Was ein Quotenrechner wirklich ausrechnet – und wo die Rechnung aufhört

Updated Oktober 2026
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Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Informationen der Gespa und die von den Veranstaltern selbst veröffentlichten Teilnahmebedingungen geprüft.

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Ein Quotenrechner ist ein Taschenrechner mit einem einzigen eingebauten Satz. Er nimmt einen Einsatz, multipliziert ihn mit der eingegebenen Quote und gibt eine Zahl zurück. Er kennt die Mannschaften nicht, er kennt die Verletztenliste nicht, und er weiss nicht, ob Sie das Geld für die Miete brauchen. Was er tut, tut er korrekt. Der Rest der Arbeit liegt bei Ihnen, und genau dort entscheidet sich, ob die Zahl auf dem Bildschirm etwas wert war.

Wer in der Schweiz eine Sportwette platzieren will, hat es dabei mit einer sehr kleinen Auswahl zu tun. Zwei Veranstalter dürfen es, Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, und jeder von ihnen bedient ein eigenes Gebiet, in dem ein Onlinekonto überhaupt erst eröffnet werden kann. Alles andere, was auf dem Bildschirm eines Schweizer Wettenden auftaucht, hat hier keine Bewilligung. Das ist der Rahmen, in dem jede Rechnung stattfindet, und der Rahmen ist enger, als die Werbung vermuten lässt.

Die folgende Ausarbeitung geht den Weg von der Sache her: zuerst, woran eine Wette überhaupt gemessen wird, dann die Rechenformen, dann die zwei erlaubten Wege und die, die nur so aussehen, und zum Schluss die Regeln, die den Rahmen setzen. Wer nur eine Zahl sucht, wird sie finden. Wer wissen will, ob die Zahl stimmt, muss weiterlesen.

Zuerst das Budget, nicht die Quote: warum Limiten vor jeder Rechnung stehen

Die Rechnung lässt sich auf einem Bierdeckel machen. Die Verlustlimite nicht.

Wer in der Schweiz bei einem bewilligten Veranstalter mittun will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage hinterlegen.

Das sind die Zahlen, und es lohnt sich, sie einen Moment stehen zu lassen. Der Regelfall ist nicht der eines Spielers, der CHF 9’999 riskiert – der Regelfall ist jemand, der eine Limite setzt, sie zweimal unterbietet und beim dritten Mal merkt, dass sie zu hoch angesetzt war. Genau dafür sind die 72 Stunden da. Eine Erhöhung, die sofort wirken würde, wäre keine Limite, sondern eine Verzierung.

Was ein Quotenrechner hier leistet, ist bescheiden und trotzdem nützlich: Er zeigt Ihnen, was ein bestimmter Einsatz bei einer bestimmten Quote zurückbringt, bevor Sie ihn abschicken. Damit können Sie den Einsatz an der Limite ausrichten statt umgekehrt. Wer mit 20 Franken in der Woche arbeitet, für den ist eine Quote von 5.50 uninteressant, wenn die Limite schon zur Hälfte verbraucht ist. Der Rechner ist dann kein Gewinnversprecher, sondern ein Budgetwerkzeug.

Die Spielsperre steht über allem

Wer sich bei Swisslos sperren lässt, sperrt sich produktbezogen für einen bis 180 Tage, ohne dass die Sperre vor Fristablauf aufgehoben werden kann. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein.

Für einen Rechner heisst das: Er hat keine Meinung zum Thema. Er rechnet ein Kombinationsfeld auch für jemanden durch, der gerade gesperrt ist, und er rechnet es genauso durch wie für alle anderen. Die Sperre wirkt unabhängig von jeder Berechnung, und wer sie nicht im Blick hat, hat den einzigen Teil des Themas übersehen, bei dem es um mehr als Geld geht.

Ein Verlust pro Sperre, keine Staffel

Bei den Limiten der Veranstalter lohnt eine Unterscheidung, die in vielen Erklärungen unter den Tisch fällt. Ein Quotenrechner zeigt Ihnen Bruttozahlen. Er zeigt Ihnen nicht, ob die Wette dem eigenen Budget entspricht. Der wichtigste Punkt des Themas steht deshalb vor der Rechnung, und das ist keine Bescheidenheit, sondern die Reihenfolge, in der die Dinge wirken. Die Verlustlimite gilt für Verluste, die Einzahlungslimite für Einzahlungen, und die Spielsperre für beides zusammen. Drei verschiedene Instrumente, drei verschiedene Deckel, ein Konto. Wer die drei in einem Atemzug nennt, hat den Selbstschutz zu einem Slogan gemacht, und wer sie auseinanderhält, kann sich tatsächlich schützen.

