MMA-Wetten in der Schweiz: zwei erlaubte Wege, viele Sackgassen
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) und die Spielregeln von Swisslos Sporttip gegengeprüft.
Ein Kampfabend ist in drei Stunden vorbei, und ein Konto, das bei einem Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung liegt, ist in dieser Zeit nicht erreichbar. Das ist der Kern der Sache. Wer in der Schweiz auf Mixed Martial Arts setzen will, hat genau zwei Adressen mit Bewilligung, und beide haben ein Vertragsgebiet, das nicht das ganze Land ist. Alles andere, was unter «MMA-Wetten mit Bitcoin» in den Suchergebnissen steht, ist ein ausländisches Angebot ohne Schweizer Zulassung. Es ist damit nicht automatisch Betrug — es ist etwas anderes: ein Geschäft ohne Schweizer Aufsicht, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutz. Was der Schweizer Weg schützt und was der andere kostet, lässt sich in Zahlen und Regeln zeigen.
Die Ausgangslage hat eine Eigenheit, die viele Ratgeber überspringen. Kampfsport ist in der Schweiz nicht einfach erlaubt, weil Sportwetten erlaubt sind. Er muss auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen, die die Gespa führt. Diese Liste ist eine Positivliste, und was nicht darauf steht, darf auch Swisslos nicht anbieten. Ob ein bestimmter Kampf und eine bestimmte Wettart überhaupt spielbar sind, ist deshalb keine Nebenfrage, sondern die erste.
Verantwortungsvolles Wetten als Entscheidungsfrage
Wer über Kampfsport spricht, spricht über kurze Wege zum Ergebnis. Ein Kampf kann nach zwölf Sekunden vorbei sein, ein Frontkick entscheidet ihn, und die nächste Karte beginnt zwanzig Minuten später. Das ist der Reiz und das ist das Problem: es gibt keinen langsamen Drift wie über neunzig Fussballminuten, keine Halbzeit, in der man zur Ruhe kommt. Die Limite, die ein Wettender sich selbst setzt, ist deshalb nicht Verwaltung, sondern das eigentliche Werkzeug eines Kampfsport-Wettenden — und sie muss stehen, bevor der erste Kampf beginnt, nicht danach.

Das Schweizer System schiebt diese Entscheidung nicht auf. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten setzen, und zwar gleich für drei Zeiträume: 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Der Mechanismus dahinter ist die eigentliche Aussage: eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer an einem Kampfabend verliert und die Limite in der Nacht anheben will, kann es nicht. Die Sperre sitzt genau dort, wo sie wirkt — zwischen dem Impuls und dem nächsten Einsatz. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten, die den Nachschub an der Wurzel begrenzt.
Wer es strenger will, sperrt sich ganz aus. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und diese Sperre kann vor Fristablauf nicht aufgehoben werden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist der Punkt, der über die Grenze des einzelnen Anbieters hinausgeht: die Sperre folgt der Person, nicht dem Konto.
Was die Sperre und die Limiten kosten
Beides hat einen Preis, und er ist ehrlicher zu benennen als zu verschweigen. Eine 72-Stunden-Sperre auf Erhöhungen schützt, aber sie bindet auch. Wer eine gute Serie erwischt und mehr riskieren will, sitzt sie aus. Eine Spielsperre ist endgültig in beide Richtungen: sie hilft gegen den Rückfall in der heissen Phase und nimmt die Möglichkeit, aus einem Lauf Kapital zu schlagen. Ein Wettender, der sich selbst nicht als gefährdet sieht, wird diese Werkzeuge trotzdem nutzen müssen — sie sind der Preis des Schweizer Systems.
Die Kehrseite der Schweizer Schutzarchitektur ist, dass sie nicht für alle gilt und nicht immer greift. Wer bei einem ausländischen Veranstalter spielt, steht in keinem Schweizer Sperrregister und kann dort auch nicht eingetragen werden. Die Gespa-Testkäufe 2025 sind bei diesem Punkt ernüchternd: an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Verkaufsschalter ist also kein Garant. Wer glaubt, dass die blosse Schweiz-Zugehörigkeit den Minderjährigenschutz sichere, kauft eine Erwartung, die die Praxis nicht durchgehend einlöst.
Der Spielplan: von der Karte bis zur Gewichtsklasse
Bevor irgendeine Quote interessant wird, steht die Frage, worauf man überhaupt setzen kann. Mixed Martial Arts ist als Sport organisiert wie kaum ein zweiter: eine Karte hat eine Reihenfolge, jede Gewichtsklasse hat ihre Hierarchie, und der Ausgang eines Kampfes folgt einem eng definierten Regelwerk. Wer das kennt, liest ein Wettprogramm anders.
