Asian Handicap Wetten: Was die Bewilligung erlaubt und was das Handicap rechnet
Ladevorgang...
Oktober 29, 2026 · Bewilligungen abgeglichen mit den Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und der beiden konzessionierten Veranstalter Swisslos und Loterie Romande.
Wer zum ersten Mal auf ein asiatisches Handicap stösst, trifft meist auf dieselbe Erfahrung: Die Quote steht neben einer Zahl, die im Spielstand nirgends auftaucht, und irgendwo unter dem Wettprogramm erklärt eine Randnotiz, dass der Einsatz bei einem bestimmten Ergebnis «zurückgeht». Das ist kein Fehler im System. Es ist der Kern dieses Marktes.
Der Reiz liegt genau dort. Ein Handicap verschiebt eine Partie um eine Zahl, sodass das Unentschieden aus der Wette verschwindet oder der Einsatz in zwei Teile zerfällt. Anders als bei der klassischen Dreiweg-Wette, bei der drei Ausgänge nebeneinanderstehen, gibt es hier nur zwei Seiten, und beide sind mit einer Rechenregel verbunden, die man kennen sollte, bevor man Geld setzt.
In der Schweiz gehört zu dieser Rechnung ein zweiter Punkt, der nichts mit Fussball zu tun hat. Sportwetten sind hier ein Grossspiel, und nur zwei Veranstalter dürfen sie anbieten. Was das für die Handicap-Märkte bedeutet — und warum ein wettender Schweizer sich mit dieser Frage zuerst beschäftigen sollte und erst danach mit der Quote —, steht in den Abschnitten, die jetzt folgen.
Rechtliche Lage in der Schweiz: wer überhaupt Handicap-Märkte anbieten darf
Es gibt in der Schweiz keinen Wettbewerb unter Buchmachern, und das ist keine Marktbeobachtung, sondern die Folge einer Regelung. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e), und beaufsichtigt wird das nicht von der ESBK — die ist für Casinos zuständig —, sondern von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Grundlage das Geldspielkonkordat ist, in Kraft seit 1. Januar 2021.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Das ist die erste Entscheidung, vor der ein Leser steht, und sie fällt nicht nach Geschmack. Sie fällt danach, wo er wohnt. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Wer in Zürich sitzt und ein Konto bei der Loterie Romande eröffnen will, kommt also nicht durch. Wer in Genf wohnt, hat bei Sporttip nichts zu suchen. Das ist eine harte Grenze, und sie ist praktisch die einzige, die sich nicht verhandeln lässt.
Was die Liste der Aufsicht zulässt — und was nicht
Bewettet werden dürfen nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Und das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).

Diese Liste entscheidet, welche Handicap-Märkte überhaupt auf einem Wettschein landen dürfen, und sie ist strenger, als die Werbung vermuten liesse. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie genannt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste führt keine Corner- und Kartenmärkte, und ein Esport-Abschnitt fehlt darin vollständig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Wer also schon einmal auf einer ausländischen Seite eine Handicap-Wette auf eine Regionalliga-Partie gesehen hat, die in der Schweiz nirgends auftaucht, hat nicht den falschen Anbieter erwischt, sondern die geschlossene Liste.
Live-Wetten sind erlaubt, sowohl vor dem Spiel als auch währenddessen, sofern der Veranstalter eine Entscheidung besitzt, die sie ihm gestattet. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert. Man sollte es deshalb nur als das beschreiben, was es ist: eine Funktion des jeweiligen Anbieters und kein gesetzlich verbrieftes Recht. Bei Sporttip umfasst sie Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg.
Bei virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt, und dazu gehört hier nichts weiter gesagt. Bei Esport gilt nur eines: Er steht nicht auf der Liste.
Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bleibt ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das gilt für Curaçao, Malta, Deutschland und jedes andere Land gleichermassen. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS).
Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht, und sie ist auch schon die einzige. Denn in einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und einen Schutz oder eine Kontrolle der Fairness gibt es nicht. Die Gespa führt eine Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Auffällig dabei: Die Zahl der gesperrten Domains Ende 2025 liegt im Bereich der Zahl der Einwohner einer mittleren Schweizer Agglomeration, und die Liste ist in sechs Jahren um ein Vielfaches gewachsen. Ein Geschäft, das sich mit einer DNS-Sperre aufhalten lässt, ist keines.