Nebenbei: Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat weder das Register noch die Limiten im Rücken. Das ist kein moralischer Vorwurf an die Spielenden, sondern eine Frage der Mechanik. Wo keine Bewilligung ist, ist auch keine Behörde, die hinschaut.

Vom Rechenweg zur Marge: was der Rechner nicht zeigt

Die Grundformel ist kurz. Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einem Einsatz von 20 Franken und einer Quote von 2.10 sind das 22 Franken Reingewinn, plus die 20 zurück – 42 Franken in der Hand, wenn die Wette aufgeht.

Sichtbar wird dabei ein zweiter Punkt. Die Bruttozahlen, die eine Formel liefert, sind korrekt und trotzdem nicht das ganze Bild, weil in jeder Quote bereits die Marge des Veranstalters steckt. Sie ist der Preis, den der Rechner niemals ausweist, und deshalb ist die Grundlagen-Sektion dieser Seite nicht die Rechenregel, sondern die Frage, wogegen man rechnet.

Eine Beispielquote, die niemand angeboten hat – und was sie zeigt

Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen, ausdrücklich als Beispiel und nicht als irgendwo abgelesene Quote: 1.90 und 1.90. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte beider Wahrscheinlichkeiten, also aus eins geteilt durch 1.90 plus eins geteilt durch 1.90. Das sind rund 1.0526. Der Kehrwert davon – das, was der Markt anteilig zurückzahlt – liegt bei etwa 0.95. Die Marge ist die Differenz zur Eins.

Praktisch heisst das: Bei einem Einsatz von 100 Franken über diesen Markt hinweg zahlt der Veranstalter im Durchschnitt rund 95 Franken an die Wettenden aus, und er behält nämlich rund 5 Franken. Die Marge liegt damit bei etwa 5 Prozent, und die Aussage dazu wird erst dann brauchbar, wenn man sie mit einer Zahl aus einem echten Wettschein vergleicht. Bei zwei Ausgängen, die genau gleich wahrscheinlich sind, gibt es keine Ausrede: Die ausgeglichene Preisgestaltung ist hier die schlechteste für den Spielenden, weil sie zwei Buchhalter gleich viel verdienen lässt.

Der Reingewinn einer einzelnen Wette bleibt davon unberührt – er ist Einsatz mal (Quote minus 1), ganz unabhängig davon, wie der Markt gebaut ist. Nur die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Reingewinn eintritt, sinkt mit jedem Prozentpunkt Marge, und zwar einseitig zu Lasten des Wettenden. Ein Quotenrechner kann das nicht anzeigen, weil er den ganzen Markt gar nicht vor sich hat. Er sieht eine Zahl, die Sie ihm eingeben.

Für den Erwartungswert über viele Wetten folgt daraus eine Faustregel, die man mit jedem Taschenrechner nachvollziehen kann: Rund 5 Prozent zurückbehaltene Marge bedeuten, dass aus einem langen Spielstrom über alle Gewinne und Verluste hinweg im Schnitt rund 95 Rappen pro eingesetztem Franken zurückkommt. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist der Grund, warum ein Quotenrechner ein Planungsinstrument ist und kein Einkommensmodell.

Zur Steuerung: Wer an mehreren Stellen im Wettschein die beste Quote sucht, senkt die Marge nicht. Der Marktpreis ist vor Ihnen gebaut, und Sie bekommen das, was innerhalb dieser Marge möglich ist.

Grundlagen: wie Quoten gelesen werden

Ein Quotenrechner rechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen durch. Die 20 ist die Obergrenze dessen, was Rechner dieses Typs abbilden, und das ist genau die Grenze, an der die Sache kippt: Bei so vielen Auswahlen wird die Rechnung mathematisch korrekt und praktisch uninteressant.

