Geld verdienen mit Wetten in der Schweiz — wer wirklich an der Quote verdient

Updated Oktober 2026
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Ein kleiner Stapel Münzen neben einer Sanduhr auf einem Holztisch im weichen Fensterlicht.

Wer Sportwetten als Einnahmequelle versteht, hat die Rechnung meist nicht aufgestellt. Sie steht aber schon da, in jeder Quote. Ein Veranstalter zahlt nicht aus, was er einnimmt: Er zahlt weniger aus, und die Differenz ist sein Ertrag — unabhängig davon, wie das einzelne Spiel ausgeht. Das ist keine Moralpredigt, sondern die Mechanik des Produkts, das hier verkauft wird. Wer sie kennt, wettet anders. Wer sie nicht kennt, hält ein paar gute Wochen für ein Einkommen.

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Stand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungen und Produktbedingungen der Aufsichtsbehörde Gespa sowie die veröffentlichten Teilnahmebedingungen von Swisslos und Loterie Romande.

In der Schweiz gibt es dafür genau zwei Türen. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen Sportwetten veranstalten, jede in ihrem eigenen Gebiet, und ein Online-Konto bekommt nur, wer dort wohnt. Alles andere, was ein Schweizer Bildschirm anbietet, läuft ohne Bewilligung. Der Weg zum Geld ist also nicht die Suche nach dem besten Anbieter — davon gibt es zwei — sondern die Frage, welche Art zu wetten zu welchem Kopf und zu welchem Budget passt. Das ist der Unterschied, um den es auf dieser Seite geht.

Die Grundlage: was eine Quote verschweigt und was sie verrät

Eine Quote ist ein Preis für ein Risiko, und wie bei jedem Preis gibt es eine Spanne zwischen dem, was der Verkäufer nimmt, und dem, was er hergibt. Bei einer Wette heisst diese Spanne Marge. Sie steckt nicht sichtbar in der Zahl, sie steckt zwischen den Zahlen — zwischen allen Quoten eines Marktes zusammen. Wer eine Einzelwette auf ein Ergebnis abschliesst, zahlt diese Marge mit, egal ob er gewinnt.

Die drei Grundformen, in denen Schweizer Sportwetten angeboten werden, unterscheiden sich in diesem Punkt überhaupt nicht. Eine Einzelwette setzt auf einen Ausgang. Eine Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen, deren Quoten sich zu einer Gesamtquote multiplizieren — bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal dem Produkt der Einzelquoten. Eine Systemwette desselben Anbieters verteilt denselben Einsatz auf mehrere Kombinationen gleichzeitig. Nur die dritte verändert das Risikoprofil spürbar, und zwar nach unten: Sie streut die Chance auf mehrere Teiltreffer statt sie auf einen Ausgang zu legen. Der Preis dafür ist ein anderer — mehr Kombinationen heisst mehr einzelne Margen, die auf denselben Einsatz treffen.

Wer aus Wetten ein Einkommen machen möchte, braucht einen Vorteil, der grösser ist als diese Spanne. Der Vorteil müsste aus Information kommen: aus einer Einschätzung, die besser ist als die des Veranstalters, oft genug, um gegen den eingebauten Abschlag zu bestehen. Genau hier scheitert die Idee in der Praxis. Nicht weil Sport unvorhersehbar wäre, sondern weil die Quoten von Leuten gestellt werden, die dieselben Tabellen, dieselben Verletztenlisten und dieselben Aufstellungen lesen — und die ihre Spanne obendrauf rechnen. Der Laie tritt gegen diese Spanne an.

Was ein Zwei-Weg-Markt aus 1.90 und 1.90 macht

Rechnen wir es an einem Beispiel durch, das keine gestellte Quote ist, sondern nur die Mechanik zeigt: ein Markt mit zwei Ausgängen, beide zu Quote 1.90. Der Quotenschlüssel — der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt — ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten. Aus 1.90 und 1.90 folgt ein Quotenschlüssel von rund 95 %. Die Marge ist der Rest: rund 5 %. Wer beide Seiten mit je CHF 100 abdeckt, hat CHF 200 eingesetzt und bekommt im guten Fall CHF 190 zurück. Die zehn Franken Differenz sind weg, bevor der Ball rollt.

