Online MLB wetten in der Schweiz – was die Gespa-Liste zulässt und was Limiten kosten
Ladevorgang...
MLB-Wetten sind in der Schweiz kein Nischenprodukt für ein paar Nachtschwärmer, sondern ein Testfall: Die Major League Baseball trägt 162 Spiele pro Team in der Hauptrunde aus, die Postseason läuft im Serienmodus, und ein Spielplan dieser Grösse verlangt von einer Veranstalterin ein Wettprogramm, das über Monate steht. Erlaubt ist das in der Schweiz genau zwei Häusern. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen Sportwetten veranstalten, und was wettbar ist, entscheidet nicht der Geschmack des Publikums, sondern eine behördliche Liste.
Wer nach ‹MLB Wettanbieter› sucht, findet deshalb zuerst einmal eine kurze Liste und danach eine lange. Die kurze Liste ist die mit Bewilligung. Die lange ist die ohne — und jede von ihnen führt Baseball, weil kein Schweizer Recht sie daran hindert.
Stand: Oktober 29, 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettarten und Wettkämpfe sowie gegen die Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter
Verlustlimiten, Spielsperre und der Registrierungsweg: was zuerst gesetzt wird
Wer ein Spielerkonto eröffnet, um ein Spiel der MLB zu tippen, trifft seine erste Entscheidung nicht über Baseball, sondern über sich selbst. Vor der ersten Teilnahme muss ein Konto Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage tragen. Bei Sporttip liegt die Oberlimite bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden — und diese Frist ist keine Schikane, sondern der eingebaute Bremsweg für den Abend, an dem jemand nach einem verlorenen Spiel seine Limite anheben möchte. Zusätzlich lässt sich bei Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen, ein Deckel auf das eingezahlte Geld, nicht auf den Einsatz.
Der Gesetzgeber verlangt solche Maximalwerte für Einsätze oder Verluste; die 72 Stunden sind die Frist, die Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen anwenden. Zwei Häuser dürfen strenger sein als das Gesetz — und sind es, was die Aufwärtsbewegung angeht.
Die zweite Entscheidung ist die über den Zugang. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer eine unbefristete Spielsperre wählt, landet in einem schweizweiten Register. Diese Eintragung gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Der Punkt ist nicht die Schärfe des Instruments, sondern seine Reichweite: Ein Klick schliesst mehr Türen als die eine, vor der gerade gestanden wird.
Was im Register steht, hat Folgen für das Geld. Gesperrte und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer sich sperren lässt, gibt also nicht nur den Zugang auf, sondern nimmt in Kauf, dass ein offener Wettschein untergeht. Das gehört auf den Tisch, bevor man den Knopf drückt.
Die Registrierung selbst ist der Filter, der alles andere trägt. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Dieses Verfahren ist der Grund, weshalb Sporttip und Jouez Sport kein anonymes Konto kennen — und der Grund, weshalb die beiden Häuser auf Dauer mehr über ihr Publikum wissen als ein ausländisches Angebot es je über seine Schweizer Kunden weiss.
### spielpl Was der Spielerschutz in der Praxis verlangt
Zwischen Kontrolle und Kontrolle liegt der Alltag. Wer im Frühjahr ein Konto für die MLB eröffnet und im Oktober die World Series sehen will, hat sechs Monate dazwischen und wird die Limite aus dem April kaum unverändert lassen wollen. Genau dort sitzt die Reibung: Nach unten ist der Weg frei, nach oben kostet er drei Tage. Ein Kontoinhaber, der im September merkt, dass seine Verlustlimite dem Spielplan nicht standhält, muss also drei Tage vor dem Spieltag handeln, an dem er mitmachen will. Die Frist ist planbar. Eine kurzfristige Erhöhung ist es nicht.
Kontrolle hat noch ein zweites Gesicht, und es gehört zur Registrierung. Ein Ausweis, der gegen Adress-Datenbanken geprüft wird, ist ein Vorgang mit Wartezeit. Er erledigt sich nicht am Spielfeldrand, und wer zehn Minuten vor dem ersten Pitch einen Schweizer Anbieter wählen will, wird nicht fertig. Dieselbe Prüfung ist dagegen das, was ein Konto nach einem Gerätewechsel oder einer vergessenen Zugangskennung rettet.
Die zweite Hürde ist räumlich. Sporttip und Jouez Sport haben getrennte Gebiete, und ein Konto gibt es nur für Wohnsitzige des jeweiligen Gebiets. Wer in Genf lebt, kommt nicht zu Sporttip, und wer in Zürich wohnt, nicht zu Jouez Sport. Das ist keine Geschäftsentscheidung der beiden Häuser, sondern der Zuschnitt ihres Auftrags. Ein Umzug über die Sprachgrenze hinweg ändert deshalb die Anbieterwahl mit — eine Frage, die sich einem Konto in der Regel erst nach dem Wohnungswechsel stellt und dann unangenehm konkret wird.
