Gratis Wettprognosen heute — was hinter einer Einschätzung steckt und was sie wert ist
Ladevorgang...
Im Schweizer Sportwettmarkt gibt es genau zwei bewilligte Veranstalter, Sporttip und Jouez Sport — und jede Gratisprognose, die im Netz herumgereicht wird, spielt sich auf einem Feld ab, das diese zwei nicht kontrollieren.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen das Geldspielgesetz mit der Aufsicht durch die Gespa und gegen die veröffentlichten Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter geprüft.
Suchtverhalten kommt vor Suchtstrategie: warum Limiten vor der ersten Wette stehen
Wer anfängt, sich mit Prognosen zu beschäftigen, will zuerst wissen, welche Wette gut ist. Die Frage nach der guten Wette ist aber die zweite. Die erste lautet, wie viel Geld überhaupt in Frage kommt — und wie viel davon verloren gehen darf, ohne dass es weh tut.
Sporttip macht diese Reihenfolge zur Bedingung, nicht zur Empfehlung. Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist der eigentliche Mechanismus: Die Limite lässt sich immer schärfer stellen, aber nicht im Affekt wieder öffnen. Wer am Sonntagabend nach einer verlorenen Kombiwette die Zahl nach oben schieben möchte, wartet bis Mittwoch. Drei Tage Bedenkzeit sind keine Bürokratie, sie sind der Punkt.

Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Sie ist das Werkzeug für alle, die ihr Budget in Monatsgrössen denken statt in Tagesgrössen. Für eine Prognose heisst das nichts Gutes. Keine Statistik der Welt weiss, ob der nächste Sonntag ein guter Tag wird — und die Limite geht davon aus, dass es ein schlechter sein könnte.
Der Zugang lässt sich bei Swisslos zusätzlich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre trifft also nicht nur das eine Wettkonto, sondern alles, was in der Schweiz unter Bewilligung läuft. Das ist die stärkste Bremse im System, und sie ist bewusst nicht bequem.
Warum die Limite ein Vorreiter ist und nicht der Spielverderber
Prognosen und Limiten widersprechen sich nicht, sie arbeiten an verschiedenen Enden desselben Problems. Eine Prognose sagt: Diese Einschätzung ist besser als der Markt. Die Limite sagt: Selbst wenn das stimmt, darf ein einzelner Irrtum dich nicht aus dem Spiel nehmen.
Der Gesetzgeber hat die Wahl ausdrücklich den Spielenden überlassen. Der Veranstalter muss Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen — täglich, wöchentlich oder monatlich. Ein gesetzlich fixierter Depotdeckel existiert in der Schweiz nicht. Und die Verordnung schreibt bei der Erhöhung 24 Stunden vor, während Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden. Wer sich über die lange Frist ärgert, ärgert sich über eine Entscheidung, die der Veranstalter selbst getroffen hat.
Ein Nebenpunkt, den man selten liest: Das Gespa hat 2025 in Testkäufen an Verkaufsstellen 200 Fälle geprüft und dabei in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Zahlen sagen nicht, dass alle Verkaufsstellen es so halten — sie sagen, dass die Kontrolle an der Theke nicht als streng dargestellt werden darf. Online ist die Altersgrenze bei 18 und die Identität verifiziert, an der Theke ist sie es offenbar oft nicht.
Für alle, die mit Prognosen arbeiten, folgt daraus ein unspektakulärer Grundsatz: Der Betrag, den eine Prognose bewegen darf, ist der kleinste im ganzen Vorgang. Wer das erkennt, hat schon mehr gewonnen als mit jeder Quote 2.10.
Prognosen, die man nachrechnen kann: Form, Statistik und der Vergleich von Quoten
Eine Gratisprognose ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, kein Resultat. Die Veröffentlichung ändert daran nichts. Ob etwas als Geschenk oder gegen Geld kommt, hat auf die Trefferwahrscheinlichkeit keinen Einfluss — nur auf den Aufwand und auf die Interessen des Absenders.
Was Prognosen taugen, entscheidet sich an vier Angaben, die man selbst nachprüfen kann.
Form. Fünf Spiele sind eine Stichprobe, fünfzig wären eine. Wer die letzten fünf Ergebnisse eines Teams zitiert und daraus einen Trend der Meisterschaft macht, verwechselt Rauschen mit Signal. Der Leser eines Wettscheins kann diese Verwechslung korrigieren, indem er auf den Gegner und die Spielanlage schaut und nicht nur auf die Tordifferenz.
Ausfälle. Zwei Stammspieler gesperrt, ein Goalie verletzt — das ist ein Fakt, kein Tipp. Die Einschätzung beginnt dort, wo entschieden wird, wie schwer der Ausfall im konkreten System wiegt. Genau dort trennen sich die Prognosen, die in einem Satz begründet werden, von denen, die in einem Satz behauptet werden.