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Bevor man die Zahlen eingibt, muss man wissen, welche Art von Quote vor einem liegt. Ein Taschenrechner weiss das nicht. Drei Schreibweisen sind gängig, und sie bezeichnen dieselbe Chance: die Dezimalquote, die Bruchquote und die US-Quote. Eine Dezimalquote von 5.50 zahlt bei einem Einsatz von einem Franken 5.50 Franken aus und lässt 4.50 Franken Reingewinn übrig. Als Bruchquote geschrieben lautet dieselbe Zahl 9/2, als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250. Das Minuszeichen ist dabei nicht Teil des Preises, sondern eine Angabe über die Lage: Bei −250 muss man 250 Einheiten setzen, um 100 Einheiten Gewinn zu machen. Je kleiner die Dezimalquote, desto grösser der Einsatz, der für denselben Gewinn nötig ist.

Für Schweizer Wettscheine ist die Dezimalquote die relevante Schreibweise. Wer auf einer ausländischen Seite eine Zahl wie 2/5 oder −250 sieht, sollte nicht raten, sondern umrechnen – oder den Rechner dort nutzen, der das ohnehin tut. Wer zwei Schreibweisen für dieselbe Chance hält, weil die eine 1.40 und die andere 250 sagt, hat auf einem Wettschein nichts zu suchen.

Der Reingewinn folgt aus einem Satz, der so kurz ist, dass man ihn unterschätzt: Einsatz mal (Quote minus 1). Alles Weitere auf dieser Seite ist eine Variante davon.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: drei Arten zu multiplizieren

Bei einer Einzelwette multiplizieren Sie nichts. Ein Einsatz, eine Quote, ein Ausgang.

Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert. Der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und die Wette ist nur gewonnen, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Aus drei Quoten von 2.10, 1.85 und 1.60 wird eine Gesamtquote von 6’216, und diese Multiplikation ist der Teil, den ein Quotenrechner übernimmt. Zurückgezahlt wird bei einem Einsatz von 20 Franken rechnerisch 124.32 Franken; die Veranstalter runden das Ergebnis anschliessend. Genau an dieser Stelle wird die zweite Hälfte der Sache gern vergessen: Die Trefferchance sinkt mit jedem weiteren Spiel, während die angezeigte Auszahlung steigt. Beide Bewegungen sind echt, und die zweite ist die schnellere.

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben. Jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe. Bei drei Auswahlen «2 aus 3» entstehen drei Zweier-Kombinationen, jede davon eine eigene Wettreihe mit eigener Quote. Wer einen Einsatz auf das System setzt, setzt ihn nicht auf die Gesamtquote, sondern auf jede Wettreihe einzeln – ein Punkt, der den Reingewinn überraschend klein ausfallen lässt, wenn man ihn nicht vorher gesehen hat.

Es lohnt sich, an dieser Stelle nüchtern zu bleiben. Eine Kombination aus fünf Ereignissen mit Quoten um 2.00 hat eine Gesamtquote von 32, und sie geht nicht in 95 Prozent der Fälle auf. Der Rechner zeigt die 32. Er zeigt nicht, wie oft sie eintritt.

Warum zwei identische Quoten im Markt kein Zufall sind

Ein letzter Punkt zur Marge, weil er die Zahl in Perspektive setzt: Die ausgeglichene Zwei-Weg-Preisgestaltung ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Wetten auf Favoriten tragen in der Regel eine andere Marge als Wetten auf Aussenseiter, und Live-Märkte tragen eine höhere als Prematch-Märkte. Wer die Beispielrechnung mit 5 Prozent zur Hand hat, kann sie also nicht einfach auf jeden Markt übertragen. Sie ist eine Orientierung für einen ausgeglichenen Markt, mehr nicht.

Wer das wissen will, kann es an einem beliebigen Wettschein selbst nachrechnen: Kehrwerte der angebotenen Quoten addieren, Eins durch die Summe teilen – das ist die Auszahlungsquote, der Rest ist Marge. Das ist dieselbe Rechnung, die in dieser Erklärung angestellt wurde, nur mit echten Zahlen.

Der Rechner und sein Wirkungsbereich: wo Werkzeuge enden

Ein Werkzeug ist so gut wie sein Datensatz. Bei einem Quotenrechner ist der Datensatz Ihre Eingabe, und die Lücke entsteht nicht im Rechner, sondern davor.

