Einzelquote oder Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Quote nahe eins bis 1.10 ist im Grunde kein Ausdruck einer Meinung mehr, sondern eine Gebühr mit Zahl darunter.
Implizite Wahrscheinlichkeit: wie man aus 6.00 mehr liest als 6.00
Aus einer Quote lässt sich eine Wahrscheinlichkeit ableiten, und zwar ganz direkt: Ein geteilt durch die Quote, mal 100 gerechnet. Bei einer Quote von 6.00 entspricht das 16,7 Prozent. Das ist die implizite Wahrscheinlichkeit des Ausgangs — so wie es der Anbieter im Preis ausdrückt, nicht wie es die Welt bewertet.
Was in dieser Zahl steckt, wird erst neben einer zweiten Quote sichtbar. Addiert man die Kehrwerte mehrerer Siegerquoten aus demselben Markt, kommt eine Summe über eins heraus, weil in jeder Quote die Marge mitgerechnet ist. Bei einem Markt mit zwei Läufern und je 1.90 ergibt die Summe rund 1,0526; der Quotenschlüssel liegt dann bei etwa 95 Prozent und die Marge bei ungefähr 5 Prozent. Bei einem Turniersiegermarkt mit zwei Dutzend Läufern summiert sich derselbe Aufschlag über viele Quoten, und die Marge liegt je nach Anbieter und Zeitpunkt gewöhnlich zwischen drei und sieben Prozent.
Das verändert die Lesart jeder einzelnen Wahrscheinlichkeit. Die Summe aller impliziten Wahrscheinlichkeiten eines Marktes ergibt nicht 100 Prozent, sondern 100 Prozent plus Marge. Ein Wert von 16,7 Prozent bei Quote 6.00 ist also nicht «die» Chance dieser Nation, sondern der Preis, zu dem der Buchmacher bereit ist, das Risiko zu übernehmen. Für die Entscheidung heisst das: Eine Quote ist erst dann ein guter oder schlechter Kauf, wenn man denselben Ausgang bei beiden Schweizer Veranstaltern gesehen hat. Der Vergleich zweier Quoten, die je eine Marge enthalten, ohne den Quotenschlüssel daneben, ergibt eine Rangfolge, die nichts misst.
Die zwei Bewilligungen und die Liste der ausländischen Marken
Die Schweiz kennt bei Sportwetten zwei Veranstalter mit Bewilligung, und die folgende Einordnung stellt sie zusammen mit den Marken, die ohne Bewilligung angeboten werden, weil Schweizer Spielende diesen Angeboten begegnen. Sie werden nach denselben Kriterien beschrieben und bewertet. Keine Zeile davon ist eine Aufforderung, dort zu spielen.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS; Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS; Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betovo | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
Die entscheidende Information dieser Übersicht liegt nicht in den zwei oberen Zeilen, sondern darin, dass die unteren acht in der zweiten Spalte identisch sind. Sie unterscheiden sich untereinander in allem möglichen, in der Rechtsfrage aber in nichts. Was die Liste deshalb nicht trennt, kann eine Rangfolge auch nicht trennen. Eine Reihung nach Quotenhöhe wäre an dieser Stelle irreführend, weil jede Quote eine Marge enthält, die im Vergleich erst sichtbar wird, wenn man sie für einen bestimmten Markt ausrechnet. Die Reihenfolge hier folgt deshalb einem anderen Kriterium als der Quote: Sie richtet sich nach der rechtlichen Stellung und innerhalb der beiden bewilligten Anbieter nach den Bedingungen, die den Einsatz und die Auszahlung steuern.
Und für diese Runde gilt eine Regel, die den ganzen Vergleich trägt: Wetten auf den Europameister 2028 lassen sich heute noch gar nicht abschliessen, weil kein Bewilligungsinhaber diesen Markt eröffnet hat. Wer im Herbst 2026 nach solchen Quoten sucht, sucht nach einem Angebot, das in der Schweiz erst mit der Qualifikation und dem Teilnehmerfeld entsteht.
