Snooker wetten in der Schweiz – wer darf, wer nicht, und was es kostet
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Stand: Oktober 29, 2026. Bewilligungen und Veranstalterangaben geprüft gegen die Gespa und die Interkantonale Geldspielaufsicht.
Snooker ist ein Spiel, in dem zwei Menschen abwechselnd an einen Tisch treten und der eine so lange bleiben darf, wie er trifft. Genau diese Mechanik macht das Spiel für Wetten reizvoll und für Prognosen mühsam: Ein einziger gelungener Break kann einen Frame drehen, ein verschobener Stoss eine ganze Session. Wer in der Schweiz auf Snooker setzen will, trifft dabei nicht zuerst eine Entscheidung über Frames oder Quoten, sondern über den Weg. Es gibt hierzulande nicht zehn Snooker-Buchmacher, zwischen denen man wählen könnte. Es gibt zwei Veranstalter mit Bewilligung, einen geschlossenen Katalog erlaubter Wettarten, ein Wohnsitzkriterium — und daneben eine Reihe ausländischer Namen, die man beim Suchen findet, die aber in der Schweiz nichts dürfen. Dieses Eineinander ist der eigentliche Gegenstand der folgenden Abschnitte.
Rechtliche Lage: Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und die Liste entscheidet
Wer nach einem Schweizer Snooker-Angebot sucht, stösst zuerst auf die harte Zahl: zwei. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern der Rahmen. Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Nicht von der ESBK übrigens, die nur Casinos beaufsichtigt; wer die beiden Ämter verwechselt, sucht am falschen Ort nach einer Antwort.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel. Und sie «gilt nur in der Schweiz», wie es das Gesetz in Art. 4 BGS formuliert. Eine maltesische, curaçaoische oder deutsche Lizenz entfaltet hier keine Wirkung. Das ist der Satz, an dem sich die ganze Auswahl entscheidet.
Wer wo wohnen muss
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH durchgeführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Das ist das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport nicht heran; wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip. Das ist die erste Entscheidung, die dem Spielenden abgenommen wird, und sie ist keine Geschmacksfrage. Zwei Konten bei zwei Veranstaltern sind keine Option — es bleibt eines.
Was überhaupt gewettet werden darf
Der zweite Filter ist der Katalog. Was angeboten werden darf, steht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Es ist eine geschlossene Liste, und sie arbeitet mit Bedingungen: Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet — niemals Wetten auf Trainingsläufe. Ein E-Sport-Bereich fehlt in der Liste, Eckball- und Kartenmärkte ebenso. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Sportwetten sind ausschliesslich auf Sportereignisse möglich. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das BGS kennt keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Und Cash-Out? Der ist nicht reguliert. Er ist reine Anbieterfunktion und damit ein Punkt, an dem sich die beiden Veranstalter überhaupt unterscheiden können — dazu im Abschnitt «Swisslos Sporttip — der eine Veranstalter mit Cash-Out und Kombiboost» mehr.
Der Spielraum, den ein Bewilligungsinhaber hat
Aus der geschlossenen Liste folgt eine Eigenheit, die beim Vergleich mit ausländischen Namen gern übersehen wird: Innerhalb des Erlaubten entscheidet der Veranstalter selbst, was er in sein Wettprogramm aufnimmt. Ob eine bestimmte Snooker-Partie, ob ein bestimmter Frame-Markt, ob ein Turniersieg-Markt angeboten wird — das steht nicht im Gesetz. Es steht im Wettprogramm, und das ändert sich von Tag zu Tag. Wer die Snooker-WM abdecken will, prüft das Angebot zum Turnierbeginn, nicht im Voraus.