Bei ausgeglicheneren Quoten, etwa 1.95 und 1.95, sinkt derselbe Wert auf eine Marge von ungefähr 2,5 %; bei 1.70 und 1.70 steigt er auf rund 9 %. Eine Marge ist also keine feste Hausnummer, sie ist ein Band, und wo ein Markt darin liegt, hängt vom Veranstalter, vom Wettbewerb und von der Tiefe des Marktes ab. Dasselbe Sporttip-Programm enthält enge und weite Märkte, und ein und derselbe Betrag wandert je nach Markt zu einem ganz anderen Teil zum Veranstalter. Was auf der Habenseite bleibt, ist die Gegenbewegung: Für einen Markt mit zwei Ausgängen gilt, dass Quotenschlüssel und Marge zusammen genau 100 % ergeben — der zurückgezahlte und der einbehaltene Anteil teilen sich dieselbe Summe.

Das ist die Zahl, die in jedem «System» fehlt. Ein System, das fünfzig Wetten im Monat vorsieht, zahlt diese Marge fünfzigmal. Wer mit 5 % Abschlag auf jeden Einsatz rechnet, verliert bei einem monatlichen Umsatz von CHF 1’000 im statistischen Mittel rund CHF 50 — nicht weil er schlecht tippt, sondern weil er überhaupt tippt. Dasselbe gilt bei einer Kombiwette: Die Quoten der Beine multiplizieren sich zum Preis, aber die Margen der Beine addieren sich zum Nachteil. Eine Viererkombi ist keine vierfache Chance, sie ist vierfacher Abschlag.

Auch der Veranstalter gewinnt nicht pro Spiel

Wer wissen will, wovon ein Wettbüro lebt, muss nur eine falsche Frage stellen: Verdient es an Ihrem verlorenen Einsatz? Nein. Es verdient an beiden und behält die Spanne. Über viele Wetten hinweg kommt es in die Nähe des Quotenschlüssels und behält den Rest, weil der Zufall sich für die eine Seite nicht dauerhaft anders verhält als für die andere. Genau deshalb funktioniert das Geschäft, und genau deshalb ist die ehrliche Antwort auf «wie viel verdienen Wettbüros» dieselbe wie auf «wie viel verlieren Kunden»: die Zahl dazwischen.

Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgewiesen, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Auf die Sportwetten entfielen davon CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist ein öffentlich-rechtlicher Ertrag, kein Aktiengewinn — die Summe geht an Kantone und Sportförderung. Und es ist ein Hinweis auf die Grössenordnung: Was auf der einen Seite der Quote herauskommt, ist auf der anderen Seite ein Posten im Geschäftsbericht.

Die Rechtslage: zwei Bewilligungen, ein geschlossener Katalog

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz. Zuständig ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern — nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos in Basel mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt — die Gespa veröffentlicht nur eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Eine alte Balkenwaage mit zwei kleinen Steinen in den Schalen steht im Gleichgewicht auf einem Regal.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Was gewettet werden darf, ist kein freies Programm, sondern ein geschlossener Katalog. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenso. Rangierungswetten sind nur erlaubt, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, Wetten auf Trainingsläufe gar nicht. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte, und eine Esport-Sektion sucht man darin vergebens. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat — eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt: Es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, kein verbrieftes Recht.

Wer die Quote hinter der Quote stellt: Permit-Status im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach dem einzigen Merkmal, das in der Schweiz rechtlich zählt: der Bewilligung. Die zwei Schweizer Veranstalter stehen zuerst, danach die ausländischen Marken, die Schweizer Spielende antreffen. Ausländische Marken sind hier zur Einordnung aufgeführt, nicht als Empfehlung: Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar.

Brand Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin oder Anbieter nach eigener Angabe
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
BetOnRed keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
BDMBet keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
Roobet keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
Bahigo keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
BetPanda keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
Jackbit keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
BetAlright keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt
BetFury keine Bewilligung Bewilligung nach eigener Angabe nicht festgestellt

Die Bedingungen, unter denen eine Schweizer Bewilligung erteilt wird, sind für Swisslos und die Loterie Romande identisch: dieselbe Aufsicht, dasselbe Gesetz, zwei getrennte Gebiete. Sichtbar wird das erst beim Konto. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich lebt, hat bei Sporttip Zugang; wer in Genf lebt, bei Jouez Sport. Beide Türen nebeneinander öffnen sich nicht.

Bei Swisslos kommt zur Altersgrenze von 18 Jahren ein zweiter Filter: Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft, eine bestehende Spielsperre schliesst die Registrierung aus, und registrieren darf sich jede Person nur einmal. Ein zweites Konto ist nicht eine Frage der Kulanz, sondern unmöglich.

Was ausländische Anbieter Schweizer Spielenden kosten

Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder woher auch immer — hat in der Schweiz keine Kraft. Das ist nicht eine Frage der Auslegung: Ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten zu veranstalten, ist eine Straftat, gewerbsmässig mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Der Spielende wird dafür nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und zugleich die ganze schlechte: Straflos zu spielen heisst nicht geschützt zu spielen.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich. Wer über ein ausländisches Portal spielt, hat keinen Zugang zum schweizerischen Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg; Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die Konsequenz für den eigenen Geldbeutel ist unangenehm pragmatisch: Es gibt keine Instanz, an die man sich wenden kann, wenn eine Auszahlung ausbleibt.