Die Ultimate Fighting Championship wurde 1993 gegründet, die erste Veranstaltung fand am 12. November 1993 in Denver statt; Sitz ist Las Vegas in Nevada, Eigentümerin ist die TKO Group Holdings. Die UFC kennt derzeit neun Gewichtsklassen, vom Strohgewicht über Fliegen-, Bantam-, Feder-, Leicht-, Welter-, Mittel- und Halbschwergewicht bis zum Schwergewicht; die Super-Schwergewichtsklasse über 120 kg ist unbelegt. Für den Wettenden ist das keine Statistik, sondern die Struktur seines Angebots: jede dieser Klassen liefert Kämpfe, und Kämpfe sind das Produkt, das auf dem Wettschein steht.
Der sportliche Rahmen gibt die Form der Wette vor. Eine Runde dauert bei der UFC fünf Minuten, die Pause eine Minute; ein normaler Kampf geht über drei Runden, ein Titelkampf über fünf. Das heisst: ein Hauptkampf kann bis zu fünfundzwanzig Kampfminuten dauern, ein Vorkampf fünfzehn. Ein regulärer Kampf kann durch Aufgabe des Gegners, Knockout, technischen Knockout, Kampfrichterentscheidung, Disqualifikation des Gegners oder Forfeit enden. Ein Unentschieden ist möglich. Sechs Ausgänge plus eine Möglichkeit, die die eigenen Regeln zur Normalität machen: der Sieg heisst nur bei zweien davon «Sieg durch Schlagkraft».
Das Austragungsgefäss ist ein Oktagon mit einem Durchmesser von 9,75 m, das statt Ringseilen von einem Maschendrahtzaun begrenzt wird. Warum das für Wetten zählt: der Zaun nimmt die Seile, an denen ein Ringkämpfer sich abstützt, und er nimmt die Rettung durch das Verlassen der Kampffläche. Das Oktagon hält den Kampf in Gang, und das ist der Grund, weshalb die Quote auf «Kampf geht über die volle Distanz» in dieser Sportart keine Nebenbeteiligung ist. Wer die Geometrie kennt, versteht das Tempo.
Bleibt der Ausgang nach Punkten, der für jede Wette auf einen Entscheidungssieg zählt. Nach den Unified Rules vergeben drei Kampfrichter pro Runde 10 Punkte an den Rundengewinner und 9 oder weniger an den Verlierer; sieht ein Kampfrichter keinen Rundengewinner, darf er beiden Kämpfern 10 Punkte geben. Die Unified Rules of Mixed Martial Arts wurden vom New Jersey Athletic Control Board aufgestellt und werden von vielen US-Staaten und Veranstaltern akzeptiert.
Drei Karten, drei Punktrichter, ein Problem
Drei Kampfrichter heisst drei Aufschriebe, drei Auffassungen davon, was eine Runde wert war, und damit drei verschiedene Summen am Ende. Ein Kampf kann amtlich 29:28 enden, während die Hälfte des Publikums 28:29 gesehen hat. Für einen Wettenden auf Sieger ist das die zentrale Unsicherheit, und man kann sie nicht wegrechnen. Wer eine Punktrichterentscheidung in die Kombiwette legt, legt eine Variable hinein, die im Ergebnisprotokoll erst nach dem Gong steht.
Auswahl vergleichen: wonach ein Wettender entscheidet
Ein Vergleich von Wettanbietern nach vermeintlichen Gewinnchancen ist eine Reihenfolge, die niemand garantieren kann. Brauchbar sind dagegen die Dinge, die auf dem Wettschein und in den Teilnahmebedingungen stehen: wer welche Bewilligung hat, worauf die Wette gilt, welche Quoten und Limiten angesetzt werden und zu welchen Bedingungen ausgezahlt wird. Diese Runde kommt ohne Prognose aus.
Der erste Vergleich fragt nach der Erlaubnis. In der Schweiz verlangt eine Sportwette eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Es gibt nur zwei Veranstalter mit dieser Bewilligung: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Damit ist eine Grenze gezogen, die manchem Wettenden die Wahl abnimmt. Wo man wohnt, entscheidet mit, wo man ein Konto eröffnen kann. Das ist keine Einschränkung, die man umgehen kann, und es ist der Grund, weshalb die folgenden zehn Angebote niemals eine Rangfolge nach Qualität sind, sondern eine Liste nach Zugänglichkeit.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Betwinner | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| HornetBet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Fezbet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung |
Die Tabelle zeigt eine Verteilung, die keine Spannung erzeugen will: zwei Zeilen mit Schweizer Recht, acht Zeilen ohne, und das ist keine Momentaufnahme, sondern die Konstruktion des Marktes. Das Bundesgesetz über Geldspiele lässt für Lotterien und Sportwetten nur zwei Veranstalter zu. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer in einem Vergleichstest drei oder vier «Schweizer Buchmacher» findet, hat einen Vergleichstest gelesen, der die Rechtslage nicht kennt.