Spielerschutz: Die Limiten setzt der Wettende, nicht der Staat
Sucht man in der Schweiz nach einem gesetzlichen Einzahlungsdeckel für Sportwetten, findet man keinen. Es gibt keinen festen staatlich verordneten Höchstbetrag. Was es gibt, ist eine Pflicht des Veranstalters, von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat zu verlangen (Art. 87 VGS). Die Zahl ist die eigene. Das ist unbequem, wenn man sie sich selbst auferlegen muss, und es ist der Grund, warum man sie besser setzt, bevor die erste Wette läuft.
Bei Swisslos konkret: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz nennt für die Erhöhung 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Wer die Limite also im Ärger über einen verlorenen Frame anheben will, hat drei Tage Zeit, es sich anders zu überlegen.
Sperren, Pausen und das Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillig kann eine solche Sperre erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Wie gut das am Verkaufsschalter funktioniert, sagt eine Zahl der Gespa aus Testkäufen 2025: In 47,5 % von 200 Fällen wurde an Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Man soll den Schutz am Schalter also nicht als streng beschreiben. Online steht dem die Identitätsprüfung entgegen — dazu gleich.
Das Spielerkonto und die Auszahlung auf das eigene Konto
Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist Pflicht. Bei Swisslos braucht es zur Online-Registrierung mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Für Sporttip-Wetten gilt: ab 18 Jahren, Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht. Kredite an Spielende sind verboten. Und noch ein Punkt, der oft falsch erzählt wird: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartenherausgeber Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren. Was es gibt, ist die Sperrliste — dazu im nächsten Abschnitt.
Was ausländische Anbieter kosten: keine Bewilligung, kein Register, kein Schweizer Rechtsschutz
Ausländische Namen sind kein Snookerspezifikum. Man begegnet ihnen bei jeder Sportart, und in der Schweiz ist die Lage bei allen gleich. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst ein Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und seine Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen (Art. 86-93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping und nennt Interwetten und Bet-at-Home in diesem Zusammenhang, bet365 als auf der Liste.
Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Die Wahl, ehrlich benannt
Zwei Wege stehen offen, und keiner davon ist von sich aus «die sichere Wahl». Der bewilligte Weg bietet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, einen geschlossenen Katalog an Sportarten und Märkten, ein Wohnsitzkriterium und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bietet mehr Namen, mehr Märkte und oft grössere Boni, aber keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz — und Gewinne, die nach kantonaler Praxis steuerlich anders behandelt werden können. Wer sich für den zweiten Weg entscheidet, entscheidet sich gegen den Schutz und für mehr Auswahl. Das ist eine Entscheidung, die man treffen darf. Man soll sie nur nicht für eine Frage des Geschmacks halten.
Quoten und Wettarten: Wie aus einem Frame eine Quote wird und was in ihr steckt
Bei den Grundlagen fängt es an. Snooker spielt sich auf einem Tisch mit 22 Kugeln: dem weissen Spielball, 15 roten Kugeln und je einer gelben, grünen, braunen, blauen, pinken und schwarzen Kugel. Rot zählt 1 Punkt, Gelb 2, Grün 3, Braun 4, Blau 5, Pink 6 und Schwarz 7; das maximale Break beträgt 147 Punkte. Bei Punktegleichstand am Ende eines Frames wird die schwarze Kugel erneut aufgelegt — «Re-spotted black» — und der nächste Punktgewinn entscheidet den Frame.
Warum das für Wetten zählt: Ein Frame ist nicht entschieden, wenn die Punkte es sagen. Der Re-spotted black ist ein eigener kleiner Münzwurf am Ende eines langen Frames, und er verändert die Wahrscheinlichkeiten in einem Markt, der bis dahin wie entschieden aussah. Wer auf Framefavoriten setzt, sollte diesen Ausgang im Kopf haben.
Profiturniere werden meist im Best-of-Modus über mehrere Frames gespielt; professionell verwendet man 12-Fuss-Tische mit einem Aussenmass von etwa 366 × 183 cm. Der Best-of-Modus ist für Wettende mehr als eine Formalität: Ein Best of 7 verzeiht einen schwachen Frame, ein Best of 35 nicht — nur andersherum, als man denkt. Über eine lange Distanz setzt sich der Bessere häufiger durch; über eine kurze Distanz ist der Aussenseiter billiger zu haben und trifft häufiger.