Statistik. Die Zahlen, die zählen, sind die, die zur Wette passen. Eine Quote auf ein Fussballresultat, ein Handicap oder einen Wettkampf über die reguläre Spielzeit braucht eine Angabe dazu, was die reguläre Spielzeit umfasst: die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, während Verlängerung und Penaltyschiessen nur zählen, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Statistik über die gesamte Begegnung einschliesslich Verlängerung beschreibt dann etwas anderes als die Wette.
Quotenvergleich. Hier wird es interessant, und hier wird es für den Leser unbequem. Eine Prognose ohne Angabe der Quote, auf die sie verweist, ist halb fertig. Eine Einschätzung, dass ein Aussenseiter gute Chancen hat, ist wertlos, wenn niemand sagt, ob der Markt diese Chancen mit 3.40 oder mit 2.20 bezahlt.
Fussball trägt die meiste Aufmerksamkeit. Prognosen zu Bundesliga, zu den grossen Turnieren, zu einzelnen Ligen sind der Kern dessen, was gratis angeboten wird. Bei einem Turnier wie der WM 2026 oder der EM 2028 kommen plötzlich Leser dazu, die sonst nie auf einen Wettschein schauen — und die Erfahrung sagt, dass in genau diesen Wochen die Zahl der Prognosen am schnellsten wächst und ihre Qualität am schnellsten sinkt. Ein Turnier macht Prognosen nicht besser, es macht sie sichtbarer.
Bezahlte Prognosen sind nicht grundsätzlich anders. Manche sind sehr genau, manche nicht. Der Unterschied liegt in der Verantwortung: Wer verkauft, hat ein Interesse an Fortbestand, nicht an Wahrheit; wer offenlegt, hat eine Chance auf beides. Wer als Anbieter den eigenen Namen unter eine Methode setzt, kann geprüft werden. Wer nur Quoten ausruft, nicht.
Was niemand leisten kann: ein Ergebnis vorhersagen. Ein Datenmodell, das den nächsten Spieltag kennt, gibt es nicht, und wer es behauptet, verkauft das Gegenteil dessen, was eine Prognose ist. Eine Prognose ist am nützlichsten, wenn sie sich irrt und dabei sagt, wie oft sie das tut.
Wo der Gratisprognose die Grenze verläuft
Trefferquoten sind die Angabe, die am häufigsten fehlt — und die manchmal falsch ist, ohne dass es auffällt. Eine ehrliche Bilanz führt jede Prognose, nicht nur die gewonnenen. Wer eine Trefferquote ohne Bezugsgrösse nennt («80 % Erfolg»), meint entweder eine kleine Stichprobe oder eine Auswahl.
Der zweite Punkt ist die Trennung von Werbung. Wer eine Prognose mit einem Wettanbieter verlinkt und dafür Geld bekommt, hat eine andere Aufgabe als der, der die Prognose beurteilt. Ein Hinweis auf die Finanzierung ist deshalb kein Verdacht, sondern eine Qualitätsangabe.
Es lohnt sich, eine Prognose über zwanzig Fälle zu begleiten. Wer die Quoten dazuschreibt, kann hinterher seinen Einsatz hochrechnen und gegen den tatsächlichen Verlauf halten. Das klingt nach Hausaufgaben, ist aber der einzige Weg, eine Methode zu bewerten, ohne sich auf Zusagen zu verlassen. Ein Tooltip in einem Forum ist keine Methode.
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| Caption | Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00. |
Die Bandbreite der Quote: was zwei Zahlen von 1.90 über den gesamten Markt verraten
Der Weg zur Einordnung: zehn Angebote und zwei Sorten von Bewilligung
Die Aussage «Gratisprognosen» hat im Schweizer Kontext eine Vorgeschichte, die man kennen muss: Nur zwei Veranstalter haben hier überhaupt die Bewilligung. Wer eine Liste von zehn Angeboten aufstellt, listet deshalb nicht zehn gleichwertige Optionen, sondern zwei inländische Wege und acht ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Genau danach ist die folgende Übersicht geordnet.
Sporttip — Wettscheine mit Limiten, die der Veranstalter ohne Begründung ändern darf
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel, veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Der Rahmen ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, dazu die Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz. Ein Online-Konto erhält nur, wer im Vertragsgebiet wohnt: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.
Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein System, das mit festen Einsätzen arbeitet, muss diese Klausel einkalkulieren.
Zwei Regeln verdienen einen eigenen Blick. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Wette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Livewetten mit Quote 1.00 werten; wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, wird eine Einzelwette zurückbezahlt, in einer Kombination erhält die Voraussage Quote 1.00.
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote. Aufgerundet wird auf zwei Nachkommastellen, danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist der Grund, weshalb der Betrag auf der Quittung selten exakt der Rechnung auf dem Taschenrechner entspricht.
Sporttip hat Regeln, die Europas Ebookmaker so nicht haben. Eine Verlustlimite muss vor der ersten Teilnahme gesetzt sein. Und wer die Wette selbst nicht mehr sehen will, kann sie nur als Ganzes auflösen: Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur vollständig, ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer den Cash-Out als Sicherheitsnetz einplant, plant mit einer Zahl, die der Veranstalter noch anpassen darf.