Was die acht ausländischen Angebote unterscheidet, ist nicht ihre Bewilligung, sondern ihre Zugänglichkeit. Keines von ihnen hat eine Schweizer Bewilligung. Keines ist an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, keines bietet Schweizer Rechtsschutz. Und keines steht auf der Positivliste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten gilt für die bewilligten Veranstalter, nicht für einen Anbieter, der sie gar nicht konsultiert.
Limiten, Mindesteinsätze und was sie trennen
Der zweite Vergleich betrifft das Spiel selbst. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer einen grossen Betrag auf einen Kampfabend setzen will, merkt das früh: die Systemwette darf zehnmal so viel tragen wie die Einzelwette. Eine Einzelwette auf einen Kampfausgang ist nach oben bei CHF 1’000 zu Ende. Eine Systemwette auf eine Auswahl von Kämpfen nicht.
Diese Limiten sind Vertragsbedingungen des Veranstalters, keine Vorschrift des Gesetzes. Und sie sind ein Hinweis darauf, wie die zwei Schweizer Produkte gebaut sind: für viele kleine Einsätze, nicht für einen grossen. Das ist keine Wertung der Produkte, sondern eine Aussage über die Zielgruppe, die ein Wettender gegen seine eigene Einsatzkalkulation halten sollte, bevor er ein Konto eröffnet.
Die Grundlagen: wie eine Kampfwette aussieht
Eine Sportwette braucht zwei Dinge, und beide gehören erklärt, bevor über irgendetwas anderes gesprochen wird: eine Quote und eine Voraussage. Die Quote besagt, welcher Gewinn bei richtiger Voraussage zurückkommt. Sie ist kein Urteil über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit — sie ist der Preis, zu dem ein Veranstalter bereit ist, ein Risiko zu übernehmen, nach Abzug dessen, was er für sich behält.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Zwei Rundungen in einer Richtung: das ist die Stelle, an der ein Kurs von 2,17 nicht 2,17 kostet, sondern 2,15. Wer eine Wette über hundert Franken mit einem Kurs von 2,17 rechnet, bekommt nach den beiden Schritten weniger als die 217 Franken, die er im Kopf hat. Es ist ein Rappenbetrag, aber es ist der einzige Punkt der Auszahlung, an dem ein Wettender rechnen sollte, statt zu vertrauen.
Bei einer Sporttip-Wette gilt die reguläre Spielzeit, die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einer Kampfwette ist die Entsprechung die Rundendistanz: die Wette gilt auf den Kampf, wie er angesetzt ist. Wer das Gefühl hat, sich auf «den Kampfsport» zu setzen, setzt in Wirklichkeit auf ein Ereignis mit einer festgelegten Dauer und einem festgelegten Ausgangskatalog.
Die Marge in einer Drei-Wege- und einer Zwei-Wege-Wette
Es gibt eine Zahl, die in keiner Werbung steht und in jedem Kurs steckt. Der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote eines Marktes sagt, welchen Anteil aller Einsätze dieser Markt über alle seine Ausgänge hinweg zurückzahlt; die Formel ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote. Was übrig bleibt, ist der Anteil jedes Einsatzes, den der Veranstalter einbehält.
Ein illustratives Beispiel, kein zitierter Kurs: ein Zwei-Wege-Markt ist mit 1,90 auf beiden Seiten angesetzt. Beide Kehrwerte sind 0,5263, die Summe liegt bei 1,0526, und der Markt zahlt rund 95 % der Einsätze zurück. Die Marge liegt damit bei rund 5 %. Das ist der Faustwert, an dem sich ein Kampfsportmarkt messen lassen muss. Enge Zwei-Wege-Märkte liegen in der Nähe dieses Werts; breitere Märkte mit mehreren gleichzeitig bewerteten Ausgängen liegen darüber, und wie weit, hängt allein von den angesetzten Quoten ab — die Kehrwerte addieren sich, der Rest bleibt beim Veranstalter. Der Zwei-Wege-Markt eines Kampfes ist also nicht einfach der Fussballmarkt mit weniger Ausgängen, und eine Quote auf einen Kampfausgang ist keine Quote auf einen anderen Markt desselben Kampfes. Die 95 % gelten für diesen einen Markt und kein anderes.
Das ist die Lektion, die man sich merken sollte, wenn die Rede von «Boost» ist. Rund 5 % Marge sind die Normalgebühr, die der Veranstalter in einem einfachen Zwei-Wege-Markt einbehält. Eine Erhöhung um ein paar Prozent auf einen einzelnen Wettmarkt ist vor diesem Hintergrund kein Geschenk, sondern eine Bewegung innerhalb desselben Preises.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das Wort «boost» trägt also vier Bedingungen: online, Prematch, Einzelwette, einmal verwendbar. Und die fünfte steht im letzten Halbsatz — wird vorher ausgestiegen, ist die Erhöhung weg. Der Sporttip-Kombiboost gilt ebenfalls nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer auf eine Kombiwette mit vier Kampf-Voraussagen setzt, bekommt also 5 % auf den Nettogewinn — nicht auf den Einsatz, nicht auf die Auszahlung. Die Staffel erzählt die eigentliche Geschichte: der Sprung von vier auf sieben Voraussagen bringt vier Prozentpunkte mehr für drei zusätzliche richtige Annahmen. Bezahlt wird das nicht mit Geld, sondern mit der Schwierigkeit.