Welche Wettarten sich aus einem Frame ergeben
Aus der Turnierstruktur folgen die Markttypen. Der Turniersieg ist der klassische Langzeitmarkt, der über die ganze Woche hinweg lebt und während einer Live-Übertragung um mehrere Prozentpunkte ausschlagen kann. Daneben stehen der Matchsieger einer einzelnen Partie und innerhalb davon die Frame-Märkte: Wer den ersten Frame gewinnt, ob ein Spieler mit 2:0 führt, ob ein bestimmtes Frame-Handicap fällt. Dazu die Punktemärkte, die an das Break anknüpfen — ob ein Break über einer bestimmten Punktzahl liegt. Das alles sind Markttypen, die in der Schweiz nur dann gesetzt werden können, wenn der Katalog und das Wettprogramm sie hergeben.
Die Grenzen liegen beim Katalog, nicht bei der Fantasie der Buchmacher. Wenn Eckball- und Kartenmärkte im Fussball schon nicht in der Liste stehen, ist bei kleinen Nebenmärkten im Snooker Vorsicht angebracht, bevor man ein Programm für unvollständig hält.
Zwei Zahlen, die man verwechselt: Auszahlungsquote und Marge
Die Quote ist nicht der Erwartungswert. Sie ist der Preis. Die Auszahlungsquote eines Marktes — der Quotenschlüssel — sagt, welchen Anteil aller Einsätze dieser eine Markt zusammen zurückzahlt, und sie ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten: 1 geteilt durch die Summe aus 1/Quote₁ und allen weiteren Quoten des Marktes. Die Marge ist 100 % minus dieser Wert. Das ist keine Schweizer Besonderheit, es ist die Rechnung, die in jeder Quote steckt, sie ist aber nirgends im Gesetz geregelt.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten — ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis. 1/1.90 ergibt zweimal rund 0’526, zusammen 1’053. Der Kehrwert davon liegt bei rund 95 %. Der Markt zahlt also etwa 95 % der Einsätze zurück, und die Marge beträgt rund 5 %. Die Bandbreite solcher Werte bewegt sich am Markt grob zwischen vier und acht Prozent, und wohin eine konkrete Quote fällt, hängt vom Ereignis, vom Markttyp und vor allem vom Zeitpunkt ab: In einem stark gehandelten Hauptmarkt ist die Marge enger, in einem dünn gehandelten Nebenmarkt weiter.
Dasselbe Rechenbeispiel als Leschilfe: Bei 1.90 auf beiden Seiten bekommt der Wettende für CHF 100 Einsatz CHF 190 zurück, wenn seine Seite aufgeht — die CHF 90 Nettogewinn sind es, wovon der Buchmacher einen Anteil über die Marge einbehalten hat. Über viele Wetten hinweg landet ein durchschnittlicher Spieler damit bei einer Rückzahlung von rund 95 %.
Noch ein Detail, das bei Swisslos-Angeboten praktisch ist: Der mögliche Gewinn ist gross genug, dass man ihn selbst mitverfolgen kann. Man setzt CHF 10 auf eine Quote von 2.10, so gibt eine erfolgreiche Wette CHF 21 zurück — Einsatz mal Quote, und in diesem Fall ohne Kombinationsbonus.