Man kann das nüchtern drehen: Ausländische Anbieter bieten Produkte, die das Schweizer Programm nicht kennt — das ist ihre Daseinsberechtigung im Blick eines erfahrenen Spielers. Der Preis dafür ist der komplette Verzicht auf jede Schweizer Schutzmechanik. Beides gilt gleichzeitig, und keines von beiden ist die bequeme Wahl.

Spielerschutz: die Limiten setzt man selbst, und das ist keine Formalität

Wer Limiten für eine lästige Pflicht hält, hat die Logik des Systems falsch herum verstanden. In der Schweiz setzt nicht der Staat die Obergrenze für den einzelnen Spieler, sondern der Spieler selbst. Der Veranstalter muss verlangen, dass beim Konto ein oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste definiert werden. Eine feste gesetzliche Einzahlungsgrenze gibt es nicht. Das macht die Sache wirksamer und unbequemer zugleich: Wer sich eine Limite gibt, gibt sie sich selbst, und die Zahl ist eine Entscheidung, die man später bereut.

Eine Person von hinten auf einem Waldweg, die langsam zwischen hohen Tannen geht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Bei Swisslos läuft das konkret vor der ersten Teilnahme: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind zwingend, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — gesetzlich vorgesehen wären 24 Stunden, die beiden Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Diese Verzögerung ist der eigentliche Mechanismus, und sie ist gut gewählt. In dem Moment, in dem jemand nach einem verlorenen Abend seine Limite hochsetzen möchte, ist genau der Moment vorbei, in dem die Entscheidung entstanden ist.

Ein weiterer Punkt: Wer die Limite senkt, sollte das nicht als Opfer verstehen. Es ist der einzige Schalter im System, der Verluste mit Sicherheit begrenzt — Gewinne begrenzt er nicht.

Sperre, Register und der Weg zurück

Die Spielsperre ist der zweite Mechanismus, und sie ist härter. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre aufheben zu lassen, geht nicht per Knopfdruck: Nach der gesetzlichen Regelung ist das erst nach drei Monaten möglich, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Die praktische Folge ist unbequem und genau deshalb wirksam: Die Sperre ist keine Pause, sie ist ein Riegel. Das sperrregister führt auch Personen, die überschuldet oder spielsuchtgefährdet sind. Und wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne — eine Wette, die trotz Sperre zustande kommt, trägt kein Geld ein.

Ehrliche Skepsis ist beim Zugangsschutz an den Verkaufsstellen angebracht. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt, und bei 200 Fällen wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Eine Kontrolle, die in knapp der Hälfte der Versuche durchgeht, ist keine strenge Kontrolle. Der Papier-Anspruch und die Praxis liegen hier auseinander.

Wer merkt, dass die eigenen Wetten mehr kosten, als sie einbringen, findet Hilfe bei den kantonalen Beratungsstellen für Spielsucht und bei den Fachstellen für Suchtfragen — unabhängig davon, bei welchem Anbieter er spielt.

Warum die Einnahmequellen-Idee den Überblick kostet

Es gibt einen Denkfehler, der sich in dieser Rubrik besonders hartnäckig hält: Wer Wetten als Einnahmequelle liest, verbucht Gewinne unter Einnahmen und Einsätze unter Einsätzen — und sieht die Einsätze nicht mehr. Ein Abend mit CHF 200 Einsatz und CHF 150 Gewinn fühlt sich wie ein Ergebnis an. Es ist ein Verlust von CHF 50 plus Marge. Verlustlimiten sind gegen genau diese Buchführung gerichtet, und deshalb steht in ihrem Namen das Wort Verlust und nicht das Wort Einsatz.

Wetten, Kombiwetten, Systemwetten: wo das Risiko wirklich liegt

Cluster-Erwartung und Realität liegen bei den Wettarten nah beieinander und gehen dann weit auseinander. Der verbreitete Eindruck ist: Kombi bringt mehr, System bringt Sicherheit. Beides ist halb richtig.

Eine Einzelwette auf einen Ausgang ist die einfachste Form und die einzige, deren Risiko man vollständig überblickt. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten, und das ist keine kosmetische Erhöhung: Bei vier Beinen zu je Quote 2.00 ergibt das eine Gesamtquote von 16.00 — der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Gesamtquote. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier eintreffen, multipliziert sich aber mit demselben Faktor, nach unten. Die Wahrnehmung folgt der grossen Zahl oben, die Rechnung folgt der kleinen Zahl unten. Dasselbe Prinzip gilt für jede Margenstruktur: Vier Beine tragen vier Abschläge.