Cash-Out, Live-Wetten und was Kampfsport besonders macht
Wenn es eine Funktion gibt, die einen Kampfabend live entscheidbar macht, dann der Ausstieg vor dem Ende. Bei Sporttip ist der Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live. Aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Ausstiegsbetrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Man kann das marketingfreundlich «Sicherheitsnetz» nennen. Die Bedingungen sagen etwas anderes: ganz oder gar nicht, unwiderruflich, kein Anrecht auf irgendeinen Markt, und ein Betrag, der per Definition unter dem liegt, was die Wette einbringen würde. Der Cash-Out ist ein Handel mitten im Ereignis, und der Preis dieses Handels wird von der Gegenseite gesetzt. Bei einem Kampf wiegt das schwerer als in jeder anderen Sportart. Wer drei Runden lang führt und dann den Cash-Out zieht, verkauft den Rest der Wette an den Veranstalter — und bezahlt dafür, dass er das Risiko der letzten Runde nicht mehr tragen muss.
Ein Kampf ist die Sportart mit der steilsten Kurve zwischen «läuft» und «entschieden». Zwei Kämpfer drehen sich zwei Runden lang umeinander, und dann kommt ein Takedown oder ein Schlag, und der Ausgang ist vom einen auf den anderen Moment klar. Der Cash-Out ist deshalb in keinem Sport so verlockend und in keinem so teuer. Die Versuchung sitzt an der Stelle des maximalen Zeitdrucks.
Live-Wetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für einen Kampfsport-Wettenden ist der letzte Punkt der wesentliche. Ein Kampf hat seine spielentscheidende Situation nicht nur einmal — jeder Niederschlag, jede Verletzung, jeder Punktabzug ist eine. Eine Live-Wette, die in eine solche Situation hineinplatziert wird, kann mit Quote 1.00 zurückkommen. Der Einsatz ist dann wieder da, der Gewinn nicht. Wer live auf einen Kampf setzt, setzt also nicht nur auf einen Ausgang, sondern auch darauf, dass der Zeitstempel der Buchung vor dem entscheidenden Moment liegt. In dieser Sportart liegt dieser Moment gelegentlich zwischen zwei Klicks.
Bei Swisslos ist eine Wahrscheinlichkeit nicht mit der echten Wahrscheinlichkeit zu verwechseln. Der Sporttip-Livewettmarkt ist ein Markt unter Zeitdruck, und der Zeitdruck ist die Gegenseite der Quote. Ich würde jedem, der zum ersten Mal live auf einen Kampf setzt, raten, eine Einzelwette auf einen Vorabmarkt zu nehmen, die drei Runden dauert, statt in der zweiten Runde auf einen Ausgang zu klicken — nicht weil eine Seite besser wäre, sondern weil in der einen Variante die Wette vor dem Ereignis gebucht ist und in der anderen nicht.
Kombinationen und die Bet-Builder-Funktion
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine der wenigen Regeln, bei denen ein Fehler des Veranstalters auf den Wettschein durchschlägt. Für einen Kampfabend bedeutet das: zwei Voraussagen auf denselben Kampf — sagen wir «Sieger A» und «Kampf endet nicht vorzeitig» — gehören nicht auf einen gewöhnlichen Kombischein. Sie hängen voneinander ab, und eine Korrelation, die nicht über die Funktion läuft, bringt nicht eine bessere Quote, sondern ein Risiko.
Wer über einen Kampfabend eine Kombiwette über mehrere Kämpfe legen will, hat immerhin die Gewissheit, dass verschiedene Kämpfe verschiedene Ereignisse sind. Und das ist der Grund, weshalb die Sporttip-Kombi auf verschiedene Kämpfe sauberer ist als eine Kombination aus zwei Märkten desselben Kampfes: im ersten Fall addieren sich unabhängige Risiken zu einer grösseren Quote, im zweiten wird eine Korrelation zu einem Konstruktionsproblem.
Rechtliches: die Frage hinter der Frage
Die häufigste Frage lautet nicht «wo», sondern «ob». Die Antwort hat zwei Teile, und der zweite wird regelmässig überhört.
Online-Sportwetten in der Schweiz sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Für ein Online-Konto ist ein Wohnsitz in der Schweiz nötig, in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Der zweite Teil betrifft das Was. Nur Sportveranstaltungen dürfen Gegenstand der Wette sein — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Fassung 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Ein Kampf muss auf der Liste stehen
Hier sitzt der Punkt, an dem viele dieser Seite vorbeischreiben. Dass Sportwetten in der Schweiz erlaubt sind, macht einen bestimmten Kampf nicht wettbar. Das Ereignis und die Wettart müssen auf der Positivliste stehen. Man prüft deshalb in der Reihenfolge: zuerst die Veranstaltung und die Wettart auf der Liste, dann das Wettprogramm, dann die Quote. Wer diese Reihenfolge umdreht — erst die Quote, dann die Suche nach dem Kampf — wird von der Liste gelegentlich korrigiert.