Swisslos Sporttip: die Limiten für Schweizer im kleineren Massstab
Swisslos Sporttip ist der Anbieter mit der engsten Verbindung zum Deutschschweizer Alltag. Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten: CHF 1. Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette: CHF 1’000. Für eine Systemwette: CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Zum Vergleich das technische Umfeld: Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Ein Rundungsverlust von fast fünf Rappen pro Wette ist bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 mehr als eine Fussnote, bei einem Einsatz von CHF 1’000 dagegen ein Nebensatz.
Dazu kommen Funktionen, die eigene Bedingungen tragen. Der Kombiboost gilt nur online, bei Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheidung des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Das alles ist ordentlich geregelt, und keiner dieser Sätze erklärt einen Siegermarkt für besser oder schlechter. Die Quote-1.00-Regel ist der Punkt, an dem dieser Anbieter am ehrlichsten ist: Es gibt Zufälle und Fehler, und sie werden nicht zu Lasten des Wettenden in eine Wette hineingerechnet. Wer in einer spielentscheidenden Szene noch schnell online nachsetzen möchte, wird dort mit Quote 1.00 gebremst — auf einem Turniersiegermarkt mit monatelanger Laufzeit ist genau das die beruhigendste Eigenschaft einer Plattform.
Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweiz mit eigenem Massstab
Jouez Sport ist das Gegenstück für die sechs Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis, mit derselben doppelten Bewilligung im Grossspiel unter Aufsicht der Gespa. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Ein fester Rahmen soll nicht klein wirken; er setzt einen Deckel, wo viele Anbieter keinen haben. Die genannten CHF 500 für eine Einzelwette liegen bei einer Turniersiegerwette häufig noch unter dem Betrag, den eine interessante Auszahlung selbst braucht — bei Quote 6.00 ergibt ein Einsatz von CHF 500 gerade CHF 3’000 zurück. Ob die Kombination aus Deckel und Quote für die eigene Wette passt, ist eine Frage, die an der Kasse beantwortet wird und nicht im Werbetext.
Die Kontaktadresse in Lausanne und die 2’350 Verkaufsstellen im Westschweizer Kanal erzählen die andere Hälfte: Der traditionelle Wettschein lebt hier weiter, und die Mindestbeträge sind auf ihn zugeschnitten. Bei Multiples gilt zusätzlich eine Obergrenze von CHF 1’000’000 für alle Gewinne zusammen. Ein Multiples mit vielen Sieger-Voraussagen aus verschiedenen Wettbewerben kann also mehrere Einzelrennen gewinnen und am Gesamtdeckel enden — die Rechnung davor kennt diese Grenze nicht.
Rollbit: die Marke mit derselben offenen Rechtsfrage
Rollbit führt keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine berichtete ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung; eine solche wurde für diese Marke nicht festgestellt. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.
Dass ausländische Domains innert Stunden durch neue ersetzt werden und die Gespa dieses Vorgehen als Domain-Hopping beschreibt, ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell im Umgang mit DNS-Sperren. Die Sperrliste zeigt, wie kurzlebig die Blöcke sind; für die Frage der Bewilligung ändert die neue Domain nichts, weil die Bewilligung nicht an eine Domain gebunden ist. Wer hier sein Geld einlegt, legt es ausserhalb jeder Schweizer Zuständigkeit ein, und das ist die einzige Eigenschaft dieser Marke, die den Vergleich mit einer bewilligten Option wirklich trägt.
Bruce Bet: nicht durch den Standort zu retten
Bei Bruce Bet liegt es genauso: keine Schweizer Bewilligung, eine nicht festgestellte berichtete Bewilligung ohne Wirkung nach Artikel 4 BGS, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Wichtiger als der Befund ist seine Reichweite. Ein Spielerkonto bei einem nicht bewilligten Anbieter bekommt keinen Zugang zu den Schweizer Schutzmechanismen: keine Verlustlimiten nach Schweizer Regeln, keine Eintragung in das schweizweite Register, keine Fachstelle für eine Aufhebung unter Bedingungen. Und weil die Gewinne aus einem ausländischen Angebot keinem Verrechnungssteuerabzug unterliegen, sie aber nach der kantonalen Praxis eines Kantons wie Thurgau als vollständiges Einkommen gelten, kann aus einer Auszahlung eine Steuerfrage werden, mit der niemand gerechnet hat. Wer in einem Kanton mit dieser Praxis wohnt, sollte den steuerlichen Teil vorher klären und dafür die eigene kantonale Steuerverwaltung fragen.