Eine Systemwette teilt denselben Einsatz auf mehrere Kombinationen auf — bei Sporttip ist das ein eigener Wetttyp mit eigener Einsatzgrenze, die mit CHF 10’000 deutlich über der Grenze für Einzel- und Kombiwetten von CHF 1’000 liegt. Was sie leistet: Sie verteilt den Ausgang über mehrere Kombinationen, man trifft also nicht mehr «alles oder nichts», sondern mehrere Teilergebnisse. Was sie nicht leistet: Sie ändert nichts an der eingerechneten Marge und erzeugt keinen Erwartungswert über null. Aus einer schlechten Wette wird durch Aufteilen keine gute.

Ein Missverständnis, das sich am Konto entscheidet

Der Systemwetten-Effekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Produktmerkmal in der Erzählung zum Vorteil wird. Wer vier richtige Voraussagen braucht, um vier richtige Voraussagen zu haben, mag das als Sicherheitsnetz erleben. Ausgezahlt wird nach Teilgewinnen, und die Summe liegt unter dem, was eine einzelne Viererkombi bei vier Treffern gebracht hätte. Genau so ist es gedacht.

Was daran hängenbleibt, ist eine Frage des Selbstbildes. Wer eine Systemwette spielt, weil er sich für einen guten Tipper hält, kauft sich von der Volatilität frei und zahlt dafür in Rendite. Wer sie spielt, um die Verluste einzufangen, sollte wissen, dass sie auch Verluste nur streut, nicht verhindert.

Grenzen, die der Anbieter setzt und jederzeit ändern kann

Über allem steht eine Grenze, die nicht jeder liest. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer eine Strategie mit festen Einsätzen fährt, baut sie also auf einer Zahl, die sein Vertragspartner einseitig verschieben darf. Für den Kleinspieler sind CHF 1 untere Grenze und CHF 1’000 Obergrenze weit entfernt voneinander — für jemanden, der Einsätze staffelt, liegen sie mitten in der Praxis.

Fussball, Tennis und der Rest: wo Spezialwissen an Grenzen stösst

Cluster 5 möchte wissen, ob zwei Sportarten mehr hergeben als andere. Die ehrliche Antwort ist: Sie haben ein anderes Muster, nicht einen anderen Erwartungswert.

Fussball und Tennis stehen im Zentrum der Nachfrage, und beide haben Eigenschaften, die angeblich einen Vorsprung erlauben. Fussball ist der liquideste Markt und der tiefste — die Quoten sind eng, die Märkte zahlreich, die Informationslage dicht. Dass der Informationsstand hoch ist, ist für den Spieler nicht automatisch gut: Je mehr öffentlich bekannt ist, desto weniger kann eine private Einschätzung relativ zum Markt wert sein. Ein Tor in der 78. Minute entscheidet ein Spiel, die Statistik davor steht in jedem Portal.

Tennis sieht auf der Oberfläche anders aus. Ein einzelner Spieler, formabhängig, ein relativ enger Markt, die Möglichkeit, kurzfristig auf Fitnesssignale zu reagieren. Genau da liegt aber auch die Falle: Die Reaktionsgeschwindigkeit ist in beiden Richtungen gleich, und wer mit einer Information handelt, handelt gegen andere mit derselben. Spezialwissen schlägt die Marge nicht automatisch, weil die Marge schon die Verdichtung vieler Einschätzungen ist. Sie ist der Boden, den man erst überspringen müsste.

Dazu kommt die harte Kante des Schweizer Angebots. Der zugelassene Katalog ist nicht das gesamte Weltpublikum. Es gibt keine Corner- und Kartenmärkte, keine Esport-Sektion, keine Rangierungswetten, die nicht an Einzug oder Podest hängen, und Qualifikationsrunden sowie Frauenwettbewerbe nur, wo die Liste sie führt. Wer sein «Spezialwissen» in einem Markt erworben hat, den es hier nicht gibt, findet es im Schweizer Programm schlicht nicht wieder.

Reguläre Spielzeit, Nachspielzeit und die Wetten, die mit 1.00 gewertet werden

Zwei Regeldetails entscheiden über Ergebnisse, und beide sind reine Bedingungen des Anbieters. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Sieger nach 90 Minuten kann also durch ein Tor in der Nachspielzeit kippen, während ein Tor in der Verlängerung sie unberührt lässt.