### grundlag Grundlagen, mit denen ein MLB-Wettschein steht oder fällt
Die Struktur der Liga ist die einfachste Erklärung dafür, weshalb Baseballwetten anders aussehen als Fussballwetten. 30 Teams, 29 aus den USA und eines aus Kanada, verteilt auf National League und American League mit je 15 Teams in drei Divisionen zu je fünf Teams. Jedes Team bestreitet in der Hauptrunde 162 Spiele. Die National League wurde 1876 gegründet, die American League 1901.

Aus dieser Zahl folgt das Programm. Ein Abend mit 15 gleichzeitig angesetzten Partien ist in der MLB die Regel, kein Höhepunkt. Ein Wettprogramm, das diese Fülle abbildet, sieht anders aus als eines mit einem Spiel pro Abend — und ein Spieler, der ein Konto für Baseball sucht, sollte zuerst nach dem Umfang des Programms schauen und erst danach nach hübschen Zusatzfunktionen.
Die Postseason liefert die zweite Struktur. Seit 2022 spielen zwölf Teams mit: sechs Divisionssieger und drei weitere Teams je Liga. Die beiden bestplatzierten Teams jeder Liga sind für die Wild-Card-Runde gesetzt, die im Modus Best of three läuft. Die Championship Series werden im Modus Best of seven gespielt, erstmals 1969. Die World Series wurde erstmals 1903 als Best of nine ausgetragen und läuft heute ebenfalls über Best of seven.
Ein Modus ist keine Fussnote, sondern ein Marktgestalter. Best of seven heisst, dass eine Serie bis zu sieben Einzelspiele umfassen kann und zwei Mannschaften einander bis zu viermal gegenübertreten. Wer eine Serienwette hält und die Serie nach fünf Spielen endet, hält ein Ergebnis, dessen Eintrittsweg er nicht vollständig kontrolliert. Genau deshalb lohnt es sich, vor einer Serienwette zu lesen, was der Veranstalter unter dem Serienausgang versteht: Wer zieht bei einem Spielabbruch weiter, was passiert, wenn ein Spiel verlegt wird, und zählt ein Entscheidungsspiel mit, wenn es angesetzt, aber abgesagt wird. Die Antwort steht nicht in dieser Liga, sondern in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters — und bei zwei Schweizer Häusern liest sie sich schneller nach als bei einem ausländischen.
Die jüngste Ausgabe der Serie ist der beste Beleg dafür, wie eng der Modus an der Grenze läuft. Die World Series 2025 gewannen die Los Angeles Dodgers mit 4:3 gegen die Toronto Blue Jays; die Serie lief vom 24. Oktober bis zum 1. November 2025 im Rogers Centre in Toronto und im Dodger Stadium in Los Angeles. Im siebten Spiel gewannen die Dodgers 5:4 nach 11 Innings; Yoshinobu Yamamoto wurde zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt, die Dodgers waren seit 2000 das erste Team mit zwei Titeln in Folge und holten ihren neunten Titel. Rekordgewinner der Serie sind die New York Yankees mit 27 Titeln.
Ein 4:3 nach Spiel sieben und ein 5:4 nach elf Innings in derselben Zeile — wer verstehen will, warum Baseballquten häufig ausserhalb dessen liegen, was Fussballfreunde gewohnt sind, braucht nicht mehr als diese beiden Zahlen. Spiele, die in der Verlängerung kippen, gibt es hier jede Woche.
### rechtsla Ein geschlossenes Programm statt eines offenen Markts
Sporttip führt sein Programm nicht nach sportlicher Popularität, sondern nach Zulassung. Zugelassen sind nur Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, die auf der Gespa-Liste stehen. Für Baseball heisst das: ein Programm, das mit jeder neuen Fassung der Liste kommen und gehen kann. Qualifikationsrunden stehen darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe dann, wenn sie es sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen, Eckball- und Kartenmärkte ebenfalls, und ein Esport-Abschnitt existiert nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind verschlossen.

Wer aus dem Fussball kommt, wird sich an die Enge erst gewöhnen müssen. Der Schweizer Fussballfan kennt Torwetten, Handicaps und eine Handvoll Sonderwetten; beim Baseball wird das Programm dünner ausfallen, und die Vielfalt, die ein ausländisches Haus auf Lager hat, ist keine Kalibrierung dafür, was es hier geben sollte. Zwei Dinge mildern das: 162 Spiele pro Team liefern Material genug, und Livewetten sind erlaubt, wo der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Statutarisch ist die Livewette nicht auf bestimmte Märkte eingeschränkt.