Fazit: Sporttip ist der Veranstalter für jemanden, der ein reguliertes Produkt dem maximalen Angebot vorzieht. Die Kehrseite ist eine eigene Welt: begrenzte Kantonsliste, moderate Höchsteinsätze, ein Cash-Out, der nur ganz oder gar nicht geht.
Jouez Sport — zwei Obergrenzen, die eine Kombination ausbremsen können
Die Loterie Romande fährt das Westschweizer Pendant unter dem Namen Jouez Sport, mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, für die Kantone Fribourg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende — das ist ein Vertrieb, der auf Filialen und Ladenlokale gebaut ist, nicht auf eine App, die in jedem Wohnzimmer landen soll.
Die Regeln der Loterie Romande setzen dort an, wo Kombinationen wachsen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese 1.10 ist die unauffälligste Regel im ganzen Vergleich. Wer sechs Voraussagen mit je 1.02 kombiniert, kommt rechnerisch auf eine Gesamtquote nahe 1.13 — und liegt nur knapp über der Untergrenze. Wird eine der Voraussagen auf 1.00 gewertet, weil ein Ereignis abgesagt wurde, fällt die Gesamtquote unter 1.10, und die Wette ist nicht mehr das, was sie beim Abschluss war. Kombinationen aus vielen kleinen Favoriten sind deshalb genau die Konstruktion, die in der Westschweiz am schnellsten an eine Grenze stösst.
Fazit: Jouez Sport ist der richtige Weg für jemanden, der in der Westschweiz wohnt, den klassischen Wettschein aber an der Verkaufsstelle schätzt — und der Preis dafür ist eine Kombinationsregel, die jede Voraussage mitzählt.
22Bet — ohne Schweizer Bewilligung, also ohne Schweizer Schutz
22Bet hat nach der Rechtslage keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz gilt nur in der Schweiz, und im Ausland erteilte Lizenzen haben hier keine Wirkung. Damit fehlen drei Dinge gleichzeitig: die Anbindung an das schweizerische Sperrregister, ein Schweizer Rechtsweg und jede Schweizer Aufsicht über die Auszahlung. Die Domains solcher Anbieter können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen.
Für Prognosen bedeutet das: Die Quote ist hier nur eine von mehreren Zahlen, die zählen. Wer eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung nutzt, trägt das Ausfallrisiko selbst, und das ist ein Kostenpunkt, der in keiner Quote steht.
Fazit: Für Spielende, die im Ausland wohnen oder bewusst ausserhalb des Schweizer Systems spielen, bleibt es eine funktionierende Plattform. Für jemanden, der den Schweizer Rechtsweg im Rücken haben will, ist es die falsche Adresse.
Rollbit — ohne Schweizer Bewilligung, mit den gleichen Lücken
Rollbit gehört in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Bespielsweise eine Lizenz aus einem anderen Land hilft in der Schweiz nicht weiter, weil eine ausländische Bewilligung nach dem Geldspielgesetz keine Geltung hat. Der Veranstalter kann jederzeit auf die Sperrliste kommen.
Wer Plattformen dieser Art vergleicht, sollte den Umstand nicht an der Bonushöhe messen. Zwischen einer Plattform mit Schweizer Bewilligung und einer ohne liegt ein Unterschied, der sich nicht in Prozenten ausdrücken lässt: der Unterschied zwischen einem staatlich geprüften Verfahren und einem privaten Versprechen.
Fazit: Als Zweitkonto für erfahrene Spielende ausserhalb der Schweiz nachvollziehbar; als Hauptweg für jemanden, der Rechtssicherheit braucht, ungeeignet.
Donbet — ohne Schweizer Bewilligung, nicht im Sperrregister
Bei Donbet fehlt die Schweizer Bewilligung ebenso wie die Anbindung an das Sperrregister. Wer sich hier sperren lässt, sperrt sich bei einem Anbieter — nicht im schweizerischen System, das auch die Casinos einschliesst. Die Sperrliste der Gespa kann die Domains erfassen, die dann für Schweizer Anschlüsse nicht mehr erreichbar sind.
Für Gratisprognosen ist das eine Randnotiz mit Folgen: Wenn eine Prognose auf eine Plattform ohne Bewilligung führt, führt sie in einen Bereich ohne Schweizer Spielerschutz — und das steht selten in der Prognose.
Fazit: Die Plattform bedient ein Publikum ausserhalb der Schweiz. Für Schweizer Wohnsitze bleibt der Weg über die zwei bewilligten Veranstalter derjenige mit dem vollständigen Schutzapparat.
BDMBet — ohne Schweizer Bewilligung, im Werbeverbot
BDMBet fällt unter die gleiche Einordnung. Schweizer Bewilligung: nein. Sperrregister-Anbindung: nein. Schweizer Rechtsweg: nein. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach dem Geldspielgesetz verboten und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht — ein Grund, weshalb solche Plattformen hierzulande kaum mit klassischer Werbung auftreten und stattdessen über Kanäle arbeiten, die keine Werbefläche kaufen müssen.