BetLabel: achtmal dieselbe Zeile, achtmal dieselbe Antwort
BetLabel trägt keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für jede Marke ohne Bewilligung gilt: nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Man kann diese acht Marken aus der Liste in einer Zeile abtun, und genau das ist der Punkt: In der Rechtsfrage sind sie nicht zu unterscheiden, weil die Rechtsfrage nichts über ihre Produkte sagt, sondern alles über ihren Standort ausserhalb der Bewilligung. Was sie unterscheidet, liegt ausserhalb des Vergleichs, den diese Übersicht führen kann — und ein Vergleich, der acht identische Befunde zu acht unterschiedlich geschmückten Bewertungen macht, verkauft eine Unterscheidung, die es nicht gibt.
Betscore: was die Domain nicht verrät
Betscore hat keine Schweizer Bewilligung, keine festgestellte berichtete Bewilligung mit Wirkung nach Artikel 4 BGS, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg.
Die Domain sagt darüber nichts. Sie kann jedem gehören, in jedem Land registriert sein und jederzeit auf eine andere zeigen. Für die Frage der Bewilligung ist das vollständig ohne Bedeutung. Und weil eine Gespa-Sperre per DNS nur die Auffindbarkeit trifft, ist sie kein Beweis für und kein Beweis gegen irgendetwas: Sie ist die Antwort der Schweiz auf ein Angebot ohne Bewilligung und keine Eigenschaft des Angebots selbst.
Betovo: Zufall in der Erwartung
Betovo bietet ohne Schweizer Bewilligung an. Eine solche wurde nicht festgestellt; eine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und einen Schweizer Rechtsweg gibt es nicht.
Der Ausdruck «Zufall» ist bei diesen acht Marken der richtige Massstab, und zwar im wörtlichen Sinn. Wer aus einem Dutzend nicht bewilligter Namen einen auswählt, wählt nicht nach Qualität, sondern nach dem, was die Suche gerade ausgespielt hat. Ein Vergleich, der achtmal am gleichen Befund endet, sollte deshalb nicht als Rangfolge gelesen werden — er ist eine Liste von Marken, die dieser Seite nicht nach einem Kriterium, sondern durch ihre Auffindbarkeit geraten sind.
ZotaBet: dieselbe Fussnote in grösserer Schrift
ZotaBet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung, die berichtete Bewilligung wurde nicht festgestellt und hat nach Artikel 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung, das Sperrregister führt nicht hierher, ein Schweizer Rechtsweg fehlt.
Bemerkenswert ist, wie regelmässig dieselbe Formulierung in acht Zeilen passt. Das ist keine Bequemlichkeit der Darstellung, sondern die Struktur der Sache: Die Rechtsfrage ist eine Ja-oder-Nein-Frage, und sie hat hier genau einen Ja-Fall und einen Nein-Fall. Wer eine feinere Abstufung zwischen den acht Nein-Fällen erwartet, sucht eine Rangliste in einem Bereich, in dem es nichts zu staffeln gibt.
N1 Bet: der Standort ist das Produkt
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung, keine festgestellte berichtete Bewilligung mit Kraft nach Artikel 4 BGS, keine Verbindung zum eidgenössischen Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg.
Bei einem Anbieter ohne Bewilligung ist der Standort selbst die wichtigste Produkteigenschaft — er bestimmt, welche Regeln greifen, wer bei einem Streit zuständig ist und wohin das Geld fliesst. Genau deshalb sind die Produktdetails solcher Marken für eine Schweizer Leserschaft die zweitrangige Information. Die erste ist, dass es hier keinen Anspruch gibt, den man in der Schweiz durchsetzen könnte. Wer trotzdem vergleicht, sollte mit dieser Reihenfolge beginnen und nicht mit der Quote.