Wie man den Eintrag prüft, ist kein Geheimnis. Die Gespa veröffentlicht ihre Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten für Sportwetten; wer eine Wette vorbereitet, sucht darin und sucht darin den konkreten Anlass. Findet er ihn nicht, ist die Wette in der Schweiz nicht zugänglich. Bei Live-Wetten gibt es zusätzlich die Regel, dass die Wette mit Quote 1.00 gewertet werden kann, wenn sie nach dem tatsächlichen Ausgang gebucht wurde.
Für die Live-Wette und die Auszahlung gilt ein eigener Rahmen. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und ist allein die Funktion des jeweiligen Veranstalters — bei Sporttip Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur vollständig, nicht garantiert. Virtuelle Sportarten: dazu ist nichts festgestellt; über ihre Zulässigkeit ist nichts zu schreiben. Esport findet sich nicht in der Gespa-Liste.
Was das Konto erklärt und was es verlangt
Ein einziges Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Vorgabe. Bei der Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Konto- und Kontoinhaberin. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wetten nicht; Kredite an Spielende sind untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen. Und es gibt in der Schweiz kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unbewilligte Wettseiten — Banken oder Kartensysteme blockieren Zahlungen an solche Anbieter gerade nicht. Wer annimmt, die eigene Bank fange das ab, nimmt eine Sicherheit an, die es nicht gibt.
Bewilligung, Sperrliste und das Ausland
Ein ausländisches Angebot nützt einem Wettenden in der Schweiz nichts, was den Rechtsschutz angeht. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land gilt in der Schweiz nicht. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Wettende selbst wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- und Fairplay-Kontrolle.
Die Swisslos-Seite hat an dieser Stelle eine reale Konsequenz: die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt das Domain-Hopping und nennt Interwetten und Bet-at-Home, und sie führt bet365 auf der Liste. Für den Wettenden heisst das: die Blockierung verhindert den Zugang nicht zuverlässig. Sie verhindert nur, dass der Zugang über die gewohnte Adresse läuft.
Was ein solcher Anbieter bietet, ist folglich eine andere Risikostruktur — und keine, die per Definition schlechter wäre, aber eine, bei der die Sicherheit, die die Schweiz gibt, systematisch fehlt: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Aufsicht, und eine Besteuerung nach kantonalem Recht. Wer sich für diesen Weg entscheidet, entscheidet gegen die drei Dinge, die den Schweizer Rahmen ausmachen.
Was der Schweizer Weg darüber hinaus verlangt
Die Kehrseite des bewilligten Weges ist nicht die Gebühr, sondern die Verfügbarkeit. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, das erlaubte Angebot ist eine Positivliste, das Konto verlangt Wohnsitz im Vertragsgebiet, und die Identität wird geprüft. Wer in Genf wohnt, kommt an Sporttip nicht heran. Wer in Zürich wohnt, nicht an Jouez Sport. Wer eine Wette auf einen Kampf sucht, den die Gespa-Liste nicht führt, findet sie bei den bewilligten Veranstaltern nicht — auch dann nicht, wenn seine Lieblingsorganisation ihn ansetzt.
Und ein Punkt, der im Marketing der Auslandsangebote gern untergeht: die Steuer. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich als Beispiel. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), und der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die mit der Steuererklärung zurückgeholt wird. Wer unterhalb bleibt — und das ist praktisch jeder Wettende — zahlt auf den Gewinn keine Einkommens- und keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Für Gewinne aus ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an. Die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der steuerliche Preis der grenzenlosen Variante, und er hängt vom Wohnkanton ab. Für eine konkrete Einschätzung bleibt nur der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge ist gesetzt, und sie folgt der Logik der Rechtslage: zuerst die beiden Schweizer Veranstalter mit Bewilligung, dann die acht ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Verglichen werden sie nach denselben Kriterien, aber nicht auf derselben Rechtsgrundlage.
Swisslos Sporttip: bewilligt, mit dem vollständigen Werkzeugkasten
Bewilligt ist Swisslos mit einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter der Aufsicht der Gespa. Damit ist es einer der zwei Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt. Sitz der Trägerschaft ist Basel, das Produkt heisst Sporttip. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet zu haben: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Im Produkt steckt der eigentliche Vorteil gegenüber den Auslandsmarken: die Sporttip-Wette gilt nach geregelten Bedingungen, mit einem klaren Auszahlungsschema aus Einsatz mal Quote mit anschliessender Rundung, mit Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, mit Boosts, Kombiboost und Bet-Builder, und mit einem Live-Wettangebot, für das die Bewertung mit Quote 1.00 ausdrücklich geregelt ist. Dazu kommt die Einbettung in die Spielerschutzarchitektur: Verlustlimiten vor der ersten Wette, die Option einer freiwilligen Einzahlungslimite, die produktbezogene Selbstsperre und die unbefristete Spielsperre im schweizweiten Register. Wo eine Wette über der Limite liegt, wird sie nicht angenommen. Die Limiten selbst liegen bei CHF 1 bis CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und bei CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.