Genau dort tauchen sie in Prognose-Texten auf, und das ist der Punkt, an dem eine Gratisprognose zur Werbefläche wird. Wer eine Empfehlung liest, sollte die Zahl daneben nicht für bare Münze halten.
Fazit: Kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Weg. Für Leser, die auf einen Rechtsweg Wert legen, ohne Diskussion.
BetFury — ohne Schweizer Bewilligung, häufig auf der Sperrliste
BetFury gehört zu den Anbietern, die regelmässig auf Sperrlisten auftauchen. In der Schweiz gibt es kein Instrument, das Zahlungen an solche Plattformen blockiert; die Sperrliste arbeitet über DNS-Sperren der Telekommunikationsanbieter, und blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping.
Das ist die praktische Lehre für jeden, der einer Prognose folgt: Eine Adresse, die gestern noch funktionierte, kann heute nicht mehr erreichbar sein — und ein Anbieter, der seinen Namen wechselt, ist kein Anbieter, den man für die Verlässlichkeit einer Auszahlung loben kann.
Fazit: Wer Plattformen ohne Schweizer Bewilligung nutzt, nutzt sie auf eigenes Risiko. Wer den Schweizer Schutz will, muss den Weg über die zwei bewilligten Veranstalter gehen.
HighFlyBet — ohne Schweizer Bewilligung, ein zusätzliches Steuerthema
HighFlyBet steht in derselben Gruppe. Eine Schweizer Bewilligung fehlt, ebenso der Anschluss an das Sperrregister. Ein Detail, das viele Prognose-Leser übersehen: Gewinne aus ausländischen Veranstaltern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Praxis — Thurgau als Beispiel — Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung nutzt, hat also möglicherweise ein Steuerthema, das er bei den Schweizer Veranstaltern nicht hätte.
Für Beträge, die typische Spielende gewinnen, ist der Steuerpunkt selten relevant. Er wird relevant für die wenigen grossen Gewinne — und für die Frage, ob man die Plattform überhaupt angeben kann.
Fazit: Wer ausländische Anbieter nutzt, sollte die kantonale Steuerpraxis kennen. Für die meisten bleibt die Frage akademisch.
Interwetten — ohne Schweizer Bewilligung, der Name auf der Sperrliste
Interwetten ist ein bekannter europäischer Anbieter, in der Schweiz aber ohne Bewilligung. Die Gespa nennt Interwetten ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping und ihrer Sperrliste. Schweizer Spielende treffen den Namen dennoch regelmässig — in Prognose-Texten, in Foren, in Werbung, die auf Kanäle ausgewichen ist.
Der Bekanntheitsgrad eines Namens ist keine Angabe über die Bewilligungslage. Für einen Leser einer Gratisprognose wäre die Angabe «ohne Schweizer Bewilligung» wichtiger als die Reputation.
Fazit: Ein grosser Name ohne Schweizer Bewilligung ist immer noch ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Beurteilung fällt gleich aus wie bei den übrigen ausländischen Anbietern.
Sportaza — ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Weg
Sportaza schliesst die Liste der ausländischen Anbieter ab, und die Einordnung unterscheidet sich nicht von den vorigen: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Eine im Ausland erteilte Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung.
Ein Prognose-Anbieter, der eine Plattform empfiehlt, ohne die Bewilligungslage zu nennen, macht die Prognose selbst zum Teil des Problems. Der Leser kann diesen Punkt prüfen, und er ist in einer Minute geklärt.
Fazit: Wer die zwei Schweizer Veranstalter zur Verfügung hat, tauscht bei diesen Plattformen Schweizer Schutz gegen ein grösseres Wettprogramm. Der Tausch geht selten zugunsten der Spielenden aus.
Die Marge in jeder Quote: was zwei Zahlen von 1.90 tatsächlich kosten
Eine Prognose, die nur die Chance schätzt, deckt die halbe Rechnung ab. Die andere Hälfte steht in der Quote selbst, und sie ist die einzige Zahl, die sicher eintritt — egal welches Team gewinnt.
Der Mechanismus lässt sich an einem einfachen Beispiel zeigen. Ein Markt mit zwei Ausgängen, beide zu einer Quote von 1.90. Für den Leser sieht das nach Chancengleichheit aus: 1.90 klingt nach fast doppeltem Geld. Für den Veranstalter ist es das nicht. Rechnet man die Auszahlungsquote dieses Marktes aus, also den Anteil aller Einsätze, der zurückfliesst, so ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der beiden Quoten ein Wert von rund 95,2 Prozent. Die Marge — der Anteil, der beim Veranstalter bleibt — liegt entsprechend bei rund 4,8 Prozent.
