Fussball-EM-Wetten in der Schweiz: Spielplan, Bewilligungen und der Preis jeder Quote

Updated Oktober 2026
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Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.

Wer heute nach einer Fussball-Europameisterschaft sucht, um auf sie zu wetten, kommt an einer unbequemen Tatsache nicht vorbei: Die letzte Endrunde ist vorbei, die nächste liegt weit entfernt, und dazwischen liegt kein weiteres Turnier. In der Schweiz kommen zwei weitere Bedingungen hinzu — für Sportwetten gibt es genau zwei zugelassene Veranstalter, und ein Online-Konto bekommst du nur, wenn du in deren Gebiet wohnst. Das ist keine Nebenbemerkung. Es entscheidet, ob eine Wette überhaupt zustande kommt, zu welchen Limiten, und ob du bei einem Streit einen Weg hast.

Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Datenstand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zur Bewilligungslage wurden gegen die öffentlich geführte Sperrliste und die Aufsichtsinformationen der Gespa abgeglichen, die Quoten- und Limitenangaben gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden Schweizer Veranstalterinnen.

Spielplan der Europameisterschaft 2028: was ab Juni 2028 überhaupt zur Wette steht

Die nächste Endrunde findet mit 24 Nationen in Juni und Juli 2028 statt, ausgetragen in England, Schottland, Wales und Irland. Das Eröffnungsspiel steht am 9. Juni 2028 in Cardiff an, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht — wer eine solche Partie im Wettprogramm sucht, sucht vergeblich.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Gespielt werden sechs Vierergruppen, danach folgt die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli 2028. Für den Wettenden ist das mehr als eine Terminliste. Es ist die Antwort auf die Frage, wann Langzeitwetten entschieden werden: Ein Turniersieger-Tipp läuft bis zum Finaltag, ein Gruppensieger-Tipp endet mit dem letzten Gruppenspiel, und eine Wette auf den Finalisten hängt an zwei Halbfinal-Abenden im Juli. Wer sein Geld über Wochen gebunden hat, sollte wissen, an welchem Wochenende es zurückkommt.

Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Bis dahin stehen die Teilnehmer nicht fest — und damit auch nicht die Partien, auf die sich ein konkretes Wettprogramm beziehen könnte. Was in der Zwischenzeit angeboten wird, sind Langzeitmärkte auf den Turniersieg oder auf die Qualifikation, nicht Spiele.

Wer sich orientiert, braucht den Rückblick: Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt, mit 24 Mannschaften, sechs Vorrundengruppen zu je vier Teams und insgesamt 51 Spielen. Im Finale am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und holte seinen vierten EM-Titel. Die Zuschauerzahl über das Turnier betrug 2’681’288. Sechs Spieler trafen je dreimal: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Diese Zahlen sind die Grundlage fast jeder Turnierprognose, die einem im Netz begegnet — und genau da beginnt das Problem. Wer 2024 aus dem Turnierverlauf herauslesen will, wie 2028 läuft, verwechselt Vergangenheit mit Wahrscheinlichkeit. Der Kader von 2028 ist ein anderer, das Losverfahren ist ein anderes, die Vorbereitung ist eine andere. Ein Torjäger von 2024 muss 2028 nicht einmal qualifiziert sein.

Ein Blick auf die Geschichte des Turniers relativiert das Modell vom Dauerabonnenten. Die erste Fussball-Europameisterschaft fand 1960 statt, seit 2016 spielen 24 Mannschaften, zwischen 1996 und 2012 waren es 16. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei — 1972, 1980 und 1996. Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Veranstalter ist die UEFA, das Turnier findet alle vier Jahre statt.

Zwei Titel liegen bei Deutschland also mehr als ein Vierteljahrhundert zurück. Für einen deutschen Anhänger ist das eine unangenehme Zahl, für den Wettenden eine Mahnung: Namen und Tradition schlagen sich in Quoten nieder, in Ergebnisse nicht.