Eine Eigenheit des Baseballs, die man in dem Moment versteht, in dem sie greift: 162 Spiele pro Team liefern Material genug, und Livewetten sind erlaubt, wo der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Statutarisch ist die Livewette nicht auf bestimmte Märkte eingeschränkt.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer glaubt, ohne Stream keine Livewette platzieren zu können, wettet deshalb besser gar nicht: Sporttip wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 — der Einsatz kommt zurück, der Gewinn ist weg. In spielentscheidenden Situationen, etwa bei einem Elfmeter, einer roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist keine Willkür, sondern der Versuch, eine Lücke zu schliessen, die entsteht, wenn die Information schneller ist als die Leitung.
Zwei Marktformen bleiben dem Swisslos-Programm eigen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion entgegen, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Die letzte Bedingung ist die, die zählt. Ein Boost auf einen langen Kombinationsschein, der ohnehin vor dem ersten Pitch ausgestiegen wird, ist kein Geschenk, sondern Dekoration. Und wer die Mindestquote von 1.50 bei vier Voraussagen überschreitet, hat vier Einzelentscheidungen im Schein, die alle eintreffen müssen. Der Kombiboost belohnt Breite, nicht Sicherheit.
Die Saison, die das Wettprogramm diktiert — und die Lücke zwischen den Ligen
Ein MLB-Spielplan hat einen Rhythmus, den man nicht umgehen kann. Hauptrunde von Frühjahr bis Herbst, 162 Spiele pro Team, dann die Postseason. Zwölf Teams, sechs Divisionssieger und je drei weitere pro Liga. Wild-Card-Runde über Best of three, Championship Series und World Series über Best of seven. Wer MLB-Wetten über die Saison plant, plant gegen diesen Kalender, nicht gegen ihn.
Was der Rhythmus für ein Schweizer Konto bedeutet, ist weniger romantisch als es klingt. Zwischen April und September läuft das Wettprogramm nebenher, mit vielen Spielen und verhältnismässig wenig Grund, sich einen Abend freizuhalten. Im Oktober kehrt sich das um. An einem einzigen Abend kann eine Elimination anstehen, und weil die Serie über mehrere Spiele läuft, ist derselbe Ausgang an mehreren Abenden erneut zu haben. Der Herbst verlangt weniger Spiele, aber mehr Aufmerksamkeit pro Spiel.
Auf der Ebene der Ereignisse ist das eine Standortfrage. Eine Partie um zwei Uhr morgens Schweizer Zeit ist kein Fernsehabend, sondern eine Weckzeit — und eine Livewette bezieht ihren Wert daraus, dass der Spieler den Spielstand kennt. Wer um zwei Uhr aufsteht, um auf einen Markt zu setzen, den er ohne Bild nicht einschätzen kann, gehört nicht zur Zielgruppe des Produkts, sondern zu seinen Opfern.
Der Spielplan ist ausserdem lückenhaft, und zwar aus einem Grund, der in der Schweiz manche Fans überrascht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten veranstalten, und ihre Programme unterscheiden sich. Wer denkt, ein Schweizer Anbieter müsse die ganze MLB abdecken, wird die Rechnung ohne die Veranstalter gemacht haben.
Ein Wort zur Grösse des Ereignisses, weil sie oft als Argument für ein Auslandskonto herhält: Rekordgewinner der World Series sind die New York Yankees mit 27 Titeln. Ein Klub mit dieser Bilanz ist ein Auswärtsverein in einem Wettprogramm, das keine Klubbindung kennt. Ob die Yankees an einem Schweizer Wettschein stehen, hängt nicht an ihrer Geschichte, sondern an der Liste und am Haus.
Zehn Angebote, zwei Bewilligungen — der Vergleich
Die Reihenfolge dieses Vergleichs folgt dem Recht, nicht der Grösse des Marketings. Zuerst die beiden Häuser, die Sportwetten in der Schweiz überhaupt veranstalten dürfen. Danach acht ausländische Marken, die Schweizer Spieler antreffen und die nach denselben Kriterien eingeordnet werden — ohne Schweizer Bewilligung, wie jede von ihnen ausdrücklich vermerkt ist. Das ist die einzige Sortierung, die der Sache standhält: Alles andere würde zwei Gruppen vermengen, deren Unterschied nicht im Angebot, sondern in der Erlaubnis liegt.
| Brand | Bewilligungsstatus | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| Betclic | ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung feststellbar |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Tobique (Kanada), gemeldet von Drittquellen |
Die letzte Zeile ist die einzige mit einem Namen in der rechten Spalte, und gerade sie ist die schwächste. Eine gemeldete Bewilligung einer Drittquelle ist keine Erlaubnis, die in der Schweiz etwas bewirkt; sie beschreibt, was ein Betreiber vorzuweisen behauptet. Bei den übrigen acht steht in derselben Spalte nichts Erhebliches, und auch das ist eine Aussage: Eine Bewilligung, die niemand aufführen kann, gibt es im Ergebnis nicht.