Rechenbeispiel: Was eine Kombination aus mehreren Voraussagen verspricht
Wer mehrere Voraussagen kombiniert, multipliziert die Quoten. Aus drei Voraussagen mit je 1.80 wird eine Gesamtquote von 5.83 — drei Mal genommen ergibt 1.80 × 1.80 = 3.24, mal 1.80 ergibt 5’832. Ein Einsatz von CHF 20 führt damit zu einem möglichen Rücklauf von CHF 116.60. Was mehr wird, ist die Quote; was nicht mehr wird, ist die Chance, dass alles aufgeht. Sechs Beine mit je 1.80 ergeben bereits rund 34.01, aus CHF 20 also CHF 680.20 möglich — und eine Wette, die schon bei einem einzigen Fehlgriff verloren ist. Bei Swisslos ist ein Kombinationsbonus an eine Mindestquote von 1.50 pro Voraussage und an eine Mindestzahl von vier Voraussagen gebunden; der Aufschlag auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Wer diese Staffel liest und sich denkt, sie sei grosszügig, sollte die erste Zeile lesen: vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind vier Gelegenheiten, sich zu vertun, für fünf Prozent.
Sport und Turniere: Warum Snooker ein Weltsport mit schmalem Kalender ist
Die Struktur hinter dem Spiel erklärt, warum das Angebot so aussieht, wie es aussieht. Die World Professional Billiards & Snooker Association wurde 1968 gegründet; ihre kommerzielle Tochter ist die World Snooker Tour. Zur Triple Crown zählen die Snookerweltmeisterschaft, die UK Championship und das Masters. Drei Turniere, die alles andere überstrahlen — und das ist zugleich das Problem für Nebenturniere und für die, die dort auf Aussenseiter setzen. Der Markt konzentriert sich.
Die Snookerweltmeisterschaft und ihre Zahlen
Die Endrunde der Snookerweltmeisterschaft findet seit 1977 ab Ende April über 17 Tage im Crucible Theatre in Sheffield statt; die Austragung dort ist vertraglich bis 2045 gesichert. An der Endrunde nehmen 32 Spieler teil, inklusive Qualifikation sind es 144; das Finale wird im Modus Best of 35 Frames gespielt.
17 Tage Finalrunde sind für Wettende eine lange Zeitschrift. Eine Langzeitwette auf den Turniersieg lebt zwei Wochen und mehr, und die Quote bewegt sich mit jedem ausgeschiedenen Favoriten. Das ist ein Markt, der andere Entscheidungen verlangt als eine Einzelwette auf einen Frame, die in zwanzig Minuten entschieden ist. Wer sein Geld über die volle Distanz bindet, bindet es auch über jedes Interview, jede Erkrankung, jedes schwache Viertelfinale. Die drei Zahlen — 144 Teilnehmer, 32 im Hauptfeld, 35 Frames im Finale — sagen, wo das Feld dünn und wo es dick ist. In der Qualifikation sind die Unterschiede gross; im Hauptfeld spielen 32 Leute, die sich gegen genau die Konkurrenz durchgesetzt haben, gegen die man sie jetzt bewertet. Und im Finale über 35 Frames ist der Einfluss eines einzelnen Glücksframes am kleinsten. Wer in der ersten Runde auf einen Aussenseiter setzt, handelt von einer anderen Ausgangslage aus als wer am letzten Tag auf den Favoriten setzt, obwohl dieselbe Quote zweimal 1.80 aussehen kann.
Ein Turnier im Best-of-Modus lesen
Ein Turnier läuft in Runden ab, die immer länger werden. Die frühen Runden sind kurz, die späten lang. Für Wetten heisst das: Der Preismarkt für den Titelgewinn wird von den späten Runden bestimmt, in denen Favoriten nicht ausscheiden, sondern gewinnen. Der Preismarkt für eine einzelne Partie dagegen lebt von der Streuung eines kurzen Matches. Beides spielt sich im selben Wettprogramm ab, und es gibt keinen Grund, dieselben Erwartungen daran zu knüpfen.
Dasselbe gilt für die beiden anderen Turniere der Triple Crown. Sie sind die Märkte, bei denen man nach Snooker-Quoten sucht, und sie sind zugleich die Märkte, die am seltensten laufen. Zwischen den grossen Wochen liegt der Kalender dünn, und wer nur in diesen Wochen wettet, sollte das wissen, bevor er ein Konto eröffnet.