Ein Hinweis zum Suchverhalten, weil er Geld kostet. Einige Anbieter stellen ihre Angebote unter eine Jahreszahl, die gar kein Turnier trägt. Ein EM-Jahr ist 2024 gewesen. Das nächste ist 2028. Wenn eine Seite mit einer Endrunde wirbt, die dazwischen liegen soll, fehlt diesem Versprechen schon das Ereignis.

Vergleich der Schweizer Anbieter: die zwei bewilligten Veranstalter und acht ausländische Namen

Die interkantonale Regelung hat die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine Tatsache: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Bewilligt sind zwei Veranstalterinnen, mit je eigenem Produkt und je eigenem Gebiet. Beide halten eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; die Aufsicht liegt bei der Gespa. Wer auf ein breiteres Wettangebot hofft, findet es in der Schweiz nicht — und wer es im Ausland sucht, verliert den Schweizer Rechtsschutz und die Anbindung ans Sperrregister.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
1Bet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
Duelbits keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
GG.BET keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
BetFury keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
Betscore keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung
X3Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldet: Tobique (Kanada), in der Schweiz ohne Wirkung

Die Spalte mit der Bewilligung ist bei acht von zehn Zeilen leer an Substanz, und das ist die eigentliche Erkenntnis dieser Übersicht. Eine ausländische Bewilligung — gleich aus welchem Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. Nach Schweizer Recht gilt sie als nicht vorhanden, und damit existiert auch kein Rechtsweg gegen einen Anbieter, der sie vor sich herträgt. Wer den Vergleich nach Quoten führt und nicht nach dieser Spalte, sortiert nach dem unwichtigsten Merkmal.

Der zweite Punkt, der in solchen Listen untergeht: Die beiden bewilligten Häuser sind keine austauschbaren Alternativen. Jede bedient ihr Gebiet, und ein Online-Konto bekommst du nur, wenn du dort wohnst. Für einen Betrachter ausserhalb dieser Gebiete ist selbst die bewilligte Hälfte der Tabelle theoretisch.

Die Rechtslage in der Schweiz: Grossspiel, Wohnsitzpflicht und der geschlossene Angebotskatalog

Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) ein Grossspiel und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht die zuständige Stelle — sie beaufsichtigt nur Casinos, und wer dort anruft, ist an der falschen Adresse.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Eine Bewilligung braucht zweierlei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Sie gilt nur in der Schweiz. Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz, in der Praxis dazu Wohnsitz im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Was überhaupt zur Wette stehen darf, ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die genehmigten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer Liste, Fassung 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder aufs Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Ecken- und Kartenmärkte finden sich nicht auf der Liste, eine Esport-Sektion ebenso wenig. Wettkämpfe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern die Veranstalterin eine entsprechende Bewilligung hat. Das Gesetz beschränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte.

Das ist enger, als es aussehen mag. Wer von einem Fussballabend mit Dutzenden Märkten träumt, findet in der Schweiz ein Programm, das auf Sportarten und Wettarten begrenzt ist, die vorher auf eine Liste geschrieben wurden. Bei einer Europameisterschaft ist das kein Problem — die Partien stehen drauf. Bei exotischeren Wünschen schon.

Zwei Präzisierungen, die in vielen Ratgebern falsch stehen. Erstens: Virtueller Sport. Über dessen rechtliche Zulässigkeit ist nichts feststellbar, also lässt man es besser unerwähnt, statt es zu behaupten oder zu bestreiten. Zweitens: Cash-Out. Das ist gesetzlich nicht geregelt, sondern ein Merkmal des jeweiligen Angebots und nach den Bedingungen jeder Veranstalterin zu beurteilen.

Und dann die unangenehme Adresse: Die Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Diese Seite beschreibt und beurteilt Anbieter. Sie wirbt für niemanden.

Spielerschutz und Verlustlimiten: was die erste Wette voraussetzt

Die erste Sporttip-Teilnahme beginnt nicht mit dem Wettschein, sondern mit den Limiten. Spielende müssen vorher Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Das Gesetz verlangt, dass eine Veranstalterin Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste fordert. Eine Senkung wirkt statutarisch sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht.