Was diese Tabelle nicht leisten kann, ist der Blick in die Wettprogramme. Ob ein Haus Baseball überhaupt führt, in welchem Umfang und mit welchen Serien- und Live-Märkten, steht in seinem Wettprogramm und nicht in einer Bewilligungszeile. Wer zwei Marken vergleicht, vergleicht daher zwei Fragen, die getrennt bleiben müssen: Darf dieses Haus mich überhaupt bedienen, und bedient es mich in der Sportart, die ich will.
Für die zweite Frage gibt es einen Weg, der sich in fünf Minuten geht. Ein Konto eröffnen ist dazu nicht nötig, nur der Blick ins Wettprogramm auf der Website, bei manchen Marken auch in einem Demobereich. Wer die Mühe scheut, entscheidet anhand einer Marketingseite, auf der Baseball als Kategorie auftaucht, sobald ein Playoff-Spiel ansteht.
Swisslos Sporttip: das Haus mit dem schmalsten Weg und dem engsten Gitter
Sporttip ist eine von zwei Marken, die in der Schweiz Sportwetten veranstalten dürfen, und wer in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein wohnt, hat hier überhaupt die Möglichkeit eines bewilligten Kontos. Träger ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; das Geschäft ruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH.
Die Grenze des Produkts verläuft damit doppelt. Räumlich: Ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet entsteht kein Onlinekonto. Inhaltlich: Das Programm folgt der Gespa-Liste, und was dort für Baseball nicht steht, wird nicht angeboten, egal wie viele Spiele an einem Abend laufen.
Die Limiten sind eng gesetzt und zugleich klar benannt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit grossen Einsätzen rechnet, findet hier eine Decke, die sich zudem bewegen kann.
Dass das Haus das Spielerschutz-Kapitel nicht nur abarbeitet, zeigt der Weg über die Limiten von einem auf 180 Tage. Die unbefristete Spielsperre im schweizweiten Register ist das schärfere Instrument; wer sie wählt, sperrt sich auch gegen Casinos, einschliesslich Online-Casinos, und im Fürstentum Liechtenstein.
Was man über die Herkunft des Geldes wissen sollte: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Ein sinkender Betrag aus der Sparte, die einen hier interessiert, während das Gesamtbild stabil bleibt — wer die gemeinnützige Verwendung als Argument für Sporttip anführt, sollte die Zahl also differenziert lesen.
Dazu kommt eine Regel, die bei einem 162-Spiele-Programm häufiger greift, als sie klingt. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Baseball ist die Verlängerung kein Sonderfall, sondern Alltag — Spiele über elf Innings gab es in der jüngsten World Series im entscheidenden siebten Spiel. Wer eine Wette auf einen Ausgang hält, der erst in der Verlängerung fällt, sollte wissen, welcher Ausgang im Wettschein steht.
Cash-Out ist ein Feature und keine Zusage. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Er existiert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wie das in der Praxis aussieht: Wer in einem Spiel der Hauptrunde früh vorn liegt, aber mit der Verlängerung rechnet, verkauft seine Position unter ihrem rechnerischen Wert. Das ist kein Fehler des Anbieters, sondern der Preis für einen Ausstieg, den es nur gibt, solange die Wette läuft. Wer Cash-Out als Absicherung einplant, hat eine Absicherung, die im Voraus nicht bezifferbar ist.
Das Gewinnverfahren ist dagegen transparent und mechanisch. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung ist der kleine Abzug, den jede Wette trägt, unabhängig davon, wie sie ausgegangen ist.
Für Teilnahmeberechtigung und Ausschluss gelten klare Linien: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Unter-18-Jährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Regel trifft im Baseball kaum jemanden, sie steht aber im gleichen Werk wie alles andere.
Fazit Sporttip: Die Decke von CHF 1’000 pro Einzelwette und CHF 10’000 pro Systemwette ist das Merkmal, an dem sich das Haus entscheidet, nicht der Bewilligungsstatus — dass Sporttip bewilligt ist, gilt für diese Marke wie für ihre Schwester im Westen und trennt sie nur von den acht ausländischen. Wer in seinem Kanton ein bewilligtes Konto will und mit Einsätzen unter der Limite arbeitet, hat hier das Programm, das ohnehin das einzige mit Schweizer Schutz ist. Wer grösser spielen will, findet eine Decke, die Swisslos jederzeit verschieben kann.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Produkt, ein anderes Einzugsgebiet
Jouez Sport ist die Westschweizer Variante desselben Auftrags: eine von zwei Veranstalterinnen, die Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen, mit Bewilligung für ein Grossspiel und unter Aufsicht der Gespa. Betreiberin ist die Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Die Zahlen sagen etwas über den Vertriebskanal. 2’350 Verkaufsstellen sind ein Netz, das älter ist als das Onlinekonto, und 221 Mitarbeitende sind eine Organisation, die das Spielgeschäft nicht als Anhängsel eines grösseren Konzerns betreibt. Wer in Lausanne oder Sitten wohnt, hat damit eine physische Adresse für Fragen, die ein Online-Support nicht beantwortet.