Der naheliegendste Fall: Rechner ausländischer Anbieter rechnen auch Wettformen durch, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Das ist keine Fehlfunktion, sondern die Folge davon, dass zwei völlig verschiedene Produkte dieselbe Rechenregel benutzen. Über der Schweiz liegt eine geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Was dort nicht steht, wird hier nicht angeboten – und trotzdem versorgt Sie ein Rechner von irgendwo mit einer Zahl dafür. Ein schönes Beispiel dafür, wie viel Rechenleistung man auf eine Wette verwenden kann, die auf einem Schweizer Wettschein nie existieren wird.

Aus dieser Geschlossenheit folgen eine Reihe von Eigenheiten, die für die Rechnung relevant sind, weil sie die Eingabe verändern.

Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie dort geführt werden. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Es gibt keine Ecken- und Kartenmärkte. Esports erscheint nicht auf der Liste. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Wer seine Kombination aus diesen Bausteinen baut und einen ausländischen Rechner benutzt, kann sich leicht eine Quote zusammenstellen, die hier nie angeboten wird.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wo der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte sieht das Gesetz nicht vor. Ein Quotenrechner braucht davon nichts zu wissen, weil er Live- und Prematch-Quoten gleich behandelt. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für jemanden, der eine Kombination rechnet, in der eine Live-Wette steckt, sind das drei Szenarien, in denen die schöne Zahl auf dem Bildschirm auf 1.00 fällt.

Unabhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Rechner fragt nicht, ob die Komponenten einer Kombination voneinander unabhängig sind. Er multipliziert, was dasteht.

Der Cash-Out und die Zahl, die schrumpft

Cash-Out ändert die Rechnung vollständig und in eine Richtung, die niemandem gefällt. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Und es gibt keine Garantie, dass Cash-Out für jede Wette angeboten wird.

Wer die Entscheidung vorbereiten will, kann sich eine Zahl vorab selbst herleiten: Der Cash-Out-Betrag bewegt sich unterhalb des rechnerischen Gewinns aus Einsatz mal (Quote minus 1), und wie weit darunter, steht nicht im Voraus fest. Ein Quotenrechner liefert dafür keinen Wert, und er sollte es auch nicht vortäuschen. Der Boost verfällt übrigens, wenn man per Cash-Out aussteigt.

Die zwei Wege mit Bewilligung und die Wege daneben

Die Wahl ist der Punkt, an dem dieser Vergleich für einen Schweizer Wettenden wirklich beginnt. Es gibt genau zwei bewilligte Wege, und beide haben ein Merkmal, das kein Marketing wegnimmt: Sie stehen nur Personen offen, die im jeweiligen Gebiet wohnen.

Wie sich die bewilligten Angebote unterscheiden

Veranstalter Produkt Bewilligungsstatus Gebiet für das Onlinekonto Veranstalterin
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Deutschschweizer Kantone, Tessin und Fürstentum Liechtenstein SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne

Daneben stehen acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Sie in eine Tabelle zu setzen, in der eine Spalte die Schweizer Bewilligung abfragt, würde für alle acht dieselbe Zeile achtmal wiederholen. Deshalb steht die Einordnung im Text und nicht in einer Spalte: Für alle acht gilt, dass keine Schweizer Bewilligung besteht, dass die angegebene Lizenz in der Schweiz keine Wirkung hat, dass keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht und dass kein Schweizer Rechtsweg offensteht. Ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen und werden dann von den Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert.

Die Bewilligung ist kein Marketingmerkmal

Wer die Tabelle liest, sieht zwei Zeilen und acht Marken darunter. Der Unterschied ist nicht graduell.

Die Bewilligung nach dem Geldspielgesetz erlaubt zwei Dinge gleichzeitig: den Betrieb und das konkrete Spiel. Und sie gilt nur in der Schweiz. Wer hier spielt, spielt innerhalb eines Systems, in dem die Limiten, das Sperrregister und die Auszahlung auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers garantiert sind. Wer ausserhalb spielt, spielt ohne dieses System – nicht schlechter, aber anders, und ohne Kontrolle darüber, welche Regeln der Anbieter heute gelten lässt.

Das ist die Wahl, um die es auf dieser Seite geht. Der bewilligte Weg ist eng: zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog an Sportarten und Märkten, Wohnsitzvoraussetzung, Ausweiskontrolle. Der andere Weg ist breiter und billiger zu haben und liefert dafür nichts, was man notfalls einklagen könnte.