Anbieter im Vergleich: Wie man zwei Bewilligungen und acht ausländische Namen prüft
Die Vergleichskriterien sind bei den beiden bewilligten Veranstaltern und bei den ausländischen Namen dieselben Wörter — und sie bedeuten nicht dasselbe. Wer in der Schweiz vergleicht, muss die beiden Gruppen zuerst auseinanderhalten, weil eine Schweizer Bewilligung kein Gütesiegel ist, das man einem ausländischen Namen vergleichend gegenüberstellt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Anbieter hier überhaupt anbieten darf.
Die vier Kriterien, die eine Wahl tatsächlich tragen: das Wettangebot (welche Sportarten und wie viele Märkte je Ereignis, live wie vor dem Spiel), das Quotenniveau (nicht ein einzelner Preis, sondern das Niveau über einen Markt hinweg, mit der Marge darin), die Limiten (Mindest- und Höchsteinsätze, Verlust- und Einzahlungslimiten, Sperrfristen bei einer Erhöhung) sowie die Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen — im bewilligten Schweizer Rahmen alternativlos, ausserhalb davon oft eine der öffnenden Bedingungen. Wer vier Kriterien prüft, prüft vier Gelegenheiten, an denen eine Bedingung den Vorteil wieder aufisst.
Die zehn Plätze, einander gegenübergestellt
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| BillyBets | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| 1Bet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| BetPanda | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| Boomerang Bet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| Playzilla | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| BetAlright | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| BetFury | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
| FortuneJack | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Lizenz entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung |
Die Spalte, die zählt, ist die erste: Die Antwort ist bei acht von zehn Namen dieselbe, und die Wiederholung über die Zeilen hinweg ist die eigentliche Nachricht. Zwei Bewilligungen decken das ganze Land ab, und beide sind an ein Vertragsgebiet gebunden, das man nicht wählen kann. Alles danach ist Ausland. Wo nichts über die Lizenz eines ausländischen Anbieters feststeht, ist der Eintrag «keine anerkannte Bewilligung» die einzige Aussage, die trägt: Eine Lizenz, die nicht besteht, hat in der Schweiz keine Kraft, ganz gleich, was auf einer ausländischen Seite steht.
Die Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip — der eine Veranstalter mit Cash-Out und Kombiboost
Swisslos hat seinen Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Angebot gilt im Swisslos-Vertragsgebiet, und damit für die Mehrheit der Deutschschweizer Kantone plus Tessin und Liechtenstein.
Die Zahlen, an denen sich das Angebot bemessen lässt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten, aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen abgerundet.
Zum Wettprogramm gehört mehr als die Quote. Der Quotenboost gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die Art von Bedingung, die im Marketing verschwindet und in den Teilnahmebedingungen steht.
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Das ist kein Skandal, sondern die Mechanik: Wer sich auszahlen lässt, verkauft seine Chance zurück, und der Käufer sitzt am längeren Hebel.
Ein Punkt, den man vorher lesen sollte: Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Man gewinnt mit einer zu spät gesetzten Wette also nichts. Auch das gehört zur Abrechnung. Und voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Für die reguläre Spielzeit gilt: sie umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Das Fazit fällt klar aus: Die CHF 1’000 Höchsteinsatz pro Einzelwette sind die Grenze, die das Angebot prägt. Genau dort — zwischen CHF 1 und CHF 1’000 — liegt der ganze Bereich, in dem sich online ein Snooker-Markt bewegen kann. Ein Konto, das die Identitätsprüfung sauber durchläuft und danach mit den gesetzten Verlustlimiten lebt, findet hier ein klar umrandetes Spielfeld. Wer dagegen auf einen grossen Einzelbetrag aus ist, findet es nicht.