Bei Live-Wetten gibt es einen Mechanismus, der mehr Geld kostet, als man vermuten würde: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — der Einsatz kommt zurück, der Gewinn ist null. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live tippt, tippt gegen einen Sekundenzeiger, und das Ergebnis dieses Rennens steht in den Bedingungen. Dasselbe gilt für ein abgesagtes Ereignis: Wird nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, werden Einzelwetten zurückbezahlt und in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Wie das Konto von der Einzahlung bis zur Auszahlung läuft

Der Weg vom Konto zum Geld ist derselbe, den jeder Zahlungsvorgang nimmt, und die Schritte sind bei Swisslos ausführlich geregelt. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt, und in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich. Als Zahlungsart für das Aufladen bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Die Auszahlung hat eine Grenze, die man kennen sollte, bevor man sie erreicht: Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Der Unterschied zwischen Guthaben, Gratisspielguthaben und Auszahlung

Die Gratisguthaben-Regel erklärt, warum eine Promotion kein Geld ist. Was als Gratisspielguthaben ins Konto kommt, lässt sich verspielen, aber nicht abheben. Wer den Wert einer Aktion einschätzen will, muss deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: Was lässt sich damit gewinnen, und was davon kommt tatsächlich auf ein Bankkonto? Bei einem Gratisspielguthaben ist die zweite Antwort null, bis daraus ein regulärer Gewinn wird.

Beim normalen Guthaben greift eine andere Regel, die man nur einmal lesen muss: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Wer regelmässig knapp unter der Tausendergrenze gewinnt, arbeitet also weiter mit Wallet-Guthaben — und kommt damit der Zwei-Auszahlungen-Grenze näher, ohne es zu merken.

Dazu kommt eine harte Bedingung, die erklärt, warum anonyme und Krypto-Auszahlungen im bewilligten Schweizer Markt nicht existieren: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Eine Kreditgewährung an Spielende gibt es nicht. Das ist keine Bequemlichkeitsfrage, sondern der Grund, warum das Schweizer System eine Identität kennt und ein ausländisches Portal, das Krypto-Auszahlungen anbietet, eine andere Frage beantwortet, als ein Schweizer Spieler stellt.

Steuer: der Bekanntheitsgrad entscheidet, nicht die Höhe

In der Schweiz gibt es keine Wettsteuer auf Einsätze. Es gibt auch keine Steuer auf den einzelnen Gewinn — jedenfalls nicht für normale Grössenordnungen. Gewinne aus den in der Schweiz bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und werden erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Wer über der Schwelle gewinnt, muss den Gewinn in der Steuererklärung angeben: Der Veranstalter behält 35 % Verrechnungssteuer ein, die mit der Deklaration zurückgeholt wird.

Der entscheidende Punkt ist der kantonale Freibetrag, und er ist je nach Kanton unterschiedlich. Es wäre falsch, dafür eine Zahl zu nennen. Die praktische Konsequenz: Ein typischer Wettender gewinnt weit unter jeder Schwelle, zahlt also auf den Schweizer Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus, und hier gibt es eine reale Steuerfalle: Ausländische Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann solche Gewinne als volles steuerbares Einkommen behandeln — der Kanton Thurgau tut das bei ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe des Betrags. Für verbindliche Auskünfte bleibt nur der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung.

Was Erfahrungsberichte wert sind und was eine Bewertung braucht

Wer nach Erfahrungen mit Sportwetten sucht und Geld verdienen möchte, findet vor allem zwei Genres: Erfolgsgeschichten und Warnungen. Beide sind Einzelfälle, und für die Frage, ob ein Vorgehen trägt, sagen sie fast nichts.

Der Grund ist statistisch und lässt sich ohne Formel sagen: Ein Ergebnis ohne seinen Nenner ist keine Information. Wer von vierzig Wetten eine zeigt, zeigt die eine. Der einzige Blick, der etwas taugt, richtet sich auf drei Grössen — wie viele Wetten wurden gespielt, mit welchen Einsätzen, und zu welchen Quoten. Erst daraus lässt sich hochrechnen, was passiert wäre, wenn alle Wetten gezählt worden wären. Ein System, das aus einzelnen Erfolgen besteht, ist eine Auswahl, keine Messung.

Das gilt in beide Richtungen. Auch die zweite Art von Erfahrungsbericht — der Totalverlust nach einem Monat — beweist keinen Mechanismus. Was bleibt, ist die Rechnung aus dem ersten Abschnitt dieser Seite, und sie braucht keine einzige Erfolgsgeschichte: Jede Wette trägt eine Marge, und die Frage ist nur, ob der eigene Vorteil gross genug ist, um sie zu übersteigen.

Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei Schweizer Veranstalter und acht Marken ohne Bewilligung

Die Auswahl ist in der Schweiz keine Frage des Geschmacks. Zwei Anbieter dürfen Sportwetten veranstalten, und welche der beiden für einen Spieler überhaupt zugänglich ist, entscheidet die Wohnadresse. Die acht weiteren Marken sind ausländische Angebote, die Schweizer Spielende antreffen; sie tragen keine Schweizer Bewilligung, und die Gespa nennt sie nicht als zugelassen. Was sie in diesem Vergleich zu tun haben, ist der Gegencheck: nicht als gleichwertige Option, sondern als Gegenprobe, was die Schweizer Bewilligung tatsächlich wert ist.

Swisslos Sporttip: die grösste Reichweite und die strengsten Voreinstellungen

Sporttip ist eine der beiden Veranstaltungen, die das Gesetz überhaupt zulässt, betrieben von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa — juristisch keine «Lizenz», sondern eine Bewilligung, und der Unterschied ist nicht nur Vokabular. Das Vertragsgebiet umfasst zwanzig Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der Zugang ist geregelt und wird geprüft: 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, eine Registrierung pro Person. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Wer sich hier anmeldet, unterschreibt faktisch, dass er sich selbst Grenzen gesetzt hat, bevor er die erste Quote sieht.

Die Einsatzstruktur ist gestaffelt und breit genug für kleine und mittlere Budgets: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten, jederzeit ohne Angabe von Gründen änderbar. Bei den Gewinnmöglichkeiten kommen zwei Extras hinzu, die beide online gebunden sind: Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 und erhöht den Nettogewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, ebenfalls begrenzt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Wer hier den frühen Ausstieg als Sicherheitsnetz verkauft bekommt, sollte den Preis dafür kennen: Man verkauft eine Position unter dem, was sie wert wäre, wenn sie sich erfüllt.

Verdikt: Sporttip ist der Anbieter mit der grössten Reichweite und der strengsten Eingangsprozedur, und genau die macht ihn zum richtigen Konto für jemanden, der sich selbst bremsen will — wer ohne Verlustlimite nicht anfangen kann, wird hier vor der ersten Wette zu einer Entscheidung über die eigene Zahl gezwungen. Wer dagegen ein Produkt mit Cash-Out als Teilauszahlung, mit Marktvielfalt ohne Katalogliste oder mit einer zweiten Chance nach einer selbst verhängten Sperre sucht, findet hier jede dieser drei Türen geschlossen.

Loterie Romande Jouez Sport: Westschweizer undurchlässig, aber in derselben Logik

Jouez Sport ist die zweite Veranstaltung, die das Gesetz zulässt, veranstaltet von der Loterie Romande. Die Bewilligungslage ist mit Sporttip identisch — Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Gespa-Aufsicht —, und getrennt sind sie durch das Gebiet: Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Diese Grösse ist der Punkt, nicht die Fussnote. 2’350 Verkaufsstellen für sechs Kantone heisst eine Dichte, die ein Online-only-Angebot nicht hat — und die Kantonengrenze heisst, dass dieselbe Dichte für einen Deutschschweizer Spieler unerreichbar ist. Wer in Freiburg oder Neuenburg wohnt, hat eine Verkaufsstelle in Laufdistanz und einen Ansprechpartner für eine Barauszahlung. Wer in Basel wohnt, hat keines von beidem.

Verdikt: Für Spielende in der Westschweiz ist Jouez Sport der naheliegende Weg, weil er vor Ort prüfbar ist und alle Vorteile der Schweizer Bewilligung trägt; für alle anderen ist die Kontoeröffnung an einer Wohnsitzgrenze gescheitert, an der kein Argument hilft. Die Kantonsgrenze ist die Entscheidung, die der Anbieter nicht für einen trifft.

BetOnRed

BetOnRed trägt keine Schweizer Bewilligung. Nach dem Geldspielgesetz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz veranstalten; eine Bewilligung «nach eigener Angabe» ist im Bericht nicht festgestellt, und selbst eine vorhandene hätte in der Schweiz keine Kraft. Damit fehlt die Anbindung an das schweizerische Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Regressweg, und Domains dieser Art können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Für Spielende heisst das: Das Konto ist ein Vertrag mit einer ausländischen Gesellschaft, und die Durchsetzung eines Auszahlungsanspruchs wäre eine grenzüberschreitende Angelegenheit.

Verdikt: Der Reiz liegt in Produkten, die das bewilligte Schweizer Programm nicht kennt — der Preis ist der vollständige Wegfall der Schweizer Schutzmechanik, und dieses Tauschgeschäft ist kein gutes, sondern nur ein bewusstes.