Die Prüfung der Lizenzangaben

Bei den beiden Schweizer Veranstaltern prüft die Gespa. Bei allen anderen liegt keine Angabe zur bewilligungsrelevanten Lizenz vor, und das hat hier keine Kraft. Wer eine Marke ernsthaft prüfen will, fragt nicht nach einem Lizenzlogo, sondern nach der Aufsichtsbehörde, die es ausgestellt hat, nach der Registernummer und nach der Stelle, an die man sich wendet, wenn eine Auszahlung nicht ankommt. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung führt die dritte Frage ins Leere.

Die Rechtslage: warum hier nur zwei Veranstalter rechnen dürfen

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Zuständig ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; die Eisenbahn- und Schifffahrtsaufsicht ist nicht zuständig, weil sie nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht immer zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel.

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos organisiert Sporttip, die Loterie Romande Jouez Sport. Es gibt keine weitere Liste bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Für ein Onlinekonto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im jeweiligen Geschäftsgebiet. Das ist keine Formalität, sondern die Grenze, an der sich entscheidet, welcher der beiden Wege für Sie überhaupt einer ist. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Reinerträge gehen gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.

Was in der Schweiz überhaupt angespielt werden darf

Der erlaubte Katalog ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Liste, die in der Fassung vom 10.09.2026 gilt, gestützt auf das Geldspielgesetz und die Verordnung. Nur Sportwettkämpfe stehen darauf – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt.

Wer wissen will, ob eine bestimmte Wette auf einem Schweizer Wettschein existieren kann, prüft die Liste und nicht die Werbung. Der Unterschied ist im Alltag schnell einmal spürbar, und die Beispiele sind oben schon aufgeführt: keine Ecken- und Kartenmärkte, kein Esports-Bereich, keine Wetten auf Trainingsläufe, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie geführt werden. Wer live wettet, muss damit rechnen, dass das Angebot enger ist als auf einem Rechner, den niemand hier reguliert.

Der Schutz, der hier für Sie arbeitet

Ein Sportwettangebot in der Schweiz steht Menschen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind online nicht zugelassen. Ein Konto pro Person, mit verifizierter Identität. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung nach Verordnung nach 24 Stunden, und die beiden Schweizer Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich fixierten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.

Das Sperrsystem arbeitet flächendeckend: Überschuldete oder suchtgefährdete Personen und Selbstsperren werden in einem gemeinsamen Register erfasst. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle beteiligt ist. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Eine Zahl, die man kennen sollte, weil sie die Erwartung an die Kontrolle an Verkaufsstellen relativiert: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent der 200 Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Veranstalter in Sachen Jugendschutz für lückenlos hält, hat die Lücke schriftlich.

Auszahlung, Konto und Steuern

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und eine Kreditgabe an Spielende ist denselben Bedingungen zufolge ausgeschlossen. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache.

Steuerlich ist die Lage für den typischen Wettenden entspannter, als viele annehmen. Gewinne aus in der Schweiz erlaubten Grossspielen – Sportwetten gehören dazu – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab – hier gilt «je nach Kanton», nicht eine einzige kantonale Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man zurückholt, indem man den Gewinn in der Steuererklärung deklariert. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Anders sieht es bei Gewinnen aus, die bei ausländischen Anbietern anfallen. Dort gibt es keine Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis – Thurgau ist ein dokumentiertes Beispiel – Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Das ist der Punkt, an dem die Rechnung eines ausländischen Rechners auf einmal eine andere Steuerfahne hat. Wer es genau wissen will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Werbung, Gratisspielguthaben und der ausländische Weg

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Für Glücksspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist Werbung verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.

Draussen vor der Tür sieht es so aus: Eine ausländische Bewilligung – ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Die Spielenden werden nicht bestraft. Einsätze und Gewinne können jedoch in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Fairplay-Schutz existiert nicht.

Zur Blockade: Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – ein Verfahren, für das die Gespa selbst den Begriff des Domain-Hoppings verwendet. Sie nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home, und bet365 steht auf der Liste.

Zusammengefasst ist die ausländische Variante nicht die sichere Wahl und die bewilligte nicht die bequeme. Die eine bringt kein Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg mit, die andere nur zwei Veranstalter, einen geschlossenen Katalog an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Ausweiskontrolle.

Die zehn Marken im Vergleich und für wen sie taugen

Die Reihenfolge der folgenden Abschnitte folgt der Sache. Zuerst die zwei Veranstalter, deren Zahlen man nachrechnen kann, dann die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, über die sich in Bezug auf Limiten und Bedingungen nichts sagen lässt, was auf Schweizer Recht beruht.