Loterie Romande Jouez Sport — Zugang nur für die sechs Westschweizer Kantone
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. 2’350 Verkaufsstellen sind für ein Produkt, das online läuft, eine erstaunliche Zahl — sie sagt, wo die Loterie Romande herkommt und wo ihre Netzwerkstärke liegt.
Für den Zugang heisst das: Ein Online-Konto entsteht nur für Personen mit Wohnsitz im Gebiet. Wer in Zürich, Bern oder Basel zu Hause ist, kommt nicht hinein, und das ist keine Formalität, die man mit einer Adresse umgeht, sondern eine Voraussetzung mit Identitätsprüfung. Die Bewilligung, die dahintersteht, ist dieselbe: eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Gespa-Aufsicht, wie sie die Interkantonale Vereinbarung nur den beiden Veranstaltern zugesteht.
Damit verkleinert sich der Kreis der Menschen, die überhaupt zwischen zwei Schweizer Angeboten wählen können, auf eine sehr kleine Gruppe: nur wer im einen oder anderen Vertragsgebiet wohnt, und niemand in beiden. Für alle anderen ist das bewilligte Schweizer Sportwettenangebot schlicht eines, und die eigentliche Wahl findet zwischen diesem einen Weg und dem Ausland statt.
Die Bewilligung ist dieselbe wie bei Swisslos, der Zugang nicht — und genau darin liegt der Unterschied, den ein Vergleich festhalten sollte: Nicht die Qualität des Angebots entscheidet über den Zugang, sondern der Wohnsitz. Wer in Genf wohnt, braucht sich über Swisslos-Limiten keine Gedanken zu machen, weil Swisslos für ihn keine Option ist.
BillyBets — kein Anteil am Schweizer Markt
BillyBets gehört zur Gruppe der ausländischen Namen, die einem beim Suchen begegnen. Wie unter «Was ausländische Anbieter kosten: keine Bewilligung, kein Register, kein Schweizer Rechtsschutz» ausgeführt, gilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine anerkannte Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz. Domains können auf die Sperrliste kommen und per DNS gesperrt werden.
Für einen Vergleich heisst das: Jede Eigenschaft, die man hier interessant findet, wird nicht von einer Schweizer Aufsicht gehalten. Wer das bewusst wählt, wählt Auswahl gegen Rechtsschutz. Eine Spur schärfer formuliert — bei acht Namen, bei denen die erste Spalte identisch ist, entscheidet nicht der Name, sondern der Umstand, dass keiner von ihnen in der Schweiz etwas darf.
1Bet — ein Name ohne Schweizer Wirkung
Bei 1Bet wiederholt sich dasselbe Muster, und es lohnt nicht, es auszuschmücken. Keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine anerkannte Bewilligung mit Wirkung nach Art. 4 BGS.
Was ein Wettender hier tatsächlich prüfen kann, steht in den Bedingungen des Anbieters selbst — Mindesteinsätze, Auszahlungswege, Bearbeitungszeiten, Regeln zu Live-Wetten. Das ist Arbeit, die der bewilligte Weg einem abnimmt, weil dort Grenzen und Regeln öffentlich nachlesbar sind und von der Gespa beaufsichtigt werden.
BetPanda — derselbe Eintrag, dieselbe Konsequenz
Auch BetPanda trägt in der ersten Spalte ein Nein. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, keinen Registeranschluss, keinen hiesigen Rechtsschutz und keine anerkannte Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz.
Damit ist der praktische Kern benannt: Eine Auszahlung, ein Streit über eine Abrechnung, eine Beschwerde über ein gelöschtes Konto — für all das gibt es hier keinen Weg, der am Schweizer Recht endet. Bei den Bewilligungen ist dieser Weg vorhanden, und er beginnt bei der Aufsichtsbehörde.
Boomerang Bet — kein Schutzweg nach Schweizer Recht
Boomerang Bet steht in keiner anderen Lage als die Namen darüber und darunter. Keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine anerkannte Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz.