AmunRa: die Grenze der Auskunft liegt beim Anbieter
AmunRa bietet in der Schweiz ohne Bewilligung an; eine solche wurde nicht festgestellt, das Schweizer Sperrregister kennt die Marke nicht als bewilligt, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Bei den Bedingungen eines nicht bewilligten Anbieters hilft kein zweiter Blick, weil es keine zweite Quelle gibt: Wer wissen will, welche Limiten, welche Auszahlungszeiten und welche Regelungen gelten, findet sie nur in den Bedingungen des Anbieters selbst. Das ist keine Lücke dieser Seite, sondern die Natur eines Angebots, das ausserhalb jeder Schweizer Aufsicht steht. Nicht die Bewilligung fehlt dieser Marke zuerst, sondern die Aufsicht — und damit die Instanz, die einer Angabe überhaupt nachgehen könnte.
Wenn ein Gewinn steuerlich interessant wird
Der Steuerfreibetrag ist die Zahl, an der die Steuerfrage in der Schweiz hängt, und er wird fast immer überschätzt. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zu diesem Betrag pro Einzelgewinn steuerfrei und werden nur darüber besteuert. Ab dem 1. Januar 2026 liegt die eidgenössische Schwelle bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag sie bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle ist unterschiedlich, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl.
Wer die Schwelle überschreitet, versteuert den Gewinn nicht einfach so: Oberhalb davon behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die durch die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für eine typische Wette liegt der Gewinn weit unter dieser Grenze; dann sind weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn fällig.
Anders der Blick auf ausländische Anbieter. Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen keinem Verrechnungssteuerabzug, die kantonale Praxis eines Kantons wie Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen aber als vollständiges steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der Grösse des Gewinns kommt in dieser Konstellation also keine schützende Rolle zu. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Diese Ausführungen sind allgemeine Information und ersetzen keine Beratung; für den eigenen Fall ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die zuständige Anlaufstelle.
Häufige Fragen zu Wettquoten auf den Europameister
Wie werden Siegerquoten für die Europameisterschaft berechnet, und was macht die Marge darin?
Der Anbieter schätzt für jede Nation die Chance auf den Titel und rechnet sie in eine Quote um, die bereits seinen Aufschlag enthält. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote von 6.00 liegt bei 16,7 Prozent; die Summe aller Kehrwerte eines Marktes liegt über eins, und dieser Überschuss ist die Marge. Bei zwei Ausgängen und je 1.90 entspricht das einem Quotenschlüssel von etwa 95 Prozent.
Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 wird mit 24 Nationen im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland gespielt. Zuletzt fand die EM 2024 vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt; Spanien schlug England im Finale mit 2:1.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt dazu die Gespa-Liste?
Beide gehören zu den zwei Veranstaltern, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen — Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Die Gespa legt in ihrem Verzeichnis der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten fest, was angeboten werden darf, und führt die Sperrliste ausländischer Domains.
Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?
Man teilt eins durch die Quote und rechnet das Ergebnis mal hundert. Bei Quote 6.00 ergibt das 16,7 Prozent. Das ist die Wahrscheinlichkeit, wie sie im Preis steckt, einschliesslich der Marge. Ein fairer Vergleich zweier Anbieter an diesem Punkt braucht beide Quoten desselben Ausgangs nebeneinander, weil die Marge in jedem Preis enthalten ist.
Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?
Die Wette läuft bis zur Entscheidung des Turniers, im Fall der nächsten Ausgabe bis zum 9. Juli 2028. Ein vorzeitiger Ausstieg ist nur dort möglich, wo der Veranstalter einen Cash-Out anbietet; bei Sporttip deckt er auch Langzeitwetten ab, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich oder je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt die eidgenössische Schwelle bei CHF 1’071’000. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich je nach Kanton, für den eigenen Fall hilft die kantonale Steuerverwaltung.
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Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