Diese 72 Stunden sind der beste Beleg dafür, dass der Spielerschutz nicht bloss Papier ist. Sie sind auch die einzige Bremse, die einem schlechten Abend tatsächlich im Weg steht — jemand, der um zwei Uhr morgens seinen Rahmen erhöhen will, kommt damit nicht durch. Wer das als Schikane liest, liest es falsch herum.

Auf der anderen Seite stehen Pausen und Sperren. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, eine Aufhebung vor Fristablauf gibt es nicht. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Von Gesetzes wegen muss eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen. Ein Konto pro Person, mit geprüfter Identität. Wer selbst als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf nicht darauf wetten.

Ein Befund trübt das Bild, und man sollte ihn nicht weglassen: Testkäufe der Gespa von 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Wer den Schutz an Schweizer Verkaufsstellen als streng darstellt, stellt ihn falsch dar. Online greifen Ausweispruefung und Register eher — aber die Zahl zeigt, dass eine Vorschrift nicht dasselbe ist wie ihre Einhaltung.

Wichtig für alle, die ein Problem bei sich erkennen: Beratungsstellen sind Teil des Systems, nicht sein Gegenteil. Wer den Überblick über die Einsätze verliert, holt sich Hilfe — und für steuerliche Fragen gilt dasselbe: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Gratiswetten und Boni in der Schweiz: wenig Angebot, klare Bedingungen

Wer eine Europameisterschaft zum Anlass für ein Bonusangebot sucht, wird in der Schweiz nicht viel finden. Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Das ist keine Zurückhaltung aus Bescheidenheit, sondern eine Bewilligungshürde: Jede Aktion muss vorher durch, und entsprechend klein fällt der Markt aus.

Die zweite Hürde sitzt im Kleingedruckten. Der Einsatz einer Gratiswette wird mit dem Gewinn nicht zurückgezahlt. Wer CHF 10 Gratiswette auf eine Quote von 3.00 setzt und gewinnt, bekommt nicht CHF 30, sondern CHF 20. Die Differenz ist kein Rundungsfehler, sie ist der Preis des Angebots.

Ausserdem ist die Zahl der Aktionen das eine, die Frage der Verwertung das andere. Wer prüft, ob sich eine Gratiswette lohnt, sollte auf drei Dinge schauen: welche Quote mindestens nötig ist, ob es eine Frist gibt und ob die Gewinnerhöhung gedeckelt ist. Genau diese drei Angaben entscheiden mehr über den Wert als der beworbene Betrag.

Bei Sporttip gibt es Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Kombiboost funktioniert ähnlich und über einen anderen Hebel. Er gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Die 100 % klingen gut und sind trotzdem keine Verdopplung des Einsatzes. Erhöht wird der Nettogewinn, nicht der Einsatz, und fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 müssen erst einmal aufgehen. Ein Blick auf die Staffelung genügt: Die Erhöhung von 5 % auf 20 % verlangt drei zusätzliche Treffer. Der Sprung lohnt sich rechnerisch erst für jemanden, der solche Kombinationen ohnehin spielt.

Ehrlich gesagt ist die Bonuslandschaft hier keine Jagdgrösse. Wer wegen einer Gratiswette aufs EM-Wetten kommt, kommt wegen des falschen Grundes. Und eines gilt für dieses Thema wie für kein anderes: Wer sich von Gratisguthaben zu Einsätzen verleiten lässt, die er sonst nicht gemacht hätte, hat keinen Bonus bekommen, sondern einen Rahmen gesetzt, den er nicht mehr selbst bestimmt.

Wett-Apps und mobiles Wetten: dieselben Limiten, nur kleiner dargestellt

Auf dem Smartphone zählen eine übersichtliche Bedienung, schnelle Ladezeiten und dieselben Limiten wie am Rechner. Eine App ersetzt keine Bewilligung. Das ist der Satz, der in diesem Abschnitt am wichtigsten ist.

Die Limiten und Sperren, die im Abschnitt zu Spielerschutz und Verlustlimiten stehen, gelten im Konto, nicht auf dem Gerät. Ein Wechsel aufs Handy ändert an den 72 Stunden für eine Erhöhung nichts und hebt keine Spielsperre auf. Wer erwartet, in einer App schnellere oder höhere Einsätze zu finden, erwartet etwas, das es nach den Teilnahmebedingungen nicht gibt.