Bemerkenswert ist an dieser ganzen Gruppe weniger der einzelne Anbieter als die Gleichförmigkeit. Acht Namen mit identischem Status sind kein Argument für einen von ihnen. Wer sich bewusst für den ausländischen Weg entscheidet, entscheidet sich nicht für eine Marke, sondern für die Abwesenheit eines Schutzes — und das lässt sich nicht durch einen freundlichen Support kompensieren.
Playzilla — ein weiterer Eintrag ohne Bewilligung
Playzilla trägt dasselbe Nein. Keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Lizenz nach Art. 4 BGS, kein Registeranschluss, keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit.
Zwischen Anbietern ohne Bewilligung bleibt der Vergleich deshalb auf der Inhaltsseite: Marktbreite, Quotenniveau, Auszahlungsmodalitäten, Umgang mit Live-Wetten. Das sind legitime Fragen, und keine davon wird durch die Aufsicht eines anderen Landes beantwortet, weil diese Aufsicht in der Schweiz nichts gilt.
BetAlright — dieselbe Ausgangslage, andere Inhalte
BetAlright ist in derselben Spalte eingeordnet: ohne Schweizer Bewilligung, kein Registeranschluss, kein Schweizer Rechtsschutz, keine anerkannte Bewilligung mit Kraft in der Schweiz. Domains können auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Wer hier dennoch ein Konto führt, sollte den Zustand des Auslandsstatus parat haben. Er ist die eine Tatsache dieses Anbieters, die sich nicht ändert, gleich welche Boni gerade beworben werden.
BetFury — kein Registeranschluss, kein hiesiger Rechtsweg
BetFury wird ohne Schweizer Bewilligung geführt. Die ausländische Lizenz, auf die sich der Betrieb stützt, hat in der Schweiz keine Wirkung; das Sperrregister erreicht dieses Konto nicht, und ein Schweizer Rechtsweg steht für Streitigkeiten nicht bereit.
Und weil das immer wieder vermischt wird: Eine Domain auf der Sperrliste ist kein Urteil über ein einzelnes Produkt, sondern eine Sperre, die sich gegen den Zugang richtet. Sie kann jeden Anbieter ohne Bewilligung treffen.
FortuneJack — der letzte Eintrag ohne Bewilligung
Bei FortuneJack endet die Liste mit demselben Status: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung der ausländischen Lizenz nach Art. 4 BGS, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz.
Zwei Namen mit Bewilligung und acht ohne — das ist die Bilanz des Vergleichs, und sie ist identisch mit der Bilanz der Rechtslage. Wer die zehn Plätze nebeneinanderlegt, sieht keine Rangfolge, sondern eine Grenze. Auf der einen Seite stehen zwei Anbieter, die das Gesetz zulässt und deren Bedingungen öffentlich sind. Auf der anderen stehen acht, über die in der Schweiz nichts gilt.
Steuern: Wann ein Gewinn steuerfrei bleibt und wann nicht
Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesbetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und keine einzelne kantonale Zahl genannt werden kann. Oberhalb des Betrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für den typischen Spielenden heisst das: Ein Gewinn aus einer Snooker-Wette liegt weit unterhalb der Schwelle, und es fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer darauf an. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht — wer das Gegenteil behauptet, beschreibt ein anderes Land.
Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus. Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer diesen Weg wählt, sollte das kennen. Das ist allgemeine Information und keine Steuerberatung; im Zweifel hilft die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung.