Für Baseball gilt hier dasselbe Regelwerk wie bei Sporttip, und das ist kein Zufall, sondern die Konsequenz desselben Gesetzes. Nur Ereignisse und Wettarten aus der Gespa-Liste sind zulässig. Livewetten sind erlaubt, wo eine entsprechende Entscheidung vorliegt. Limiten setzen die Spielenden selbst, und die Erhöhung einer Verlustlimite wirkt nicht sofort.
Was Sporttip und Jouez Sport in diesem Vergleich unterscheidet, ist nicht der Schutzapparat und nicht die Zulassungsliste, sondern die Postleitzahl. Die eine Marke sieht die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die andere die Westschweiz. Für einen Spieler heisst das, dass die Bewilligung allein noch nichts über die Zugänglichkeit sagt: Von den beiden bewilligten Häusern ist jeweils nur eines erreichbar.
Und daraus folgt eine unbequeme Beobachtung. Ein Westschweizer, der im Streit mit einem bewilligten Anbieter einen Ansprechpartner in seiner Region will, sucht ihn in Lausanne, nicht in Basel. Wer die regionale Verankerung für ein Qualitätsmerkmal hält, hat in der Westschweiz ein Haus mit einer Handvoll hundert Mitarbeitenden und einem dichten Verkaufsstellennetz vor sich.
Fazit Jouez Sport: Jouez Sport ist keine schlechtere Wahl als Sporttip und keine bessere — es ist dieselbe Art von Veranstalterin mit einer anderen Landkarte, und die Marke entscheidet sich an der Wohnadresse, nicht am Angebot. Wer in der Westschweiz wohnt und ein bewilligtes Konto will, hat genau eine Adresse; wer ausserhalb wohnt, hat hier keine.
Acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung
Die folgenden acht Häuser sind ausländische Buchmacher, die Schweizer Spieler antreffen. Keines von ihnen hält eine Bewilligung für die Schweiz, und das ist bei jedem einzelnen ausnahmslos so. Sie sind hier aufgeführt, weil ein Leser sie bei einer Suche findet und einordnen können soll, was er da vor sich hat — nicht, um eine von ihnen zu empfehlen. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar; beschreiben und einordnen ist erlaubt, anpreisen nicht.
BetLabel: Präsenz auf der Sperrliste
BetLabel ist eine dieser Marken ohne Schweizer Bewilligung, und über ihre Bewilligung ist nichts feststellbar. Diese Feststellung klingt harmlos und ist es nicht: Eine Bewilligung, die niemand belegen kann, hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Marke ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und bei einem Streit gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain der Marke kann auf der Sperrliste der Gespa stehen und von Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert werden.
Geblockte Domains werden innert Stunden ersetzt. Das ist die eine Zahl, die man zu diesem Punkt kennen muss: Die Sperrliste existiert seit dem 3. September 2019, umfasste Ende 2025 671 Domains, und der Wechsel auf eine neue Adresse dauert Stunden. Wer glaubt, ein Domainblock nehme die Marke vom Netz, glaubt an etwas, das nicht passiert. Was der Block leistet, ist ein zusätzlicher Schritt, kein Hindernis.
Fazit BetLabel: Der Zugang ist instabil und die Bewilligungslage leer, was bei einem Schweizer Wohnsitz die Frage nach dem Ersatz sofort stellt. Wer die Marke aus einem anderen Markt kennt, sollte nicht annehmen, dass hier dieselben Ansprüche gelten.
Sportuna: der Fremdkörper im Blickfeld
Sportuna zählt zu den acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, und eine Bewilligung ist nicht feststellbar. Was in der Schweiz fehlt, ist nicht nur ein Papier: Es fehlt der Anschluss an das Sperrregister, es fehlt der Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann über DNS blockiert werden.
Bei einem Haus ohne bewilligtes Schweizer Produkt ist der Vergleichsmasstab ein anderer. Ein Baseballprogramm lässt sich optisch nicht prüfen, sondern nur über die Bedingungen: Was ist eine Serienwette, wann gilt sie, wie wird bei einem verlegten Spiel verfahren. Diese Fragen werden für einen Schweizer Spieler erst dann relevant, wenn er den Rechtsweg verliert, auf dem er sie beantworten könnte.
Fazit Sportuna: Über die Marke lässt sich in diesem Vergleich nicht mehr sagen, als dass sie ohne Bewilligung auftritt — und wer zwischen zwei Häusern ohne Schweizer Erlaubnis schwankt, entscheidet sich zwischen zwei gleichen Nicht-Erlaubnissen, nicht zwischen zwei qualitativ verschiedenen Angeboten.