Diese Limite ist die Kehrseite. Wer auf einen Kampfabend hohe Beträge auf einen einzelnen Ausgang legen will, ist nach CHF 1’000 draussen, und auch das nur online und nur innerhalb der Vertragsgebietsgrenze. Der Reingewinn von CHF 562 Mio. für 2025 — davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz — zeigt ausserdem, dass das Geld in öffentliche Zwecke fliesst: von den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Das ist kein Werbeargument, sondern eine Aussage darüber, was der Schweizer Weg mit den Verlusten der Wettenden tut.
Und die Bedingungen sind nicht immer freundlich. Ein Boostenrabatt verfällt bei Cash-Out. Eine nach dem Ereignis platzierte Wette kommt mit Quote 1.00 zurück. Voneinander abhängige Ereignisse eines Kampfes brauchen die Bet-Builder-Funktion, sonst kann die ganze Kombination ungültig werden. Der Bewertungsmassstab ist die Regelklarheit: was ein Wettender hier verliert, verliert er innerhalb eines Regelwerks, und die Regeln sind lesbar.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, anderes Gebiet
Die Loterie Romande hat dieselbe Doppelbewilligung: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa, und sie ist der zweite der zwei vom interkantonalen Recht zugelassenen Veranstalter. Das Produkt heisst Jouez Sport. Erreichbar ist es für Personen mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; die Gesellschaft zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Der Vergleich mit Swisslos endet dort, wo das Vertragsgebiet beginnt. Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport ebenfalls Zugang zu einem bewilligten Produkt mit denselben Grundpfaden — geschlossene Ereignisliste, ein Konto pro Person, Limiten vor der ersten Wette, Spielsperre im Register. Wer ausserhalb wohnt, kommt auch hier nicht hinein. Die zwei Schweizer Produkte sind also nicht zwei Optionen in einer Auswahl, sondern zwei Türen, von denen genau eine für einen bestimmten Wettenden offen ist.
Mich stört an dieser Konstruktion weniger die Zweizahl als ihre Begründung. Die zwei Veranstalter sind das Ergebnis einer kantonalen Deckelung, nicht eines Wettbewerbs. Ein Wettender, der aus einem anderen Grund nicht bei Swisslos oder Jouez Sport sein will, hat innerhalb des bewilligten Rahmens keinen Ausweg, sondern nur den Weg ins Ausland — mit allen Konsequenzen, die in dieser Liste stehen.
Betscore: ohne Bewilligung, und was das praktisch heisst
Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine Bewilligung, wie sie gemeldet wird, ist in der Schweiz nicht anerkannt und hat hier keine Wirkung. Das heisst konkret: kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Was bleibt, ist ein Produkt ohne die drei Schutzschichten, die den Schweizer Rahmen ausmachen, und dafür ohne die Schweizer Beschränkungen auf zwei Veranstalter und eine Positivliste. Der Weg lohnt sich für einen Wettenden, der etwas sucht, das auf der Gespa-Liste nicht steht und ihm die Schweizer Veranstalter deshalb nicht anbieten können — und keine Spur davon gleicht den fehlenden Rechtsschutz aus. Wer ausserhalb der Schweizer Vertragsgebiete wohnt, steht ohnehin vor der Wahl zwischen einem ausländischen Angebot und dem Verzicht; ob das den Schritt über die Grenze wert ist, entscheidet nicht das Angebot, sondern die Frage, ob der Wettende das Sperrregister und die Schweizer Aufsicht vermissen wird. Er wird.
Betwinner: ohne Bewilligung, mit demselben Blankoscheck
Auch Betwinner hat keine Schweizer Bewilligung. Eine andere Bewilligung gilt in der Schweiz nicht; das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, und der Anbieter steht ausserhalb sowohl des Registers als auch des Rechtsschutzes. Die Domains können auf die Sperrliste kommen. Was nicht wechselt, ist die Sachlage: mit jedem Anbieter ohne Bewilligung fehlen dem Schweizer Wettenden dieselben Schutzmechanismen, und mit jedem Konto wächst die Streuung, mit der er den Überblick über seine eigenen Einsätze verliert.