Die gesetzlichen Höchstwerte für Einsätze oder Verluste müssen bei jeder Veranstalterin gefordert werden. Bei Sporttip gelten zusätzlich: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Zahl von CHF 1’000 ist die praktischste Angabe auf dieser Seite und bekommt selten die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Sie bedeutet, dass ein grosser Einzelwert über Sporttip nicht möglich ist. Für jemanden, der bei einem Turnier mit einer fünfstelligen Summe mitgehen will, endet die Route hier — unabhängig davon, was die App leistet.

Zumal das nicht der einzige Fall ist, in dem eine Wette gar nicht zustande kommt. Bei Sporttip-Livewetten gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live im entscheidenden Moment schnell tippt, tippt in einen Ausgang, der schon eingetreten ist.

Die dritte Eigenheit betrifft Kombinationen. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein zurückerstatteter Einsatz ist kein Schaden — eine geplatzte Kombination im entscheidenden Turniermoment ist trotzdem eine Enttäuschung, die sich vermeiden lässt.

Wer eine Wett-App ausserhalb der beiden Schweizer Angebote nutzt, verliert mehr als eine Bequemlichkeit. Es gibt eine Wohnsitzprüfung und einen Kontonamen, an den ausgezahlt wird. Ohne Schweizer Bewilligung fehlen Kontopflicht, Registeranbindung und Rechtsweg. Ein Sperrlisten-Eintrag kann hinzukommen: Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS gesperrt werden. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dieses Verhalten Domain-Hopping. Wer eine App wegen eines Inhalts öffnet, der morgen auf einer anderen Adresse liegt, hat einen Anlass mehr, bei Bewilligungen hinzuschauen statt bei der Bedienung.

Wettprognosen und Strategie bei einem Turnier

Eine Prognose stützt sich auf Form, Kader und Quotenvergleich, bleibt aber eine Schätzung. Kein Tipp ist sicher, und Wetten sind kein Einkommen. Das ist kein Haftungsausschluss, sondern eine Beschreibung des Verfahrens: Es gibt keine Methode, ein Fussballspiel vorher festzustellen.

Was eine Prognose leisten kann, ist die Sortierung. Formkurven, Kaderverfügbarkeit und Turnierhistorie geben einem eine Vorstellung davon, welche Quoten überhöht und welche zu knapp gesetzt sein könnten. Diese Vorstellung ist ein Ausgangspunkt für einen Vergleich, keine Vorhersage. Der Unterschied zeigt sich in der Sprache: «Diese Quote erscheint mir zu tief für die Gruppenkonstellation» ist eine brauchbare Aussage. «Diese Mannschaft kommt weiter» ist eine Wette, keine Analyse.

Der wichtigste Schritt einer Strategie findet deswegen vor dem Wettabschluss statt und heisst Quotenvergleich. Ein Turniersiegermarkt ist sehr liquide, entsprechend klein sind die Unterschiede zwischen zwei Häusern. Bei Randmärkten — etwa der Gruppensieger einer Vierergruppe — fallen sie grösser aus, weil die Anbieter unsicherer kalkulieren. Wer bei jedem Tipp einige Minuten in den Vergleich investiert, verliert nichts und gewinnt systematisch etwas.

Der zweite Schritt ist die Frage nach der Abrechnung. Die reguläre Spielzeit umfasst nach den Sporttip-Regeln die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind. Wer im K.-o.-Spiel auf ein Ergebnis setzt und die Verlängerung mitdenkt, versteht seinen eigenen Wettschein falsch — bei den meisten Einzelwetten ist die Partie nach 90 Minuten plus Nachspielzeit ausgezählt.

Und die dritte Regel betrifft die Verbindung zwischen Prognose und Steuer. Wann ein Gewinn steuerfrei bleibt und wann nicht, ist im Abschnitt ## Betscore: kein Schweizer Zulassungsanspruch, aber der Hinweis auf die Steuerfrage erläutert — es entscheidet über den Nettoertrag einer Strategie mehr, als eine gute Quote es tut.