Fezbet: die Bewilligung, die keine ist
Fezbet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, und über ihre Bewilligung ist nichts feststellbar. Eine ausländische Bewilligung, ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.
Die praktische Konsequenz zeigt sich im Steuerrecht. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, und das klingt nach einem Vorteil, bis man die kantonale Praxis danebenlegt: Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Was auf der einen Seite nicht abgezogen wird, kann auf der anderen voll hinzukommen.
Fazit Fezbet: Die Marke steht für die Gruppe der ausländischen Häuser, bei denen der Gewinn steuerlich anders behandelt wird als bei einem bewilligten — und wer die Steuerpraxis seines Kantons nicht kennt, trägt ein Risiko, das er nicht beziffern kann.
myBet: ein Name, der nach Vertrautheit klingt
myBet ist eine der acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, deren Bewilligung nicht feststellbar ist, und die nicht am Schweizer Sperrregister hängt. Der Name täuscht: eine deutschsprachige Marke ist keine Schweizer Marke.
Wer in der Schweiz ein Konto bei einem ausländischen Haus hält, verliert nicht die Auszahlung, sondern den Streitweg. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und eine Fairplay-Kontrolle nach Schweizer Massstab existiert nicht.
Fazit myBet: Die Marke lebt von Wiedererkennung, ohne den Rechtsrahmen mitzubringen, der sie im deutschsprachigen Schweizer Markt tragen würde. Wer den Namen verwertet, sollte ihn nicht mit einer Erlaubnis verwechseln.
Betwinner: Reichweite und Reichweite des Schutzes
Betwinner ist eine international bekannte Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit einer Bewilligung, die nicht feststellbar ist, und ohne Anschluss an das Schweizer Sperrregister. Auch hier kann die Domain über DNS blockiert werden.
Der entscheidende Punkt bei einer Marke dieser Grösse ist die Asymmetrie: internationale Bekanntheit ersetzt keine Schweizer Aufsicht. Die Gespa prüft keine Konten bei einer Veranstalterin ohne Bewilligung, und ein Schweizer Gericht ist für die Durchsetzung von Ansprüchen aus einem solchen Konto nicht der natürliche erste Weg.
Fazit Betwinner: Die Grösse der Marke ist kein Qualitätsmerkmal, weil Qualität in diesem Vergleich an der Bewilligung hängt und nicht am Bekanntheitsgrad. Wer Bekanntheit mit Schutz verwechselt, hat genau das verwechselt, was die zwei bewilligten Häuser ausmacht.
GG.BET: die Sportwetten-Community als Zielgruppe
GG.BET positioniert sich ohne Schweizer Bewilligung und ohne feststellbare Bewilligung; auch diese Domain kann auf der Sperrliste erscheinen und blockiert werden. Die Zielgruppe ist die sportnahe Community, und im Baseball überschneidet sich die mit der Gruppe, die Statistik liest und Streaks verfolgt.
Diese Nähe ersetzt jedoch die Regulierung nicht. Die Zulassungsliste, die bestimmt, was in der Schweiz überhaupt wettbar ist, gilt nur für die beiden bewilligten Veranstalter. Ein Haus ohne Bewilligung füllt deshalb nicht etwa die Lücken der Gespa-Liste, sondern steht neben ihr.
Fazit GG.BET: Der Reiz des Angebots liegt ausgerechnet dort, wo die Schweizer Liste schweigt — was zugleich der Grund ist, weshalb es keinen Schweizer Rahmen gibt, in dem dieser Reiz durchsetzbar wäre.
Betclic: Europaerfahrung, keine Schweizer Zulassung
Betclic ist eine Marke mit Bekanntheit in mehreren europäischen Märkten, ohne Schweizer Bewilligung und ohne feststellbare Bewilligung. Kein Schweizerpermisst, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain sperrbar.
Die internationale Präsenz eines Anbieters sagt nichts über den Schweizer Fall, weil eine Bewilligung in einem anderen Land nach Schweizer Recht keine Wirkung entfaltet. Der einzige Ort, an dem sich eine Erlaubnis für die Schweiz zeigt, ist die Liste der beiden Veranstalter — und dort steht keine der acht Marken.
Fazit Betclic: Wer eine Marke mit Kontinuität über mehrere Märkte schätzt, findet hier eine solche — nur eben ohne einen Schweizer Rahmen, in dem diese Kontinuität bei einem Streit durchschlagen würde.
X3Bet: die gemeldete Bewilligung, die am wenigsten bedeutet
X3Bet ist die einzige der acht Marken, für die Drittquellen überhaupt eine Bewilligung melden: Tobique in Kanada. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung; kein Schweizer Permit, kein Sperrregisteranschluss, kein Schweizer Rechtsweg, sperrbare Domain.