Der Vergleich mit dem Schweizer Weg ist an diesem Punkt fast vollständig in einem Satz zu führen: alles, was auf dieser Seite unter Verlustlimiten und Sperre steht, hat bei Betwinner kein Gegenstück mit Schweizer Geltung. Wer trotzdem dort spielt, sollte die Verlustlimite selbst setzen — weil kein System sie setzt. Wie im ganzen Block gilt: wie viel ein ausländisches Angebot sonst verlangt, steht in seinen eigenen Bedingungen, und ein Vergleich mit den Schweizer Limiten ist deshalb einer zwischen zwei Registern und nicht zwischen zwei Zahlen.
HornetBet: ohne Bewilligung, krypto-nah und ungeschützt
HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung, wie sie gemeldet wird, ist in der Schweiz nicht anerkannt und hat hier keine Wirkung; das Angebot steht ausserhalb des Schweizer Sperrregisters und des Schweizer Rechtsschutzes, und seine Domains können auf die Sperrliste kommen. Das ist bei einem Anbieter dieses Zuschnitts der zentrale Punkt, weil die Zielgruppe die gleiche ist wie bei allen anderen: Wettende, die eine Sportart suchen, die ihnen auf der Positivliste fehlt.
Der Reiz einer Marke wie HornetBet ist nicht ein besseres Produkt, sondern ein anderes Land. Wie viel ein Konto dort im Streitfall wert ist, hängt an der ausländischen Bewilligung und ihrem Durchsetzungsweg, nicht an der Schweizer Aufsicht. Ich habe kein Verständnis für die Sorglosigkeit, mit der solche Adressen in Vergleichstabellen als «Option» geführt werden. Eine Option ohne Durchsetzungsweg ist kein Wahlrecht, sondern ein Verzicht mit Fussnote.
Fezbet: ohne Bewilligung, gleiche Rechtsfolge
Fezbet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt derselbe Rahmen wie für jedes andere ausländische Angebot in dieser Liste: die Bewilligung ist in der Schweiz nicht anerkannt, kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domains potenziell auf der Sperrliste. Die Blockade per DNS hindert den Zugang nicht zuverlässig, was das Fehlen der Bewilligung eher verschärft als entschärft — wer einen gesperrten Anbieter erreicht, merkt von der Blockade nichts und verliert die Warnung, die sie ist.
Und noch der Unterschied, der im Block bleibt: ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt keinen Schweizer Rechtsschutz — und innerhalb des bewilligten Rahmens einen sauber lesbaren Auszahlungsmechanismus, der bei den ausländischen Marken nicht durch eine solche Vorschrift gedeckt ist. Der Unterschied ist weniger, dass ein ausländisches Konto nichts zahlt, sondern dass es keine Stelle gibt, an die man sich halten kann.
22Bet: ohne Bewilligung, mit dem Namen einer grossen Marke
22Bet ist in dieser Liste, weil Schweizer Wettende ihm begegnen, nicht weil es etwas mit Schweizer Recht zu tun hätte. Eine Schweizer Bewilligung hat es nicht, und eine andere Bewilligung gilt hier nicht. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domains potenziell auf der Gespa-Sperrliste. Die Eintragung auf der Sperrliste wäre kein Skandal, sondern die Anwendung der Regel.
Was bei einer so bekannten Marke am meisten überschätzt wird, ist die eigene Bekanntheit als Sicherheitssignal. Die Grösse eines Anbieters ersetzt keinen Rechtsweg. Wer in der Schweiz klagen will, braucht eine Adresse und ein anwendbares Recht; beides fehlt bei einem Anbieter ohne Bewilligung, und die Bekanntheit der Marke ändert daran nichts.
BetFury: ohne Bewilligung, und die Grenze bleibt die Grenze
BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Domains potenziell auf der Gespa-Sperrliste. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten, und das ist die Grenze, an der jeder Vergleich der acht ausländischen Angebote mit den zwei Schweizer Produkten endet.
Und diese Grenze ist in der Schweiz relativ weich. Die Gespa blockiert, was sie findet; die Domain wird innerhalb von Stunden ersetzt. Wer den Zugang sucht, findet ihn, und die Blockade ist kein Riegel, sondern eine Hürde. Genau deshalb ist die informierte Entscheidung hier so wichtig: niemand hält einen Schweizer Wettenden davon ab, bei BetFury zu spielen — und niemand hilft ihm, wenn es dort schiefgeht.
Duelbits: ohne Bewilligung, gleicher Status
Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung. Eine andere Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung; es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domains können auf die Sperrliste kommen. Das Merkmal, das diese Marke von den anderen unterscheidet, ist nicht die Bewilligung, sondern die Art des Angebots dahinter, und die ist für einen Schweizer Wettenden nur über die Bedingungen des Anbieters überprüfbar.