Auf den ersten Blick ist das eine Randnotiz. Es ist keine. Diese Marge steckt in jeder Wette, vor jedem Tipp, unabhängig von Form, Ausfällen und Statistik. Sie ist die einzige Zahl auf dem Wettschein, die vom Spielverlauf nicht berührt wird.
Und 4,8 Prozent sind der günstige Fall. Sobald echte Quoten eines echten Markts danebenstehen und nicht zwei schön symmetrische Beispielzahlen, steigt die Marge in der Regel. Ein Markt mit einem klaren Favoriten und einem langen Aussenseiter hat oft eine spürbar höhere Marge als der symmetrische Fall. Deshalb ist die Bandbreite die richtige Antwort und nicht eine einzelne Zahl: In einem einfachen Zwei-Weg-Markt liegt die Auszahlungsquote je nach Markt bei etwa 95 bis 96 Prozent, bei komplexeren Wetten oder Kombinationen sinkt sie auf 90 bis 94 Prozent.
Wer zwei Wettanbieter vergleicht, kann dieselbe Rechnung auf jeden Markt anwenden. Die Differenz zwischen zwei Auszahlungsquoten von wenigen Prozentpunkten klingt klein und ist über ein Jahr ganz sicher nicht klein: Sie fällt bei jeder einzelnen Wette an, während eine Prognose nur manchmal richtig liegt.
Genau hier verliert die gratis verteilte Prognose einen Teil ihres Werts. Eine Einschätzung, die den Markt um vier Prozent schlägt, ist keine gute Wette — sie ist eine Wette, die die Marge knapp aufholt. Der Rand, den eine Prognose liefern muss, ist zuerst der Rand des Veranstalters, und erst danach der eigene.
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| Caption | Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. |
Zwei Namen, die alles abwickeln: die Schweizer Rechtslage in Kurzform
Warum nur zwei Veranstalter — und wo das steht
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Zuständig ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; die Aufsicht über Casinos liegt bei einer anderen Behörde und hat mit Sportwetten nichts zu tun. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Anbieter — es gibt keine weiteren. Sporttip wird im Swisslos-Vertragsgebiet durchgeführt, Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen, und beide bedienen ihre Gebiete jeweils exklusiv. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis zusätzlich im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Die Reingewinne gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Diese Struktur erklärt vieles, was an Schweizer Wetten auf den ersten Blick eigenwillig wirkt. Warum es keine zehn Willkommensangebote gibt, warum kein Anbieter mit einer Quote um Kunden wirbt, warum die Werbung für Wetten hier so zurückhaltend ist: Es gibt keinen Wettbewerb um Marktanteile zwischen konkurrierenden Bewilligungsinhabern, weil es keine Konkurrenten gibt. Was es gibt, ist ein Nebeneinander von zwei Monopolen auf getrennten Gebieten.
Was überhaupt gewettet werden darf
Die erlaubten Sportwetten stehen auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer Liste, die in der aktuellen Fassung vom 10.09.2026 gilt. Qualifikationsrunden sind nur wettbar, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Der Liste fehlen Corner- und Kartenmärkte, und einen Esport-Bereich enthält sie nicht.
Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz nicht zugelassen. Sportwetten sind Sportwetten. Bewilligt sind nur Sportanlässe, und Anlässe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Anpfiff und während des Spiels, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das Geldspielgesetz enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist dagegen überhaupt nicht reguliert: Es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters und nicht ein gesetzlich zugesicherter Anspruch. Wer eine Prognose auf einen Live-Markt liest, sollte deshalb zuerst prüfen, ob dieser Markt beim eigenen Veranstalter überhaupt auf dem Programm steht. Die Liste, nicht die Prognose, entscheidet, was spielbar ist.
Die Identität ist kein Formfehler, sondern die Bedingung
Ein Konto pro Spielende, mit verifizierter Identität. Bei Swisslos wird die Online-Registrierung nur angenommen, wenn die Person mindestens 18 Jahre alt ist, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet hat und keine Spielsperre besteht; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Für Schweizer Wetten existiert keine anonyme Variante. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten; Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, und unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer ein Konto ohne Ausweis anbietet, bietet deshalb kein Schweizer Konto.
Für einen Spielenden heisst das: Der Aufwand am Anfang ist Teil des Produkts und nicht eine Hürde, die umgangen werden sollte. Eine Plattform, die weniger Verifikation verlangt, verlangt weniger, weil sie ausserhalb des Systems steht, nicht weil sie fortschrittlicher ist.
Wie Geld hinein- und hinauskommt
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart für das Aufladen nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Bei der Auszahlung sind die Bedingungen konkret: Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Bei Gewinnen greift eine andere Staffel: Beträge bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Über CHF 1’000 wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen gehen nie anonym: Nach den Verordnungsbestimmungen werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt. Kredite an Spielende sind verboten.
Das ist der schärfste Kontrast zu dem, was im Netz an Gratisprognosen zirkuliert. Wer eine Prognose liest und dazu eine Plattform, die Krypto-Auszahlungen ohne Namen anbietet, liest zwei verschiedene Systeme — und nur eines davon hat einen gesetzlichen Rahmen, der auf den Namen achtet.