Diese gemeldete Bewilligung ist im hiesigen Zusammenhang die schwächste Information der ganzen Tabelle, gerade weil sie am konkretesten aussieht. Sie beschreibt, was ein Betreiber vorzuweisen behauptet; sie beschreibt nicht, was die Schweiz anerkennt.
Fazit X3Bet: Eine kanadische Bewilligung ist für einen Schweizer Spieler die irrelevanteste Angabe auf der ganzen Seite — sie beantwortet eine Frage, die niemand gestellt hat, und lässt die eine offen, die zählt.
Was eine Quote über Chancen sagt — und was die Marge verschluckt
Wer einen MLB-Spielplan zum ersten Mal auf einem Wettschein sieht, stösst auf ein Rechenstück, das vor jeder Strategie kommt. Nehmen wir ein illustratives Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 und 1.90 — ein Beispiel, kein quotiertes Angebot. Zwei Ausgänge, zwei Preise, und die Summe der Kehrwerte ist 1/1.90 plus 1/1.90, also rund 1’053. Der Auszahlungsschlüssel liegt damit bei etwa 95 %, die Marge bei rund 5 %. Das ist der Anteil, den die Veranstalterin von jeder Einheit behält, die auf diesen Markt gesetzt wird — und zwar unabhängig davon, wer gewinnt.
Die Bandbreite, in der sich das bewegt, ist der eigentliche Punkt. Wo zwei Häuser dieselbe Begegnung mit verschiedenen Quoten führen, liegt die Marge je nach Ausgang und Haus typischerweise in einem Bereich von etwa 4 bis 8 %, und in diesem Band ist der Unterschied zwischen zwei Preisen für dasselbe Spiel keine Kleinigkeit, sondern die eigentliche Gebühr des Produkts. Wer 1.90 statt 1.95 bekommt, verliert pro gesetztem Franken einen Cent und nicht einen Zehntelrappen. Über eine MLB-Saison mit ihren 162 Spielen pro Team addiert sich das zu dem, was ein Konto tatsächlich kostet.
Zwei Dinge fehlen in dieser Rechnung, und beide wiegen schwer. Erstens sagt die Marge nichts über die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ausgangs; sie beschreibt nur den Preis, zu dem ein Haus bereit ist, eine Position zu übernehmen. Ein Spiel mit einer Quote von 1.90 ist nicht zu 52,6 % wahrscheinlich, sondern bloss zu diesem Preis gehandelt. Zweitens gibt es für Baseballs Hauptmärkte keine Zahl, die über alle Häuser hinweg gälte: Wer die Marge eines Hauses mit der eines anderen vergleichen will, muss sie an demselben Spiel, derselben Wettart und am selben Tag erheben, sonst vergleicht er Äpfel mit Nachmittagen.
Für die Praxis folgt daraus ein Verhalten, das mehr bringt als jede Meinung über ein Team. Wer den Auszahlungsschlüssel eines Marktes grob im Kopf überschlägt, merkt, ob ein Haus bei einer unscheinbaren Begegnung weniger abzieht als bei einer Attraktion — und Baseball ist ein Sport der unscheinbaren Begegnungen. Die zweite Übung ist der Blick auf die Bedingung, unter der eine Wette gewertet wird. Bei Sporttip zählt die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit, und die Verlängerung nur dann, wenn das Programm sie ausweist. In einem Sport, in dem Spiele regelmässig über die neun Innings hinausgehen, ist das keine Randfussnote, sondern der häufigste Weg, auf dem ein Wettschein anders ausgeht, als der Spieler glaubte.
Wer diese beiden Grössen — Preis und Wertungsregel — für jedes Haus prüft, bevor er einen Favoriten sucht, macht den einzigen Schritt in diesem Geschäft, der sich rechnet, ohne dass eine Mannschaft gewinnen muss.
Die Rechtslage: zwei Veranstalter, eine Liste, ein Register
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht führt die Gespa in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung verlangt eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.
Genau daraus folgt die kürzeste Antwort auf die Frage, die Leser am häufigsten stellen: Sportwetten veranstalten dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Ein ausländisches Haus trägt deshalb in dieser Tabelle kein Bewilligungsmerkmal, sondern einen Vermerk.
Für ein Onlinekonto braucht es Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Damit ist die Zugangsfrage nicht eine des Geschmacks, sondern der Adresse.
Was wettbar ist, steht auf einer geschlossenen Liste: der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10. September 2026. Nur Sportwettkämpfe sind zugelassen — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen gibt es nicht. Qualifikationsrunden stehen auf der Liste, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe, wenn sie es sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Eckball- und Kartenmärkte fehlen, ein Esport-Abschnitt fehlt, und Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Für Baseball heisst das: Ein Programm existiert, aber es ist nicht das Programm, das ein ausländisches Haus auf Lager hat. Wer die volle Vielfalt an Sonderwetten sucht, findet sie nicht bei einem bewilligten Anbieter. Was er stattdessen findet, ist ein Rahmen, in dem ein Streitfall eine Adresse hat.