Ehrlich formuliert: Offshore heisst kein Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die ausländischen Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Inländisch heisst voller Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist von sich aus «die sichere Wahl».
Steuern: der Freibetrag, den kaum jemand erreicht
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung. Der typische Wettende gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle. Für ihn heisst das: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis des Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen allerdings als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Und weil das alles nur allgemeine Information ist: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Der zweite Weg, den ein Leser durch dieses Feld nehmen kann, hat mit dem ersten nur am Rand zu tun: Er verändert das Rechenwerk nicht. Ein Handicap von -1 rechnet sich gleich, ob die Wette auf einem bewilligten oder einem unbewilligten Wettschein steht. Was sich verändert, ist das, was im Streitfall gilt.
Spielerschutz bei Handicap-Wetten: gleich ausgeglichen, gleich riskant
Ein asiatisches Handicap sieht auf dem Wettschein beinahe harmlos aus. Beide Seiten stehen bei ähnlicher Quote, es gibt kein drittes Feld, das man mühevoll abwägen müsste, und die Auszahlung ist grob vorhersehbar. Genau darin liegt die Täuschung.
Ein Handicap gleicht die Quote aus, nicht die Chance. Es verschiebt die Grenze, ab der eine Wette gewinnt — es sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich dieses Überschreiten ist. Man kann mit -0,5 auf eine Mannschaft setzen, die in jedem Expertenurteil unterlegen ist, und die Quote wird trotzdem attraktiv aussehen. Ein ausgeglichener Wettschein ist kein sicherer Wettschein. Er ist nur einer, bei dem man den Preis besser nachrechnen kann.
Verlustlimiten: die Zahl, die man vor der ersten Wette setzt
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind der eigentliche Punkt. Gesetzlich verlangt Art. 87 VGS, dass der Veranstalter Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt; das Herabsetzen wirkt sofort, das Erhöhen nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer glaubt, nach zwei miesen Tagen einfach hochdrehen zu können, wartet drei Tage.
Eine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht. Die Limite kommt vom Spielenden selbst, nicht vom Staat. Das ist eine bewusste Konstruktion und keine Lücke, ändert aber nichts daran, dass sie nur so gut ist wie die Zahl, die jemand bei nüchternem Kopf eingetragen hat.
Sperren und das Register, das über Kantone hinausreicht
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Grundlage sind Art. 80–82 BGS. Erfasst werden überschuldete und spielsuchtgefährdete Personen ebenso wie Selbstsperren. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und dabei ist eine Fachstelle beteiligt (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Der Schutz am Verkaufsschalter ist allerdings nicht so lückenlos, wie man ihn sich wünscht. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Es gibt an Schweizer Annahmestellen offenbar eine Regel und daneben eine Praxis, die sich nicht vollständig daran hält. Online ist das anders gelöst: Dort wird die Identität geprüft.
Alter, Konto und Identität
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18-Jährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettbewerb teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität ist die gesetzliche Vorgabe (Art. 47–52 VGS).
Auszahlungen von Gewinnen und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettbetrieb nicht. Ein Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Und ein Instrument, mit dem Schweizer Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unbewilligte Wettseiten blockieren, gibt es nicht.
Ein Hinweis für alle, die das erste Mal mit einem Handicap hantieren: Die Limite, die man setzt, und die Limite, die der Anbieter kennt, sind zwei verschiedene Dinge. Bei Sporttip liegen der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Wer eine Viertel-Handicap-Wette mit einem hohen Einsatz plant, stösst also unter Umständen nicht an seine eigene Grenze, sondern an die des Veranstalters.
Die Wettarten mit ganzem, halbem und Viertel-Handicap
Beim Asiatischen Handicap (AHC) startet eine Partei mit einer niedrigeren Wertung, die zum tatsächlichen Endergebnis addiert wird. Der Markt gilt als hauptsächlich bei Fussballwetten verbreitet und als in Asien entwickelt. Das Wort «asiatisch» beschreibt also die Herkunft der Rechenweise, nicht die Herkunft der Mannschaften — eine Verwechslung, die auf Schweizer Wettscheinen erstaunlich häufig vorkommt.