Gewinne und Steuern in der Schweiz
Bei den Auszahlungen des laufenden Geschäfts gilt in der Schweiz eine einfache Grundregel: Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich als Beispiel.
Der Freibetrag liegt seit dem 1.1.2026 auf Bundesebene bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Es gibt ausserdem einen kantonalen Schwellenwert, der abweicht — deshalb ist hier die Formulierung «je nach Kanton» die richtige. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für die Praxis heisst das: Ein typischer Wetteinsatz gewinnt weit unter dem Freibetrag. Kein Steuerabzug, keine Verrechnungssteuer, nichts. Anders bei Gewinnen aus ausländischen Veranstaltern — die unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür behandelt mindestens eine kantonale Praxis (Thurgau) Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Steuer auf den Einsatz selbst kennt die Schweiz nicht.
Das sind allgemeine Hinweise und keine Steuerberatung. Wer konkret rechnen will, fragt einen Steuerberater oder die zuständige kantonale Steuerverwaltung.
Werbung, Gratisguthaben und die Grenzen des Marketings
Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Eine zeitliche Sperre für Werbung zu bestimmten Tageszeiten gibt es dagegen nicht.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 hat die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Beträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — und für den Leser heisst das: Ein Werbebegriff wie «Gratiswette» ist eine Marketingbezeichnung. Was dahintersteht, steht in den Teilnahmebedingungen.
Wer eine Prognose mit einem Bonus bewirbt, verkauft eine Werbemassnahme und nicht eine Wettstrategie. Die Quote bleibt die Quote, die Marge bleibt die Marge, und die Limite bleibt die Limite. Daran ändert kein Geschenk etwas.
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| Caption | Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. |
Die Einordnung im Vergleich: wem welcher Weg gehört
Beim Vergleich von Prognosequellen zählen offene Methode, nachvollziehbare Bilanz und die Trennung von Werbung. Trefferversprechen sind ein Warnzeichen. Beim Vergleich der Plattformen zählen andere Dinge, und sie sind schwerer zu prüfen, weil sie nicht in der Quote stehen.
Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat mit Sporttip den einen bewilligten Zugang: Einzel-, Kombi- und Systemwetten, Mindesteinsatz CHF 1, ein Wettprogramm, das der Gespa-Liste folgt, eine Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss, und eine Auszahlung, die an den eigenen Namen gebunden ist.
Wer in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis wohnt, hat Jouez Sport mit anderen Obergrenzen: CHF 300’000 pro Wette, CHF 1’000’000 pro Multiple, 2 bis 10 Voraussagen, Mindestquote 1.10, Maximalquote 100’000.
Wer ausserhalb dieser Gebiete wohnt oder ausserhalb spielen will, landet bei den ausländischen Plattformen — ohne Schweizer Bewilligung, ohne Sperrregister, ohne Rechtsweg, mit möglicher Sperrliste. Das ist kein moralisches Urteil, sondern eine Beschreibung der Faktenlage.
Wer Prognosen liest, sollte die Tabelle also mit der Bewilligungsspalte beginnen und nicht mit dem Wettprogramm. Das Wettprogramm ist der Grund, warum jemand eine Plattform wählt; die Bewilligung ist der Grund, warum er sie behalten kann.
Einordnung: was eine Prognose ist und was sie nicht ist
Ein Angebot, das Wahrscheinlichkeiten schätzt, enthält bereits die Marge des Veranstalters. Daraus folgt fast alles, was diese Seite zu sagen hat.
Eine Prognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, keine Ergebnisse. Sie ist nicht falsch, wenn sie danebenliegt, sie ist falsch, wenn sie eine Sicherheit behauptet, die sie nicht haben kann. Die Quote ihrerseits ist die Reaktion eines Markts auf diese Wahrscheinlichkeiten — nur mit einem Abschlag, den der Veranstalter behält. Wer eine Prognose mit der Quote vergleicht, vergleicht zwei Schätzungen, und beide sind Schätzungen.
Was Gratisprognosen versprechen, ändert daran nichts. Ein Slogan wie «100 % sichere Tipps» ist keine Prognose, sondern das Gegenteil einer Prognose. Die Zahlen, mit denen sich eine echte Einschätzung belegen lässt, sind unspektakulär: eine begründete Formangabe, ein genannter Ausfall, eine Statistik, die zur Wette passt, eine Quote, auf die sich die Aussage bezieht, und eine Bilanz, die auch die Fehler führt.
Der Nutzen einer Gratisprognose liegt selten in ihrem Inhalt. Er liegt darin, dass sie den Blick auf einen Markt lenkt, den man selbst nicht auf dem Radar hatte — und daran, dass man anschliessend seine eigene Rechnung macht.
Der Wert einer garantierten Einschätzung
Ein Prognosebegriff wie «Value» hat eine präzise Bedeutung, und sie ist unbequemer als das Wort klingt. Ein Value Bet liegt vor, wenn die geschätzte Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs höher ist als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Das ist eine Aussage über eine Differenz, nicht über ein Ergebnis.