Was bleibt, ist die einfache Rechnung, die im ganzen zweiten Teil dieser Liste gilt: die Schweizer Veranstalter sind zwei, das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste, und die ausländischen Marken sind eine offene, aber unbewilligte Alternative. Bei Duelbits geht es nicht darum, ob es erlaubt ist; es geht darum, ob es sich lohnt, und diese Frage beantwortet der Rechtsschutz und nicht die Bewilligung.
bet-at-home: ohne Bewilligung und auf der Sperrliste
Bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung, und es ist ein Sonderfall innerhalb der acht: die Gespa nennt die Marke ausdrücklich im Zusammenhang mit Domain-Hopping. Damit gehört bet-at-home zu den Anbietern, deren Domains praktisch nachweislich auf der Sperrliste gestanden haben und innerhalb von Stunden auf neue Adressen ausgewichen sind. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Bewilligung.
Wer bei einer Marke spielt, deren Adresse sich wegen der Blockade innerhalb von Stunden ändert, hat einen Vorteil: es ist offen dokumentiert, wo der Anbieter rechtlich steht. Die Sperrliste ist keine Verdachtsliste und kein Skandal, sondern eine amtliche Liste blockierter Adressen. Und die ist, anders als das Marketing, so eindeutig wie eine Rechtsauskunft.
Die Rechnung, die alle Angebote betrifft
Bevor ein Wettender sich für eine Adresse entscheidet, sollte er die eine Zahl kennen, die in jedem Kurs steckt. In einem illustrativen Zwei-Wege-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 % — die Einsätze, die der Markt als Ganzes zurückzahlt, machen ihn aus, und die Marge ist der Rest, der beim Veranstalter bleibt. Die genaue Marge hängt von den angesetzten Quoten ab; 5 % ist die Grössenordnung, in der sich enge Zwei-Wege-Märkte bewegen, und breitere Märkte liegen darüber.
Wie gross das wird, hängt an zwei Dingen, die der Wettende kontrolliert: der Menge der Einsätze und der Anzahl der Durchläufe. Aus 5 % Marge auf einen Umsatz von CHF 5’000 folgt ein erwarteter Ertrag für den Veranstalter von CHF 250, und analog kleiner bei kleinerem Umsatz. Die 5 % sind über viele Einsätze hinweg kein Detail, sondern die Grundgebühr auf alles — und die Rechnung, die ein Wettender für sich aufstellt, hat diesen Wert als vom ersten Franken an mitlaufende Kosten. Sie ist eine statistische Schätzung auf lange Sicht, keine Aussage über einen einzelnen Kampfabend; an einem Abend gewinnt jemand, und genau deshalb funktioniert die Zahl über viele Abende.
Und es gibt einen anderen Fall, in dem dieselbe Mechanik zum Vergleich zweier Angebote wird. Der Wert einer Gratiswette, die den nächsten Gewinn im Verhältnis zum Umsatz verbessert, und die Marge, die der Markt einbehält, sind die zwei Seiten desselben Vorgangs. Wer eine Gratiswette bekommt, bekommt zum eigentlichen Wert dazu noch eine Marge zurück. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen der aufgeblähte Bonus-Markt eine reale, mitteilbare Zahl hat.
Häufige Fragen
Wo und unter welchen Bedingungen kann man in der Schweiz auf MMA wetten?
Wetten sind ausschliesslich bei den zwei Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung, Swisslos und Loterie Romande, möglich, jeweils im eigenen Vertragsgebiet. Kampfsportwetten sind erlaubt, sofern das Ereignis und die Wettart auf der offiziellen Gespa-Liste stehen. Angebote ohne Schweizer Bewilligung unterliegen keiner Schweizer Aufsicht und bieten keinen vergleichbaren Rechtsschutz für Wettende.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Kampf und die gewünschte Wettart in der Gespa-Liste stehen?
Die Gespa veröffentlicht die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Wer eine Wette vorbereitet, sucht darin die konkrete Veranstaltung und die konkrete Wettart. Steht der Anlass nicht auf der Liste, ist die Wette in der Schweiz nicht zugänglich. Bei Live-Wetten ist zusätzlich relevant, dass eine nach dem Ereignis platzierte Wette mit Quote 1.00 gewertet wird.
Was ist von Anbietern zu halten, die Wetten auf MMA mit Bitcoin ohne Schweizer Bewilligung anbieten?
Sie unterliegen keiner Schweizer Aufsicht, hängen an keinem Sperrregister und bieten keinen Schweizer Rechtsschutz; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen, und eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht. Der Zugang ist trotzdem möglich, weil die Blockade über DNS den Anbieter nicht zuverlässig ausschliesst. Vorteile dieser Anbieter gegenüber Schweizer Veranstaltern liegen in der Auslandsadresse, nicht in entsprechenden Erträgen.
Wie wird aus Einsatz und Quote der Gewinn einer Kampfwette berechnet, und was ist die Marge?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Marge ist der Anteil jedes Einsatzes, den der Markt einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit je 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 %.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wann endet eine freiwillige Spielsperre?
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach 72 Stunden. Eine befristete Selbstsperre endet mit Fristablauf; eine unbefristete wird im schweizweiten Register eingetragen.
Sportarten – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