Der Unterschied zur Dreiweg-Wette lässt sich in einem Satz festhalten: Dort gibt es drei Ausgänge und damit drei Quoten, hier gibt es zwei Ausgänge und eine Zahl daneben. Der Rest ist Arithmetik.
Ganzes Handicap: der Einsatz, der zurückkommt
Beim ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit einem Handicap von -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück.
Das ist der freundlichste Teil dieser Wettart und gleichzeitig der am schlechtesten verstandene. Der Vorgang heisst nicht Unentschieden, weil das Spiel unentschieden ausging — es kann 2:1 ausgegangen sein. Er heisst Unentschieden, weil das Handicap es dazu macht. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn kommt nicht, und das ist bei einem ganzen Handicap kein Grund zur Beschwerde.
Für das Spielerlebnis bedeutet das: Man kann ein ganzes Handicap nehmen und in einem bestimmten Ergebnisbereich nichts verlieren. Der Preis dafür steht in der Quote, die für ein ganzes Handicap oft weniger attraktiv aussieht als für die halbe Variante desselben Spiels — man bezahlt die Rückerstattung also nicht mit Geld, sondern mit einem kleineren Gewinnfall.
Halbes Handicap: kein Rückweg
Halbe Handicaps wie +0,5, +1,5 oder -0,5 kennen keine Rückerstattung bei Unentschieden, weil bei ihnen immer eine Seite gewinnt.
Die Aussage klingt selbstverständlich und ist doch der Punkt, an dem sich die beiden Varianten am stärksten trennen. Ein halbes Handicap kann rechnerisch kein Remis ergeben, weil die Addition einer halben Zahl zu einem ganzzahligen Ergebnis niemals eine ganze Zahl ergibt. 1:1 plus 0,5 für die eine Seite ist 1,5:1 — kein Unentschieden möglich. Deshalb gibt es hier nichts zurückzuzahlen, und deshalb ist die Quote in der Regel besser.
Wer diese Variante wählt, tauscht die Rückversicherung gegen den höheren Gewinnfall. Das ist ein Handel, und man sollte ihn bewusst abschliessen.
Viertel-Handicap: zwei Wetten in einer
Bei einem Viertel-Handicap wird der Einsatz auf zwei Wetten aufgeteilt: Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten.
Damit hat man in einem Wettschein drei mögliche Ausgänge statt zwei. Gewinnt die Seite, gewinnen beide Hälften. Geht das Spiel unentschieden aus, wird die Hälfte mit dem Handicap 0 zurückerstattet und die Hälfte mit +0,5 gewinnt. Verliert die Seite, verliert alles. Die Rückerstattung ist also keine vollständige, sondern eine halbe — ein Detail, das auf keinem Wettschein steht und das man aus dem Aufbau selbst ableiten muss.
Der Viertel-Markt ist damit der flexibelste und der erklärungsbedürftigste zugleich. Er verschiebt das Risiko um eine halbe Stufe, und genau diese halbe Stufe kostet Quote.
Was das Handicap mit der Marge macht — eine Beispielrechnung
Ein Handicap wird gern als Werkzeug gegen die Buchmachermarge verkauft. Diese Erwartung hält der Rechnung nur begrenzt stand. Ein Beispiel, das ausdrücklich keine zitierte Quote, sondern eine Veranschaulichung an einem sauberen Zweiwegemarkt ist:
Bei Quoten von 1.90 auf beide Seiten ergibt sich 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also eine Auszahlungsquote von 95 %. Die Marge ist der Rest: 5 %.
Bei 1,85 auf beide Seiten 1 ÷ (1/1,85 + 1/1,85) = 0,925, also 92,5 % Auszahlung und 7,5 % Marge.
Bei 1,75 auf beide Seiten 1 ÷ (1/1,75 + 1/1,75) = 0,875, also 87,5 % Auszahlung und 12,5 % Marge.
Die Marge liegt in einem solchen Zweiwegemarkt bei diesen drei Stufen also zwischen rund 5 % und 12,5 %. Und das ist der Kern: Diese Spanne von rund 5 % bis 12,5 % bestimmt, wie teuer ein Handicap-Markt ist. Der Betrag hängt davon ab, wie gleichmässig die beiden Seiten bepreist sind. Je weiter die beiden Quoten auseinanderliegen, desto stärker weicht auch das Ergebnis von dieser symmetrischen Beispielrechnung ab.