Werbung und Gratisguthaben: Warum die Boni hier klein sind
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich weder an Minderjährige noch an gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspielangebot ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Das ist kein Randparagraf: Er erklärt, warum man im bewilligten Schweizer Rahmen kaum aggressives Wettmarketing antrifft — und warum die ausländischen Namen dagegen sehr laut werben dürfen, solange sie sich nicht an hiesige Nutzer richten.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Lässt man diese Zahl einen Moment stehen, sagt sie mehr als jede Bonusseite: Bei zwei Anbietern und einem Jahr sind das zusammen 32 Zustimmungen. Ein Markt, in dem Angebote dieser Art genehmigungspflichtig sind, sieht nicht aus wie ein Markt mit wöchentlich wechselnden Aktionen. Das erklärt die ganze Bonuskultur des bewilligten Schweizer Sportwettenangebots in einer einzigen Zeile. Beträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Sperrstunde für Werbung zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.
Dass die Erträge in die öffentliche Hand zurückfliessen, ist ein weiterer Unterschied zu ausländischen Namen: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Die Sportwetten tragen also weniger bei als im Vorjahr und machen doch nur einen Fünftel des Reingewinns aus. Wer hier wettet, füttert zu einem kleinen Teil den Sport — bei einem ausländischen Anbieter füttert er niemanden in diesem Land. Das ist kein Argument dafür, mehr zu setzen. Es ist ein Argument dafür, die Wahl bewusst zu treffen.
Was die Wahl am Ende entscheidet
Wer in der Westschweiz wohnt, hat ein Konto bei Jouez Sport und keines bei Sporttip. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat es umgekehrt. Für alle anderen ist der bewilligte Weg entweder Swisslos oder gar nichts, und die eigentliche Entscheidung heisst: bewilligt oder ausländisch.
Der bewilligte Weg liefert einen geschlossenen Katalog, einen Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, eine Identitätsprüfung, eine Auszahlung nur auf das eigene Konto, ein Sperrregister, das auch Casinos umfasst, und eine Steuerfreiheit, die für praktisch alle Gewinne eines normalen Spielenden greift. Dafür fehlen Namen, fehlen Märkte, und die Boni sind genehmigungspflichtig und klein.
Der ausländische Weg liefert Auswahl und lautere Werbung. Dafür fehlen Bewilligung, Registeranschluss, Rechtsschutz und oft die Planbarkeit einer Auszahlung, und die steuerliche Behandlung kann je nach Kanton anders ausfallen. Ein Domain-Hopping gehört dort zum Alltag.
Beide Wege sind wählbar. Nur einer von ihnen ist in der Schweiz legal, und das ist der mit den zwei Namen.
Häufige Fragen zu Snooker-Wetten in der Schweiz
Wo darf in der Schweiz legal auf Snooker gewettet werden?
Bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit Sporttip im Swisslos-Vertragsgebiet sowie im Tessin und in Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Lizenz wirkt hier nach Art. 4 BGS nicht.
Steht Snooker auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?
Ob Snooker in der jeweils gültigen Fassung der Liste geführt wird, prüft man direkt in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste ist geschlossen und arbeitet mit Bedingungen: Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur bei Entscheid über Teilnahme oder Podest, keine Trainingsläufe.
Wie gross ist die Marge in Snooker-Quoten, und was bedeutet sie für die Auszahlung?
Die Marge ist 100 % minus der Auszahlungsquote eines Marktes. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten ergibt die Rechnung aus den Kehrwerten eine Auszahlungsquote von rund 95 % und damit eine Marge von etwa 5 %. Am Markt liegt die Bandbreite je nach Ereignis, Markttyp und Zeitpunkt grob zwischen vier und acht Prozent.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Rücklauf ist Einsatz mal Quote; der Nettogewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. Bei Swisslos wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Beispiel: CHF 10 auf Quote 2.10 ergeben CHF 21 zurück, davon CHF 11 Nettogewinn.
Wie werden Livewetten auf einzelne Frames abgerechnet, und was gilt bei zu spät gesetzten Wetten?
Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Zu spät gesetzt heisst also: kein Gewinn.
Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung steuerlich behandelt?
Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist allgemeine Information, kein Steuerrat; Auskunft gibt die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung.
Sportarten – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