Die Quote enthält dabei immer die Marge — in einem symmetrischen Zwei-Weg-Markt mit zwei Quoten von 1.90 rund 4,8 Prozent, wie die Rechnung oben zeigt. Ein Value Bet ist daher zuerst eine Wette gegen diesen Abschlag und erst danach eine Wette gegen den Gegner. Diese Reihenfolge ist es, die Gratisprognosen in der Praxis so oft wertlos macht: Sie schätzen die Chancen und nennen den Abschlag nicht.
Wer den Abschlag kennt, kann eine Prognose einordnen. Wer ihn ignoriert, wettet gegen eine Zahl, die er nie gesehen hat.
Was passiert, wenn man nichts nachrechnet
Es gibt einen einfachen Test für eine Prognosequelle: Sie soll die Quote nennen, auf die sie sich bezieht. Eine Quelle, die das nicht tut, verkauft ein Gefühl, keine Einschätzung. Eine Quelle, die die Quote nennt, gibt dem Leser das Werkzeug, ihre Arbeit zu prüfen — und das ist der Unterschied zwischen einer Empfehlung und einer Behauptung.
Beträge bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung landen automatisch auf dem Wallet. Was daneben nicht automatisch kommt, ist die Einsicht, wie diese Beträge zustande kommen. Die Regel mit dem Aufrunden auf zwei Nachkommastellen und dem anschliessenden Abrunden auf 5 Rappen ist dafür die beste Illustration: Die Quote gilt bis auf den letzten Rappen, auch dort, wo der Veranstalter rundet.
Welche Wette die Rechnung wirklich auslöst
Was eine Prognose leisten kann und was nicht
Die ehrliche Fassung lautet: Eine Prognose strukturiert eine Entscheidung. Sie ersetzt sie nicht. Wer fünf Prognosen zu einem Spiel liest und daraus die Mehrheitsmeinung bildet, hat nichts gewonnen, weil die Mehrheit keine Information ist. Wer eine Prognose liest und dazu die Quote des eigenen Veranstalters prüft, hat etwas gewonnen.
Der Unterschied ist die Prüfung. Eine Einschätzung, die sich nicht prüfen lässt, ist keine Einschätzung. Und prüfbar ist eine Prognose in der Schweiz nur auf einem schmalen Feld: Der Markt, den man spielen kann, ist der Markt auf der Gespa-Liste beim eigenen Veranstalter. Alles andere bleibt Lesestoff.
Dass die Zahl der bewilligten Anbieter auf zwei beschränkt ist, macht die Prüfung nicht schwerer, sondern leichter. Man muss nicht zehn Bedingungen vergleichen, sondern zwei. Nur hilft das einer Mehrheit der Leser nicht unbedingt, weil die Auswahl entlang der Kantonsgrenze verläuft und nicht entlang der Vorliebe.
Wo Nachrechnen unweigerlich endet
Bei mehreren Beinen endet das Nachrechnen in der Regel dort, wo die Voraussagen voneinander abhängen. Kombinationen aus unabhängigen Partien sind mathematisch sauber — die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, wie es die Regel zum Gewinnbetrag festhält. Kombinationen aus Ereignissen desselben Spiels sind es nicht; dafür gibt es die Bet-Builder-Funktion, und ohne sie kann eine ganze Wette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.
Ergebnis: Wer seine eigene Rechnung aufstellt, sollte die Voraussetzung mitrechnen. Eine Gesamtquote, die aussieht wie das Produkt der Einzelquoten, ist nur dann wirklich das Produkt, wenn die Ereignisse unabhängig sind. Das ist eine mathematische Aussage, und sie hält sich nicht an Wettprogramme.
Die Reihenfolge der Prüfung
Bevor man irgendetwas setzt, steht die Frage nach der Bewilligung. Danach die Frage nach der Limite — wobei bei Swisslos die Verlustlimite vor der ersten Teilnahme steht und nicht verhandelbar ist bis zur Frist. Danach die Frage nach dem Markt: Steht er auf der Liste, und zu welcher Quote. Danach die Frage nach dem Einsatz, und der Einsatz ist die einzige Zahl, die man noch ohne Frist ändern kann.
Ganz am Ende steht die Prognose. Wer die Reihenfolge umdreht, prüft zuletzt das, worauf er sich am meisten verlässt. Das ist die häufigste Reihenfolge in der Praxis, und es ist keine gute Gewohnheit. Eine Prognose ist nützlich, wenn sie in diese Reihenfolge eingebaut wird, und schädlich, wenn sie sie ersetzt.