Dasselbe Handicap kann bei zwei Anbietern in unterschiedlichen Preisregionen stehen. Wer zwanzig Wetten auf Handicap-Märkte mit je 5 % Marge abschliesst und ebenso viele mit je 10 %, der hat nach einem Jahr über die Einsätze gerechnet denselben Unterschied im Erwartungswert, den er sich mühsam über die Auswahl der Spiele erarbeitet — die Marge muss man nicht schlagen, sie ist der Ausgangspunkt jeder Rechnung. Und die Rückerstattung bei einem ganzen Handicap ist keine Gebühr, die zurückkommt, sondern ein Gewinnfall, der ausfällt.
Asiatische Wetten in der Praxis: Handicap addieren, Spielstand prüfen, Ergebnis rechnen
Wer die Logik einmal durchgerechnet hat, trifft dieselbe Frage im Live-Betrieb wieder — und dort zum ersten Mal in einer Form, die nicht in ruhiger Vorbereitung zu beantworten ist.
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0. Steht es also 1:0 in der 60. Minute und das Live-Handicap lautet -0,5, dann bezieht sich diese Zahl nicht auf das Gesamtergebnis, sondern auf alles, was noch kommt. Eine Mannschaft, die 1:0 führt, kann also eine -0,5-Live-Wette verlieren, wenn der Gegner noch ausgleicht — auf dem Wettschein stand ein Vorsprung, in der Rechnung stand keiner.
Das ist die Falle, in die man in den letzten zwanzig Minuten eines Spiels am ehesten tappt, weil dann jeder Treffer schwerer wiegt und die Quoten in Bewegung sind. Man sollte sich vor dem Absetzen fragen, worauf sich die Zahl bezieht, die neben der Quote steht. Die Antwort steht im Wettprogramm und nicht im Spielstand.
Was der Wettschein am Ende auszahlt
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Diese 5-Rappen-Stufe ist keine Nebensache. Sie ist die kleinste Einheit, in der überhaupt ausgezahlt wird. Wer einen Gewinn von CHF 7,48 errechnet, bekommt CHF 7,45. Über viele Wetten hinweg läuft dieser Betrag in eine Richtung, und er läuft nicht zu Gunsten des Wettenden. Kein Skandal, aber auch keine Fussnote.
Bei Kombinationen ist deshalb Vorsicht angebracht: Ein Viertel-Handicap, das zwei Wetten im selben Wettschein erzeugt, und eine Kombination aus mehreren Voraussagen multiplizieren sich in ihrer Wirkung auf die Gesamtquote. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt dort CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.
Wer in einer Kombination aufeinander bezogene Ereignisse desselben Wettbewerbs kombinieren will, kann das bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das sollte man wissen, bevor man eine Kombination aus Handicap und Torschützenmarkt baut.
Wenn das Spiel nicht stattfindet
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Bei Live-Wetten gilt das ebenfalls, und dort wird es schnell unübersichtlich. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Wer bei einem Elfmeter in der 89. Minute schnell noch eine Live-Wette abschickt, sollte nicht erwarten, dass sie zu den Bedingungen gilt, die er gesehen hat. Der Ausgang kann eingetroffen sein, bevor der Klick auf dem Server ankam.
Und die Spielzeit selbst ist genau definiert: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten im Fussball — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Handicap, das nach 90 Minuten rechnerisch aufgeht, geht nach 120 Minuten möglicherweise nicht mehr auf. Auch das entscheidet nicht die Wahrnehmung, sondern das Wettprogramm.
Schritt für Schritt zu einer Handicap-Wette
Der Ablauf selbst ist kürzer, als die Erklärungen vermuten lassen. Man wählt eine Partie und entscheidet, wie viel Verschiebung man der Mannschaft zutraut, auf die man setzen will. Man sucht die passende Handicap-Stufe im Wettprogramm — ganzes, halbes oder Viertel-Handicap — und vergleicht die Quote mit der, die ohne Handicap angeboten wird. Man rechnet einmal durch, in welchem Ergebnisbereich die Wette gewinnt, in welchem sie zurückkommt und in welchem sie verliert. Erst dann setzt man, und bei einem Live-Handicap prüft man vorher, ob sich die Zahl auf die Restspielzeit bezieht.