BDMBet

BDMBet ist ein weiteres ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt dieselbe Einordnung: nur Swisslos und die Loterie Romande sind in der Schweiz zugelassen, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, es besteht keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste genommen und von Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden.

Verdikt: Wer bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, verzichtet nicht auf einen Nebenaspekt des Schutzes, sondern auf seine Grundlage — und bekommt dafür ein Produkt, dessen Regeln er bei jedem Streitfall selbst nachlesen und selbst durchsetzen müsste.

Roobet

Bei Roobet liegt es wie bei den anderen Marken dieser Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Gespa-Aufsicht, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Regressweg, und die Möglichkeit, dass die Domain über die Sperrliste per DNS blockiert wird. Für Schweizer Spielende entsteht dadurch ein doppeltes Risiko: das Produktrisiko jeder Wette plus das Ausfallrisiko eines Anbieters, gegen den im Inland nicht vorgegangen werden kann.

Verdikt: Ein ausländisches Konto ist nicht per se unseriös, aber es ist ein Konto ohne Rückhalt — und wer Wetten als Einnahmequelle denkt, sollte die Frage zuerst dort stellen, wo sein Geld liegen bleibt, wenn etwas schiefgeht.

Bahigo

Bahigo gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung folgt derselben Linie: zugelassen sind in der Schweiz ausschliesslich Swisslos und die Loterie Romande, eine Bewilligung aus einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung, und es existiert weder eine Anbindung an das Sperrregister noch ein Schweizer Weg, einen Anspruch durchzusetzen. Die Sperrliste der Gespa kann solche Domains erfassen, die dann von Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden.

Verdikt: Das Angebot mag breiter sein als das Schweizer Programm, aber Breite ist kein Schutz — und der Unterschied zwischen einem breiten Angebot und einem durchsetzbaren Anspruch wird erst im Auszahlungsfall sichtbar.

BetPanda

BetPanda trägt keine Schweizer Bewilligung. Es gilt die gesetzliche Ausgangslage: Sportwetten in der Schweiz dürfen nur die zwei bewilligten Veranstalter anbieten, eine ausländische Erlaubnis hat hier keine Kraft, und es besteht keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister. Eine Blockierung über die Gespa-Sperrliste ist möglich.

Verdikt: Wer das Schweizer Angebot als zu eng empfindet, findet hier die Breite — und tauscht dafür die Aufsicht ein, die im Streitfall die einzige Instanz wäre, die noch etwas bewirken könnte.

Jackbit

Jackbit ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung und damit in derselben Kategorie wie die übrigen ausländischen Anbieter dieser Übersicht: keine Gespa-Aufsicht, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockierung über die Sperrliste.

Verdikt: Der entscheidende Nachteil ist nicht die fehlende Bewilligung als Formalie, sondern die fehlende Durchsetzbarkeit — im Konfliktfall steht der Spielende allein gegen eine Gesellschaft im Ausland.

BetAlright

Bei BetAlright fehlt die Schweizer Bewilligung ebenfalls. Es bleibt bei der Einordnung für alle ausländischen Marken dieser Liste: keine Veranstalter- und Spielbewilligung nach Schweizer Recht, keine Aufsicht durch die Gespa, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Regressweg, Sperrliste und DNS-Blockierung als Möglichkeit.

Verdikt: Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung kann attraktive Konditionen zeigen; was sie nicht zeigen kann, ist eine Schweizer Anlaufstelle für den Fall, dass die Auszahlung stockt.

BetFury

BetFury ist der letzte Eintrag der Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung entspricht der der anderen: nur Swisslos und die Loterie Romande sind in der Schweiz zugelassen, eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft, es bestehen keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.

Verdikt: Wer hier spielt, kauft ein Produktversprechen ohne Schweizer Rückhalt — und sollte den Betrag, den er dort liegen lässt, so behandeln, wie er einen Vorschuss an eine ungeprüfte Adresse behandeln würde.

Was aus dem Vergleich folgt — und was nicht

Die acht ausländischen Marken sind im Vergleich aus einem Grund so knapp ausgefallen: Über ihre Produkte sagt der Rahmen nichts, und der Rahmen ist das, was hier zählt. Wo eine Bewilligung fehlt, entfällt die Vergleichsgrundlage, die man sonst anlegen würde. Das ist kein Versäumnis in der Darstellung, sondern die Aussage selbst. Wer die Schweizer Bewilligung will, hat zwei Adressen, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet der Wohnsitz, nicht der Geschmack. Wer sich trotzdem für ein ausländisches Angebot entscheidet, sollte die drei Dinge kennen, die dann fehlen: Aufsicht, Sperrregister, Rechtsweg.