Ein Wort zu Spielplänen als Tipp-Quelle. Der Spielplan sagt, wer wann spielt, nicht wer gewinnt. Erzählungen über einen «leichten Weg ins Finale» erscheinen jedes Turnier aufs Neue und halten sich nie lange. Die torreichste Vorrunde garantiert kein Halbfinal, wie jede Runde zeigt.

Wettarten und Quoten bei der Europameisterschaft: der Gewinn folgt aus Einsatz mal Quote

Turniersieger, Gruppensieger oder Einzelspiel: Aus Einsatz mal Quote folgt der mögliche Gewinn. Der Payout des Schweizer Marktes ist die Auszahlungsquote eines Marktes — der Anteil aller Einsätze, der über einen Markt zurückfliesst. Die Marge ist 100 % minus dieser Quote. Und in jeder Quote steckt die Marge des Anbieters, ohne Ausnahme.

Ein Beispiel, keine zitierte Preisstellung. Nehmen wir einen 1X2-Markt mit Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 für die drei Ausgänge. Kehrwert bilden heisst in der Praxis: 1 geteilt durch 2.10 ergibt rund 0’476, 1 geteilt durch 3.40 ergibt rund 0’294, 1 geteilt durch 3.60 ergibt rund 0’278. Die Summe liegt bei rund 1’048, die Auszahlungsquote also bei ungefähr 95,4 %. Die Marge beträgt damit etwa 4,6 %.

Bleib bei diesem Satz stehen, er ist die einzige Rechnung auf dieser Seite, die zählt: rund 4,6 % jedes eingesetzten Franken bleiben beim Veranstalter, statistisch, über viele Wetten. Diese Zahl ist keine Kritik — sie ist das Geschäftsmodell, und sie ist bei Schweizer Turniermärkten kleiner als bei Randmärkten mit unsicherer Kalkulation. Die Bandbreite ist der Punkt: Ein Hauptmarkt kann in der Nähe von 4 bis 5 % liegen, ein dünn bespielter Nebenmarkt deutlich darüber. Wer sein Geld über Jahre setzt, spürt die Differenz.

Die Rechnung gilt für einen Markt, nicht für einen Wettschein. Eine Kombination aus zwei Voraussagen multipliziert die Quoten der Teile zu einer einzigen Quote — und zugleich die Margen. Aus rund 4,6 % je Markt wird bei zwei verbundenen Märkten grob die doppelte Belastung, bei drei die dreifache. Das ist die mathematische Seite davon, dass Kombiwetten bei Anbietern beliebt sind. Sie sind kein Trick, sie sind einfach teurer als der gleiche Einsatz über Einzelwetten.

Deshalb ist der Kombiboost oben richtig einzuordnen: Eine Erhöhung des Nettogewinns um 5 % macht eine Viererkombination nicht günstiger als vier Einzelwetten. Sie macht eine schlechtere Konstruktion zu einer etwas weniger schlechten. Wer Kombinationen spielt, weil sie Spass machen, soll das tun. Wer sie spielt, weil sie mehr abwerfen, sollte die vierfache Marge vorher kennen.

Auf der Linie der Einsatz höhe: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 und einer Quote von 2.10 beträgt der mögliche Rückfluss CHF 2.10, der mögliche Nettogewinn CHF 1.10. Bei einer Quote von 3.40 sind es CHF 3.40 Rückfluss und CHF 2.40 Nettogewinn. Der Nettogewinn bei einer Kombination aus zwei Voraussagen mit Quoten von 2.10 und 3.40 auf einen Einsatz von CHF 1 beträgt CHF 6.14 — die Quoten multiplizieren sich zu 7.14, abzüglich des Einsatzes. Beides gilt ohne Boost und vor der Steuerfrage.

Ein Cash-Out verändert dieses Bild und wird oft als Rettungsanker dargestellt. Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; angeboten werden muss er nicht für alle Wetten. Ein Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es gibt ihn nur als vollständigen, nicht als Teilauszahlung. Verfügbar ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten.