Wer diese vier Schritte überspringt, handelt am Ende nicht auf einem ausgeglichenen Markt, sondern auf einem, dessen Mechanik er nicht kennt. Der eine oder andere verwechselt das mit Pech.
Die Rangliste: zehn Anbieter und die Kriterien, die den Unterschied machen
Diese Vergleichstabelle sortiert die Anbieter, die einem wettenden Schweizer begegnen — die zwei bewilligten Veranstalter zuerst, danach die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Reihenfolge folgt der rechtlichen Stellung und nicht der Güte der Quoten.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos – Sporttip | Schweizer Bewilligung: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sportwetten unter dem Namen Sporttip |
| Loterie Romande – Jouez Sport | Schweizer Bewilligung: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport |
| BetOnRed | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betclic | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| myBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Coolzino | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | Ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nach den vorliegenden Angaben nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die beiden Zeilen oben und die acht darunter gehören nicht in einen Topf, und die Tabelle lässt das absichtlich nicht verschwimmen. Die erste Gruppe ist durch das Gesetz auf zwei Veranstalter begrenzt und arbeitet unter Schweizer Aufsicht, in einem Vertragsgebiet, mit Anbindung an das Sperrregister, mit Wohnsitzpflicht und mit einem Rechtsweg. Die zweite Gruppe ist ausdrücklich als Referenz gelistet, weil Schweizer Spielende ihr begegnen — nicht weil sie eine gleichwertige Alternative wäre. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft, und keine Zeile dieser Tabelle sollte man so lesen, als hätte sie eine.
Die Bewertung der einzelnen Marken folgt denselben Kriterien, die auf einem Schweizer Wettschein ohnehin über die Auszahlung entscheiden: die Marge im Markt, die Limiten, das Mindestalter und die Verfügbarkeit von Live- und Handicap-Märkten. Was davon für die einzelnen Marken bekannt ist, steht in den folgenden Abschnitten.
Anbieter im Vergleich: jeder Weg und der Leser, für den er taugt
Die Reihenfolge hier ist die der Tabelle und weicht nicht ab. Zwei Schweizer Veranstalter, acht ausländische Marken. Wer die Abschnitte unterhalb liest, sollte eine Sache im Kopf behalten: Beide Gruppen sind auf derselben Skala bewertet, und ein gutes Ergebnis in einem Bereich wiegt eine fehlende Bewilligung nicht auf.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit dem grössten Vertragsgebiet
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa. Das ist eine der beiden Bewilligungen, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Das ist die grösste Abdeckung, die ein Schweizer Anbieter erreichen kann, und in der Deutschschweiz faktisch die einzige.
Bei den Limiten setzt Sporttip den Rahmen selbst: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Diese Werte kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für Viertel-Handicap-Wetten mit kleiner Aufteilung ist der Mindesteinsatz von CHF 1 praktisch bedeutungslos, weil er sich auf die zwei Teile aufteilt — für Systemwetten und Kombinationen dagegen ist die Limite von CHF 1’000 schnell erreicht.
Zur Auszahlung kommt der Kombiboost, der nur online für Prematch, Live und Systemwetten gilt und mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Punkt, an dem dieses Paket für einen bestimmten Leser kippt, ist der Cash-Out. Er ist verfügbar, aber schmaler als er klingt: nur online, nur vollständig, ohne Teilauszahlung, mit einem Betrag unter dem möglichen Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg und ohne Garantie für jeden Markt. Wer ein Handicap live absichert, muss die ganze Position schliessen — genau die Hälfte, die er behalten wollte, lässt sich nicht herausnehmen.
Was unter dem Strich bleibt: die einzige Bewilligung mit einem Vertragsgebiet über die halbe Deutschschweiz hinaus, dafür mit dem engsten Korsett bei Live-Ausstiegen. In einem Markt, dessen Auswahl ohnehin von oben begrenzt ist, ist das keine Kritik an der Quote, sondern eine Frage der Passung.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Status, andere Zahlen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung entspricht im Status jener von Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, beaufsichtigt von der Gespa.
Ein Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD oder VS offen. Damit ist die Westschweiz vollständig abgedeckt und der Rest des Landes ausgeschlossen.