Was von der Idee bleibt

Wetten sind ein Unterhaltungsprodukt mit einem Preis, und der Preis steht in jeder Quote. Das lässt sich nicht wegdiskutieren, weil die Marge nicht eine Meinung ist, sondern die Differenz zwischen dem, was eingesetzt wird, und dem, was zurückkommt. Wer aus Wetten ein Einkommen machen will, muss diese Differenz schlagen. Möglich ist das nicht durch ein System, nicht durch eine Sportart und nicht durch ein Portal, sondern nur durch eine Einschätzung, die über viele Wetten besser ist als die des Veranstalters — und das ist die eine Sache, die auf dieser Seite niemand versprechen kann und niemand versprechen sollte.

Was bleibt, ist eine Reihe nüchterner Entscheidungen, und jede gehört einem selbst. Der Wohnsitz entscheidet zwischen den zwei bewilligten Adressen. Der Anbieter entscheidet über die Verfügbarkeit von Cash-Out, Boosts und Systemwetten. Und die Limite entscheidet darüber, wie viel der Abend kosten darf — gesetzt, bevor der Abend beginnt, nicht während.

Wer diese Reihenfolge einhält, wettet mit einem Betrag, den er als Preis für die Spannung akzeptiert. Wer sie umdreht und die Limite nach dem Ergebnis setzt, hat die Rechnung des Veranstalters zur eigenen gemacht.

Häufige Fragen zu Geld verdienen mit Wetten

Kann man mit Sportwetten dauerhaft Geld verdienen?

Nur mit einem Vorteil, der die Marge übersteigt — und der müsste über sehr viele Wetten hinweg grösser sein als die Spanne, die in jeder Quote steckt. In einem Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 sind das rund 5 %, in engeren Märkten deutlich weniger, in weiten mehr. Solche Vorteile sind selten und nicht mit einer Sportart oder einem Anbieter erreichbar. Als Einkommen taugen Wetten deshalb nicht; die Marge sorgt dafür, dass die Erwartung negativ bleibt.

Wie verdienen Wettbüros ihr Geld, und was ist die Marge in einer Quote?

Ein Wettbüro verdient nicht daran, dass Ihre Wette verliert, sondern an der Spanne zwischen allen Quoten eines Marktes. Zurückgezahlt wird ein Quotenschlüssel, der aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes entsteht; die Marge ist der Rest. Zusammen ergeben beide genau 100 %. Der Veranstalter hält diesen Rest über viele Wetten hinweg, weil der Zufall sich für beide Seiten gleich verhält.

Kann man mit Fussballwetten Geld verdienen, wenn Form und Statistik sorgfältig ausgewertet werden?

Sorgfalt allein erzeugt keinen Vorteil, weil dieselben Daten jedem zugänglich sind und in die Quoten längst eingeflossen sind. Fussball hat tiefe, enge Märkte, das senkt die Marge, hebt sie aber nicht auf. Ein Tor in der Nachspielzeit entscheidet die Wette. Hinzu kommt der zugelassene Schweizer Katalog: Corner- und Kartenmärkte fehlen darin. Wenn Ihre These in einem Markt liegt, den es hier nicht gibt, hilft die beste Auswertung nicht.

Was bringt eine Systemwette gegenüber einer Einzelwette bei den Gewinnchancen?

Sie ändert das Verhältnis von Trefferhäufigkeit und Auszahlung, nicht den Erwartungswert. Eine Systemwette verteilt denselben Einsatz auf mehrere Kombinationen, sodass Teiltreffer etwas zurückbringen statt nichts. Die Marge bleibt in jeder dieser Kombinationen enthalten und damit in der Summe unverändert. Bei Sporttip gibt es dafür eine eigene Einsatzgrenze von CHF 10’000 statt CHF 1’000. Für die Gewinnchancen heisst das: mehr kleinere Ergebnisse, kein besserer Erwartungswert.

Muss ein Gewinn aus Sportwetten in der Schweiz versteuert werden, und was gilt je nach Kanton?

Gewinne bei den bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton, deshalb ist eine einzelne Kantonszahl falsch. Bei ausländischen Anbietern kann der Gewinn dagegen voll steuerbar sein.

Welche Limiten und Sperrmöglichkeiten helfen, Verluste zu begrenzen?

Verlustlimiten sind das schärfste Werkzeug, weil sie den maximalen Verlust festlegen, bevor er entstehen kann. Bei Swisslos sind Limiten für 1, 7 und 30 Tage zwingend, Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage und die Spielsperre: produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst verhängt, unbefristet im schweizweiten Register, auch für Casinos und in Liechtenstein geltend. Aufhebung frühestens nach drei Monaten.

Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»