Swisslos Sporttip: die Rechnung, die auf dem Rappen stimmt

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer nicht, kann es nicht – unabhängig davon, wie gut die Quoten sind.

Sporttip ist die einzige Adresse in diesem Vergleich, die den Rechenweg bis zur letzten Kommastelle dokumentiert. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Wer die Zahl aus einem fremden Rechner neben die Zahl aus dem eigenen Wettschein legt und eine Differenz findet, hat damit die Erklärung. Es ist keine Intransparenz, es ist die Rundungsregel.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Systemwettenden heisst das: Der Puffer zwischen Einzel- und Systemwette ist gross genug, um ein «X aus Y» sauber abzubilden. Der Wermutstropfen liegt im dritten Satz. Eine Wette über der Limite verschwindet nicht in einer Warteschlange, sie kommt schlicht nicht zustande.

Der Kombiboost gilt nur online und für Prematch, Live und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts dagegen gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und ebenfalls in Einsatz und Erhöhung limitiert. Wer die 100 Prozent liest und an eine Verdopplung der Auszahlung denkt, sollte die Mindestquote von 1.50 und die fünfzehn Voraussagen mitrechnen.

Bei abgesagten Ereignissen gibt es eine saubere Regel: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Eine Spannung, die man offen benennen muss: Sporttip ist der Anbieter mit der durchsichtigsten Rundungsregel in diesem Vergleich und gleichzeitig der einzige, dessen Cash-Out-Betrag ausdrücklich unter dem möglichen Gewinn liegt und jederzeit geändert werden kann. Beides ist wahr, und beides gehört in dieselbe Bewertung.

Was der Block zeigt, ist ein Produkt, das auf Nachvollziehbarkeit gebaut ist und dessen Grenzen dort liegen, wo der Einsatz grösser wird: bei der Annahme einer Wette über der Limite, beim Cash-Out-Betrag und bei der einmaligen Nutzung jedes Boosts. Wer die Rundung und die Rundungsregel versteht, hat hier den ruhigsten Wettschein der Schweiz.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Alternative

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Für jemanden, der aus Gewohnheit 1 Franken setzt, ist das ein Ärgernis, und es ist eines, das man kennt, bevor man den Wettschein ausfüllt.

Beim Höchstgewinn ist die Grenze grosszügig und trotzdem konkret: pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von zehn Voraussagen ist der eigentliche Charakterzug dieses Produkts. Wer einen Rechner mit 20 Auswahlen füttert, rechnet an Jouez Sport vorbei. Die Untergrenze von 1.10 erledigt den umgekehrten Fall: Sie schliesst die Kombinationen aus, mit denen man ein Restguthaben verwerten möchte, und macht aus einer Wette mit sehr kleiner Quote eine ungültig platzierte – ein Detail, das in einem Rechner nicht auftaucht und in der Praxis trotzdem auffällt.

Zwei Produkte, dieselbe Mathematik, zwei verschiedene Grenzen – die Westschweizer Variante ist die klarere, weil sie die Kombinationen zusammenführt statt sie zu dehnen. Wer 20 Voraussagen plant, plant ohnehin an der Realität vorbei, und hier sagt es ihm der Wettschein.

22Bet: ohne Schweizer Bewilligung

22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Angaben zu einer Lizenz haben in der Schweiz keine Wirkung. Das Konto hängt nicht am Schweizer Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domains können auf der Sperrliste der Gespa erscheinen und werden dann über DNS blockiert.

Das ist die ganze Sachlage, und sie gilt für jede der acht Marken, die hier folgen. Sie unterscheiden sich in ihrer Preispolitik, in ihrer Oberfläche und in der Sportart, in der sie stark sind, und sie unterscheiden sich nicht in dem Punkt, der für einen Schweizer Wettenden die Bewilligung betrifft.

Für einen gut informierten Nutzer mit einem Zweitkonto ausserhalb des Schweizer Rahmens ist eine solche Marke eine Wahl mit bekanntem Preis: keine Limiten im Schweizer Sinn, kein Register, kein Rechtsweg, und im Gewinnfall die kantonale Steuerpraxis, die oben beschrieben ist. Ob das ein fairer Tausch ist, entscheidet der Wohnsitz mit.