Geld fliesst in die Öffentlichkeit. Der Reingewinn aus Swisslos ging für 2025 zu CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und zu CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Ein Teil des Spieleinsatzes ist damit eine zweckgebundene Abgabe, ob man das nun als Begründung liest oder als Nebenbemerkung.
Beim Geld gibt es eine Regel, die jede Auszahlungsphantasie erledigt. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und Kredit an Spielende wird nicht gewährt. Wer wissen will, welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, liest dessen eigene Bedingungen. Und anders als oft behauptet, gibt es in der Schweiz kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an nicht bewilligte Wettanbieter blockieren.
Beim Steuern ist die Lage zweistufig. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und nur darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025; der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und nicht eine Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter jedem dieser Beträge: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht. Wer seinen Fall beurteilen lassen will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Für die Werbung gilt ein doppeltes Verbot. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Deshalb steht in diesem Text kein Anbieter in einem Licht, das zum Abschluss drängt.
Ein Wort zum Vollzug, weil es die Vorstellung von einem dichten Netz relativiert. Die Gespa führt Testkäufe durch. Bei Verkaufstellen wurde 2025 in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Aufsicht ist real; der Schutz am Verkaufsschalter ist es nicht im gleichen Mass.
Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa — 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen der jeweiligen Veranstalterin; eine Uhrzeit, ab der Werbung verboten wäre, existiert nicht.
Und der Blick über die Grenze. Eine ausländische Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter über DNS blockieren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt.
Die ehrliche Zusammenfassung dieser beiden Wege lautet nicht, dass der eine sicher und der andere gefährlich ist. Der bewilligte Weg bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Häuser, eine geschlossene Sport- und Marktliste, einen Wohnsitzerfordernis und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bringt keine Schweizer Bewilligung, keinen Anschluss ans Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und eine kantonale Steuerpraxis für Gewinne. Keiner der beiden Wege ist von sich aus die sichere Wahl.
Ein Wettschein, bevor ein Spiel gesetzt wird
Die Reihenfolge auf dem Weg zu einem MLB-Wettschein ist in der Schweiz kürzer, als die meisten erwarten, und sie fängt nicht bei der Mannschaft an. Wer eine Partie tippen will, muss zuerst zu einem der beiden bewilligten Anbieter kommen, wohnsitzbedingt also zu genau einem. Dann steht die Registrierung mit Ausweisprüfung an, die nicht in der letzten Viertelstunde vor dem ersten Pitch erledigt wird. Danach kommen die Limiten, die vor der ersten Wette gesetzt sein müssen.
Erst dann kommt die Sportart ins Spiel — und mit ihr eine Prüfung, die man am einfachsten vor der Eröffnung erledigt statt danach. Ob ein Ereignis und eine Wettart zulässig sind, steht auf der Gespa-Liste; welche Ausgänge und Serien ein Haus führt, steht in seinem Wettprogramm. Diese beiden Dinge sind nicht dasselbe, und ein Blick in beide kostet weniger Zeit als der Ärger, den er spart.
Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport eine Adresse; wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat mit Sporttip seine. Diese Aufteilung ist kein Vergleichsergebnis, sondern der Zuschnitt der Bewilligung, an der sich die Wahl entscheidet.
Häufige Fragen zu MLB-Wetten in der Schweiz
Ist es in der Schweiz erlaubt, auf Spiele der Major League Baseball zu wetten?
Ja, aber nur bei einem der beiden bewilligten Veranstalter und nur, wenn das Ereignis und die Wettart auf der Gespa-Liste stehen. Der Veranstalter führt ein geschlossenes Programm; ein Fussball-abgeleitetes Sortiment an Sonderwetten gibt es für Baseball nicht. Ein Konto braucht Wohnsitz im jeweiligen Gebiet.
Wer darf in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und wo ist die Gespa-Liste einsehbar?
Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, gestützt auf das Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa. Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten veröffentlicht die Gespa selbst; die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains, die Telekom-Anbieter über DNS sperren, ebenfalls.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. In jedem Preis steckt die Marge des Anbieters; sie bestimmt, was ein Markt zurückzahlt.
Was bedeutet der Modus «Best of seven» für eine Serienwette in der Postseason?
Die Championship Series und die World Series werden über bis zu sieben Spiele entschieden. Eine Serienwette kann daher eintreffen, ohne dass alle angesetzten Partien ausgetragen werden, und umgekehrt hängen Ausgang und Spieldauer zusammen. Was bei Verlegung oder Abbruch gilt, steht in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000; Senken wirkt sofort, Erhöhen nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.
US-Sport – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