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| Caption | Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. |
Vergleich der Veranstalter und ausländischen Plattformen
| Veranstalter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin bzw. gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; Finanz- und Sportwettenaufsicht durch die Gespa; Sitz der Genossenschaft in Basel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; Aufsicht durch die Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| Donbet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz; gemeldete Lizenz im Ausland ohne Geltung nach dem Geldspielgesetz |
Die Tabelle teilt die Liste in zwei Gruppen, und der Schnitt ist der wichtigste Punkt dieser Seite. Zwei Bewilligungen, acht Mal keine. Dazwischen liegt nicht ein gradueller Unterschied in der Qualität, sondern ein Unterschied in der Art: Die beiden Schweizer Veranstalter unterstehen einer Aufsicht, einer Sperrliste, einem Sperrregister, einer Verifikationspflicht und einem Rechtsweg. Die ausländischen Plattformen unterstehen nichts davon in der Schweiz — eine im Ausland erteilte Lizenz hat hier keine Geltung.
Wer eine Gratisprognose zur Hand nimmt und darin eine Plattformempfehlung findet, hat damit noch keine Information über die Bewilligungslage. Die Spalte gehört zur Prognose dazu, und sie fehlt fast immer.
Was eine Gratisprognose kostet: Rechenbeispiel und Grenzen
Ein Rechenbeispiel macht den Mechanismus sichtbar, an dem jede Prognose zuerst scheitert — die Marge. Angenommen, ein Zwei-Weg-Markt mit beiden Quoten bei 1.90, wie es der symmetrische Fall in vielen Fussballmärkten ungefähr zeigt. Ein Einsatz von CHF 100 auf eine der beiden Seiten bringt bei einem Treffer einen Rückfluss von CHF 190, also CHF 90 Nettogewinn.
Nun die Gegenrechnung, und sie ist die eigentlich interessante. Legt man je CHF 100 auf beide Ausgänge, sind CHF 200 im Spiel. Ausgezahlt wird in jedem Fall der Rückfluss einer Seite, also CHF 190. Es fehlen CHF 10 — der Anteil, den der Markt für sich behält, unabhängig davon, was auf dem Platz passiert. Als Anteil am Gesamteinsatz sind das 5 Prozent. Über alle Einsätze dieses Marktes betrachtet liegt der Anteil, den der Veranstalter behält, je nach Ausgangslage zwischen etwa 4,8 Prozent — bei zwei identischen Quoten von 1.90 — und höher, sobald das Quotenbild unsymmetrisch wird.
Diese Grössenordnung ist die Hürde, die eine Prognose zuerst überspringen muss. Eine Einschätzung, die den Markt um zwei Prozent schlägt, ist noch keine gute Wette; sie hat die Marge nicht erreicht. Erst was darüber liegt, ist ein Rand, der dem Spielenden gehört.
Und im schlechten Fall kommen weitere Kosten hinzu, die nichts mit Sport zu tun haben. Ein Ereignis wird abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt: Eine Einzelwette wird zurückbezahlt, in einer Kombination erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei Jouez Sport kann eine Kombination mit einer so herabgesetzten Voraussage unter die Mindestquote von 1.10 fallen. Bei einem Cash-Out liegt der Betrag unter dem möglichen nicht vorzeitigen Gewinn, und der Veranstalter kann die Bedingungen jederzeit ändern. Bei der Auszahlung kann ab der dritten Auszahlung innerhalb von 365 Tagen eine Kommission von 3 % anfallen.
Keine dieser Zahlen steht in einer Gratisprognose. Sie stehen in den Teilnahmebedingungen, und sie sind der Teil, der wirklich Geld kostet. Was eine Prognose über eine Plattform aussagt, ist begrenzt: Eine gute Prognose macht den Abschlag nicht kleiner und die Limite nicht höher.
Häufige Fragen zu gratis Wettprognosen heute
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?
Eine Prognose verbindet Beobachtungen, die sich prüfen lassen — Form über mehrere Spiele, Ausfälle, Statistiken, die zum Wettmarkt passen — und verwandelt sie in eine Wahrscheinlichkeit, die man gegen die Quote hält. Entscheidend ist, dass die Statistik zum Markt passt: Für eine Wette auf die reguläre Spielzeit gehören Verlängerung und Penaltyschiessen nur dann dazu, wenn das Wettprogramm darauf hinweist.
Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?
Ein Value Bet liegt vor, wenn die geschätzte Wahrscheinlichkeit höher ist als die in der Quote enthaltene. Jede Quote enthält einen Abschlag: In einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 fliessen rund 95,2 Prozent aller Einsätze zurück, die Marge liegt bei etwa 4,8 Prozent. Sie fällt bei jeder einzelnen Wette an, unabhängig vom Ergebnis des Spiels.
Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?
Die Limite, die wirklich bindet, ist die, die man selbst setzt. Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Ein fester Depotdeckel existiert in der Schweiz nicht.
Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?
Bewilligt sind Sportwetten auf Sportanlässe. Die Gespa führt die erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer geschlossenen Liste, in aktueller Fassung vom 10.09.2026. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen, die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Livewetten sind erlaubt, wo der Veranstalter die Bewilligung hat.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich bei Swisslos aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 1.90 ergibt das einen Rückfluss von CHF 190, also CHF 90 Nettogewinn.
Tipps – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