Die Limits unterscheiden sich spürbar von jenen des Deutschschweizer Veranstalters: Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Höchstgewinn: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Der Höchsteinsatz von CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten ist die Zahl, an der sich die Entscheidung festmacht. Wer mit CHF 1’000 auf einen Handicap-Markt gehen will — bei Sporttip möglich —, kann das hier nicht. Wer regelmässig mit 2 bis 10 Voraussagen in Multiples arbeitet, findet umgekehrt im Wettschein eine Obergrenze von CHF 7’500 und einen separaten Höchstgewinn vor, der bei dieser Spielform zum eigentlichen Massstab wird.
Ein zweiter Unterschied mit Folgen: Der Mindesteinsatz von CHF 2 liegt über jenem von Sporttip. Bei einem Viertel-Handicap, das den Einsatz intern auf zwei Wetten aufteilt, ist das kein echtes Hindernis — der Mindestbetrag gilt pro Wettschein. Bei kleinen Ausprobierwetten mit mehreren Wettscheinen hintereinander summiert sich der Unterschied jedoch, und das nicht zu Gunsten des Westschweizer Veranstalters.
Im Vergleich gewinnt dieses Angebot dort, wo Mehrfachwetten und höhere Gesamtgewinne im Spiel sind: Der Höchstgewinn von CHF 1’000’000 für ein Multiple liegt über dem, was ein einzelner Wettschein bei vielen Anbietern hergibt. Es verliert dort, wo sehr hohe Einzelbeträge auf einen einzigen Markt gesetzt werden sollen.
BetOnRed, BassBet, Jackbit, Betclic, myBet, BDMBet, Coolzino und BetFury: ausländische Referenzmarken
Diese acht Marken werden hier nicht als gleichwertige Wahl geführt, und der Grund steht in ihrem Status und nicht in ihrem Produkt. Keine davon besitzt eine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung ist nach den vorliegenden Angaben jeweils nicht festgestellt, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung (Art. 4 BGS). Keine dieser Marken ist an das Schweizer Sperrregister angebunden, keine bietet einen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren.
Was diese Marken für einen wettenden Schweizer dennoch interessant macht, ist die Struktur ihres Angebots, und genau dort liegt die ehrliche Antwort auf die Frage, wem sie nützen. Sie arbeiten nicht unter einer geschlossenen Liste von Sportarten und Wettarten, wie sie die Gespa führt. Wer dort eine Handicap-Variante auf einen Frauenwettbewerb sucht, der in der Schweiz nur dann auf dem Wettschein stehen darf, wenn er ausdrücklich auf der Liste steht, findet sie unter Umständen. Das ist der Vorteil und gleichzeitig die ganze Rechnung.
Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis des Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer über einen ausländischen Anbieter spielt, sollte diesen Punkt klären, bevor er ihn als Argument für sich verbucht.
Und es gibt einen zweiten Kostenpunkt, der zur Kenntnis gehört, weil er ausländische Angebote auf den ersten Blick billig erscheinen lässt: Für die Anbindung an das schweizerische Sperrsystem gibt keine dieser Marken eine Garantie. Wer sich zuvor selbst gesperrt hat, kann dort weiter spielen. Das ist keine Frage des Produkts und auch keine des Geschmacks. Wer auf eine solche Seite ausweicht, muss vorher wissen, dass er auf seine eigene Disziplin allein gestellt ist.
Was bleibt, ist eine nüchterne Einordnung: acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, aufgeführt als Referenz, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — nicht als Empfehlung. Wer ausschliesslich den Schweizer Rechtsweg und den Schutz des Sperrregisters will, findet ihn nicht bei ihnen. Wer ein Marktangebot sucht, das über die Schweizer Liste hinausreicht, findet es dort und zahlt den Preis in der fehlenden Absicherung. Diese Wahl sollte man bewusst treffen und nicht in einem Moment, in dem eine Quote besonders gut aussieht.
Wie die Margenrechnung die Rangfolge verschiebt
Die Reihenfolge dieser Liste folgt der Bewilligung und nicht der Auszahlungsquote, und das ist eine bewusste Entscheidung dieser Seite. Wer zwei Wettscheine vergleicht und dabei nur auf die angebotenen Quoten schaut, vergleicht zu wenig. Bei einem Zweiwegemarkt mit je 1,90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei 95 % und die Marge bei 5 %; bei je 1,85 liegt sie bei 92,5 % und die Marge bei 7,5 %; bei je 1,75 bei 87,5 % und 12,5 %. Man kann also auf einem Markt mit geringer Marge verlieren und auf einem mit hoher Marge gewinnen — der Unterschied liegt darin, wie viel man über viele Wetten hinweg in die Rechnung gibt.