MyStake: ohne Schweizer Bewilligung

MyStake hat keine Schweizer Bewilligung, und es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister. Angaben zu einer Lizenz haben keine Wirkung in der Schweiz. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Rechtsweg zur Verfügung, und die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.

Interessant ist an dieser Marke vor allem, wie wenig sich sachlich über sie sagen lässt: kein Schweizer Rahmen, keine Limiten, die auf Schweizer Recht beruhen, kein Kontakt zu einer hiesigen Aufsichtsbehörde. Alles, was ein Rechner für sie auswirft, ist eine Zahl ohne Rückhalt.

Ein Konto dort ist eine Entscheidung gegen die Auffanglinie und für eine offene Zahl. Wer sie trifft, sollte sie bewusst treffen – und nicht, weil eine Seite mit einer Quote gut aussah.

Interwetten: ohne Schweizer Bewilligung, auf der Sperrliste

Interwetten hat keine Schweizer Bewilligung. Angaben zu einer Lizenz haben in der Schweiz keine Wirkung. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Die Gespa nennt Interwetten ausdrücklich im Zusammenhang mit blockierten Domains, die über DNS gesperrt werden und innerhalb von Stunden ersetzt werden.

Swisslos wirbt mit Kürzeln. Die Gespa notiert den Namen derselben Marke in ihrer Liste. Beides beschreibt dieselbe Marke, und nur eines davon ist überprüfbar.

Wer sich fragt, warum die Domain heute nicht erreichbar ist und morgen wieder, hat hier die Antwort: Es gibt keine Schweizer Bewilligung und entsprechend keine dauerhafte Adresse.

IviBet: ohne Schweizer Bewilligung

IviBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die angegebene Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Das Konto ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, und es gibt keinen hiesigen Rechtsweg. Die Domain kann von den Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden.

Der Name taucht in Marktübersichten regelmässig auf, und das ist der einzige Grund, ihn hier zu erwähnen. Eine Bewilligung für Schweizer Sportwetten hat die Marke nicht, und ohne sie ist jede Zahl auf dem Wettschein eine Zahl ohne Gegenseite.

Wie die anderen Marken ohne Bewilligung ist IviBet keine Option für jemanden, der die Schweizer Schutzinstrumente nutzen will – und die sind der einzige Teil dieses Themas, der im Streitfall etwas wert ist.

bet365: ohne Schweizer Bewilligung

bet365 hat keine Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt bet365 als eine Marke auf ihrer Sperrliste der ausländischen Domains, die über DNS blockiert werden. Angaben zu einer Lizenz haben in der Schweiz keine Wirkung. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.

Für einen Marktbeobachter ist das die interessanteste Pointe des Themas: Dasselbe Unternehmen, das die berühmteste Livewetten-Oberfläche der Welt betreibt, steht auf der Liste, die in der Schweiz den Zugang sperrt. Der Rahmen ist hier nicht verhandelbar, und die Platzierung einer Marke auf einer solchen Liste sagt nichts über ihre Qualität und alles über ihren Status.

Ein Konto dort ist ein Konto ohne Schweizer Rahmen. Wer das mit dem Auszahlungsverlauf und den eigenen Steuerpflichten abgleicht, hat die Entscheidung auf der richtigen Grundlage getroffen.

BC.Game: ohne Schweizer Bewilligung

BC.Game hat keine Schweizer Bewilligung. Keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain über die Sperrliste blockierbar.

Ein Punkt, der in diesem Zusammenhang mehr Gewicht hat als bei den anderen: Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht – Guthaben werden nur auf ein Zahlungsmittel im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Wer aus einem solchen Grund zu einer Marke ohne Bewilligung greift, tauscht ein Merkmal, das im Schweizer System gerade bewusst ausgeschlossen wurde.

Wer bei einer Marke ohne Bewilligung mit einem Konto arbeitet, für das kein Name hinterlegt ist, hat im Streitfall nichts, worauf er sich berufen kann. Das ist keine Moral, das ist die Mechanik eines Verfahrens.

Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain über die Sperrliste blockierbar.

Sachlich lässt sich über die Marke im Schweizer Kontext wenig sagen, und das ist selbst eine Information. Was kein Veranstalter mit Bewilligung ist, hat auch keine Limiten, die auf dem Geldspielgesetz beruhen, und keine Gespa, an die man sich wenden kann.

Wer nach einer Adresse sucht, bei der eine Auszahlung im Zweifel auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden kann, ist hier an der falschen Stelle. Die Sperrliste ist voll von solchen Adressen.

GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung

GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain über die Sperrliste blockierbar.

Für einen Rechner heisst das nichts – er rechnet, was eingegeben wird, und ein Marktname auf einer solchen Plattform sieht nicht anders aus als auf einem Schweizer Wettschein. Der Unterschied liegt nicht in der Zahl, sondern in der Frage, was passiert, wenn diese Zahl nicht ausgezahlt wird.

Die letzte Marke dieses Vergleichs ist damit auch die schwächste Antwort auf die Frage, die eine Rechnung am Ende aufwirft: Wer haftet, wenn die Zahl stimmt und das Geld nicht kommt.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird der Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Reingewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Bei 20 Franken und Quote 2.10 bleibt ein Reingewinn von 22 Franken, dazu der Einsatz zurück, also 42 Franken. Der Rechner liefert die Bruttozahl. Ob die Quote günstig war, entscheidet die Marge des Marktes, die darin schon eingerechnet ist.

Wie unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie lassen sie sich umrechnen?

Sie bezeichnen dieselbe Chance in drei Schreibweisen. 5.50 dezimal ist 9/2 als Bruch und +450 als US-Quote; 1.40 dezimal entspricht 2/5 und −250. Bei −250 müssen 250 Einheiten gesetzt werden, um 100 Gewinn zu machen. Wer eine fremde Schreibweise sieht, rechnet um oder benutzt einen Rechner, der es tut.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder weiteren Voraussage?

Die Einzelquoten werden multipliziert; 2.10, 1.85 und 1.60 ergeben eine Gesamtquote von 6’216, und der Einsatz gilt für die ganze Wette. Sie ist nur gewonnen, wenn jedes Ereignis richtig getippt ist. Jede zusätzliche Voraussage erhöht die Auszahlung und senkt zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Auszahlung fällig wird.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?

Eine Systemwette bündelt mehrere ähnliche Kombinationswetten und wird als «X aus Y» angegeben; jede daraus entstehende Kombination heisst Wettreihe. Bei drei Auswahlen «2 aus 3» sind es drei Zweier-Kombinationen. Der Einsatz verteilt sich auf die einzelnen Wettreihen, weshalb der Gewinn kleiner ausfällt als die Gesamtquote vermuten lässt.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Bei Jouez Sport online mindestens CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; höchstens CHF 500 für Einzel- und Kombiwetten, und ein Wettschein mit Multiples darf CHF 7’500 Einsatz nicht übersteigen.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet diese für den Erwartungswert auf lange Sicht?

Er zeigt sie nicht. Die Marge steckt im Verhältnis der Quoten zueinander und wird erst sichtbar, wenn man die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes addiert. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 behält der Veranstalter rechnerisch rund 5 Prozent. Über viele Wetten hinweg kommt deshalb im Durchschnitt etwas weniger zurück, als eingesetzt wurde.

Was am Ende des Wettscheins zählt

Ein Quotenrechner ist ein Werkzeug, das eine Division, eine Multiplikation und eine Subtraktion beherrscht und sonst nichts. Das ist keine Schwäche. Es ist die Grenze, die man kennen muss, um ihn richtig zu benutzen.

An dieser Grenze fällt die Wahl. Der bewilligte Schweizer Weg steht zwei Veranstaltern offen, verlangt Wohnsitz im Gebiet, führt über ein verifiziertes Konto und liefert dafür Instrumente, die es sonst nirgends gibt: Verlustlimiten mit 72-Stunden-Sperre für Erhöhungen, ein schweizweites Sperrregister, Auszahlung auf das eigene Konto, Steuerfreiheit unterhalb des Freibetrags. Der andere Weg ist breiter und liefert nichts davon.

Was die Rechnung selbst angeht, bleibt ein Satz, den man nicht oft genug wiederholen kann: Rund 5 Prozent Marge in einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt sind zurückbehaltenes Geld, und über viele Wetten ist das der Erwartungswert. Wer 100 Franken setzt, sieht im Schnitt etwa 95 Franken zurück – manchmal mehr, manchmal nichts, aber in der Summe weniger als die Einsätze. Der Reingewinn einer einzelnen Wette ist davon unberührt. Die Aussicht darauf nicht.

Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»