Für einen Leser ist das die Handlungsanweisung dieser Seite: Zuerst klären, ob ein Anbieter überhaupt eine Schweizer Bewilligung hat, weil das die Frage entscheidet, wer im Streitfall zuständig ist. Dann auf die Limiten schauen, weil die eigenen Pläne an ihnen scheitern können, bevor sie an der eigenen Disziplin scheitern. Und erst danach die Quoten vergleichen, weil sie sich zwischen zwei Partien ohnehin verschieben.
Das ist die Wahl, um die es hier geht: nicht «welcher Anbieter ist der beste», sondern «welcher Weg passt zu welchem Leser». Ein Deutschschweizer, der Eishockey, Fussball und eine überschaubare Zahl Einzelwetten spielt, findet bei Sporttip ein Konto mit CHF 1 Mindesteinsatz und CHF 1’000 Höchsteinsatz und einem Vertragsgebiet, das ihn auch im Tessin abdeckt. Ein Westschweizer, der Mehrfachwetten mit hohen Gesamtgewinnen bevorzugt, findet bei Jouez Sport einen Höchstgewinn von CHF 1’000’000 für ein Multiple, muss aber mit CHF 500 Höchsteinsatz auf einer Einzelwette auskommen. Und wer über eine ausländische Marke spielt, verzichtet auf Schweizer Recht, Sperrregister und Steuerfreiheit nach Schweizer Praxis.
Ein Handicap von -1 rechnet sich überall gleich. Was sich unterscheidet, ist alles drumherum.
Was asiatische Handicap-Wetten aus der klassischen Dreiweg-Wette macht
Die Kurzfassung steht schnell auf dem Papier: Die asiatische Wette gibt es in den Varianten mit ganzem, halbem und Viertel-Handicap, und ihr Kennzeichen ist, dass eine Seite entweder verliert, gewinnt oder mit dem Einsatz zurückkommt. Der Wettmarkt gilt als vor allem bei Fussballwetten verbreitet und als in Asien entwickelt.
Der Vergleich mit der Dreiweg-Wette ist der zweckmässigste Einstieg, weil die beiden Formen dieselbe Frage unterschiedlich beantworten. Bei der Dreiweg-Wette stehen drei Quoten nebeneinander, und der dritte Ausgang — das Unentschieden — ist ein eigener Fall mit eigener Quote. Beim asiatischen Handicap gibt es zwei Quoten, und der dritte Fall entsteht nur dort, wo das Handicap ein Unentschieden rechnerisch zulässt. Bei einem halben Handicap gibt es ihn überhaupt nicht. Bei einem ganzen Handicap wird der Einsatz stattdessen zurückerstattet. Bei einem Viertel-Handicap ist er halb zurück.
Für einen Leser bedeutet das drei verschiedene Profile. Das halbe Handicap ist die klarste Wette: zwei Ausgänge, keine Rückerstattung, in der Regel die bessere Quote. Das ganze Handicap ist die vorsichtigere Form: Man tauscht einen Teil des Gewinnfalls gegen eine Rückerstattung in einem schmalen Ergebnisbereich. Das Viertel-Handicap ist die flexibelste und die am schwersten zu überblickende.
Warum die Zahl «asiatisch» heisst
Der Markt gilt als in Asien entwickelt, und tatsächlich hat er sich dort als Instrument für Wettende durchgesetzt, die keine Lust auf einen eigenen Remis-Ausgang hatten. Auf dem Schweizer Wettschein trägt er denselben Namen, obwohl ein Handicap auf eine Schweizer Partie genauso anwendbar ist wie auf eine asiatische. Das missverständliche Wort sollte man einmal richtig einordnen und dann vergessen.
Wer zu welcher Variante greift
Ein Leser, der eine Mannschaft für stärker hält, aber das Ergebnis nicht präzise vorhersagen will, greift zum halben Handicap und nimmt die bessere Quote in Kauf, weil er das Remis ohnehin für unwahrscheinlich hält. Wer eine Mannschaft für deutlich stärker hält, aber einen knappen Sieg nicht ausschliessen kann, nimmt ein ganzes Handicap und akzeptiert, dass der Gewinn im knappen Fall nicht kommt und der Einsatz stattdessen zurückfliesst. Und wer zwischen zwei Stufen schwankt — überzeugt, aber nicht sicher —, wählt ein Viertel-Handicap und halbiert damit den einen wie den anderen Effekt.
Das ist keine Systematik, mit der man gewinnt. Es ist eine Systematik, mit der man versteht, worauf man setzt. Zu dieser Einordnung gehört ein Satz, der auf keiner Werbeseite steht und der ebenfalls nüchtern ist: Nur in der Schweiz bewilligte Anbieter, also Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, dürfen hier überhaupt Sportwetten anbieten, und nur die von der Gespa geführte Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten entscheidet, welche Handicap-Märkte darauf stehen. Ausländische Marken sind Referenz, keine Alternative mit Schweizer Schutz.
Der Markt und die Quote, die man vergisst
Ein letzter Punkt, der beim Einsteigen fast immer fehlt: Ein Handicap verändert nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Verhältnis der Quoten zueinander. Das Remis fällt weg, und die beiden verbleibenden Seiten tragen die Marge allein. Bei je 1,90 auf beiden Seiten eines Zweiwegemarkts steckt darin eine Marge von 5 % — man gibt also rund 5 % des Einsatzes in die Rechnung, ganz gleich, wie gut die Auswahl ist. Wer regelmässig auf Handicap-Märkte setzt, sollte diese Zahl kennen und die Märkte danach auswählen, statt die Auswahl nach Bauchgefühl zu treffen.
Fragen und Antworten zu asiatischen Handicap-Wetten
Was sind Asian-Handicap-Wetten?
Beim Asiatischen Handicap startet eine Partei mit einer niedrigeren Wertung, die zum tatsächlichen Endergebnis addiert wird. Der Markt hat zwei Seiten statt drei. Der Wettmarkt gilt als hauptsächlich bei Fussballwetten verbreitet und als in Asien entwickelt. Die Regeln sind einfach, die Auszahlung hängt aber an der Rechenschrittfolge.
Wie unterscheiden sich asiatische Wetten von der 1×2-Wette?
Die Dreiweg-Wette bietet drei Ausgänge mit drei Quoten, darunter das Unentschieden als eigenen Fall. Beim asiatischen Handicap gibt es zwei Ausgänge. Das Remis verschwindet je nach Handicap-Stufe ganz, führt zur Rückerstattung des Einsatzes oder zur Halbierung. Die Marge verteilt sich dadurch auf zwei statt drei Quoten.
Was bedeutet ein Viertel-Handicap wie +0,25 für den Einsatz?
Bei einem Viertel-Handicap wird der Einsatz auf zwei Wetten aufgeteilt. Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten. Geht das Spiel unentschieden aus, wird eine Hälfte zurückerstattet und die andere gewinnt.
Was passiert bei einem ganzen Handicap, wenn die Rechnung aufgeht?
Beim ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit einem Handicap von -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück. Halbe Handicaps wie +0,5 oder -0,5 kennen diese Rückerstattung nicht, weil bei ihnen immer eine Seite gewinnt.
Wer entscheidet, ob ein Handicap-Markt in der Schweiz angeboten werden darf?
Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen sie anbieten. Welche Handicap-Märkte zulässig sind, entscheidet die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten — nicht der Anbieter und nicht der Wettende.
Wie wirkt sich die Marge in den Quoten auf Handicap-Wetten aus?
Die Marge ist der Teil, den der Anbieter einbehält. In einem Zweiwegemarkt mit je 1,90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei 95 % und die Marge bei 5 %; bei je 1,85 steigt die Marge auf 7,5 %, bei je 1,75 auf 12,5 %. Über viele Wetten hinweg ist dieser Betrag ein fester Kostenfaktor.
Darf man für so etwas überhaupt werben?
Die Werbung darf nicht aufdringlich und nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS). Das ist der Grund, weshalb ausländische Marken auf einer Schweizer Seite beschrieben und bewertet, aber nicht empfohlen werden dürfen.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Wie hoch ein Bonus ist und unter welchen Bedingungen er gilt, steht ausschliesslich in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.
Wettarten – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