Der Satz, an dem man hängen bleiben sollte, ist der erste: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn. Man verkauft seine Position an den Buchmacher und bezahlt dafür. Bei einer Wette, die gut läuft, ist das ein bewusster Verzicht. Bei einer, die schlecht läuft, ist es der Verlust mit Rabatt. Wer Cash-Out als Sicherheit verkauft, verkauft eine Gebühr.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: der bewilligte Platzhirsch für die Deutschschweiz, mit engen Einsatzgrenzen

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.

Für ein Online-Konto brauchst du mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Das Angebot ist erlaubnispflichtig und entsprechend begrenzt: die genehmigten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa-Liste. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online und nur vollständig. Quotenboosts, Profitboosts und der Kombiboost sind an die Bedingungen im Abschnitt zu Gratiswetten und Boni gebunden.

Die Zahlen zur Bewilligung sind unseriös zu lesen, wenn man sie als Marketing betrachtet. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., im Vorjahr CHF 122 Mio.

Diese CHF 109 Mio. sind ein Rückgang. Der Reingewinn aus Sportwetten ist von 2024 auf 2025 um 13 Mio. gesunken, und ein Teil dieser Bewegung dürfte zu Anbietern ohne Schweizer Bewilligung gewandert sein. Das ist keine Dramatik, sondern eine Zahl, die erklärt, warum die Bewilligungslage politisch nicht so ruhig ist, wie sie erscheint.

Kurz: Wer im Vertragsgebiet wohnt, findet hier das vollständigste bewilligte Angebot. Wer darüber hinaus will — beim Einsatz oder beim Wohnsitz — stösst auf die Grenze des Systems, nicht auf eine Grenze des Anbieters.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Gegenstück, das dieselben Hürden in Französisch stellt

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Bewilligungslage ist dieselbe wie bei Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa, Betrieb nur in der Schweiz. Das Konto steht Personen offen, die in einem der sechs Kantone wohnen. Wer in Zürich sitzt, kann sich nicht hier registrieren, und wer in Genf sitzt, nicht bei Sporttip.

Zwei Veranstalterinnen, zwei Sprachregionen, eine gemeinsame Schranke. Wer die Aufteilung für eine Besonderheit hält, die sich umgehen lässt, verwechselt Ursache und Voraussetzung.

Was an dieser Adresse überzeugt, ist die Verankerung. 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende sind keine Plattform, sondern ein Vertriebsnetz mit Personal, das vor Ort ansprechbar ist. Beim Thema Gambling und Jugend ist die Gespa-Zahl von 47,5 % an Verkaufsstellen unangenehm und betrifft dieses Netz. Wer aber eine Frage klären will, bekommt hier eine Person statt eines Formulars.

Kurz gesagt: Für Wettende in der Westschweiz ist das die einzige bewilligte Tür, und ihr Preis ist die Bindung an sechs Kantone und ein begrenztes Programm. Über die Bonuslage verlautet wenig — die Gespa-Zustimmungen von 2025 sind gezählt, nicht beworben — und wer hier mit grossen Aktionen rechnet, rechnet mit dem falschen Markt.

bet-at-home: kein Schweizer Zulassungsanspruch, ein bekannter Name aus der Sperrliste

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht feststellbar, und eine ausländische Bewilligung hat nach Schweizer Recht keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Der Name ist im Zusammenhang mit der Sperrliste bereits aufgetreten. Die Aufsicht nennt bet-at-home ausdrücklich als Beispiel für Domain-Hopping — also für Anbieter, deren gesperrte Adressen innert Stunden ersetzt werden. Wer auf einer solchen Seite landet, landet auf der zweiten oder dritten Adresse desselben Angebots.

Was für den Anbieter spricht: Er ist lange am Markt und einem Teil der Schweizer Wettenden vertraut. Ein bekannter Name ist aber keine Bewilligung. In diesem Punkt unterscheiden sich die acht ausländischen Einträge dieser Übersicht nicht voneinander, und die Spalte ist bei allen gleich leer. Was der Anbieter im konkreten Fall an Limiten, Auszahlungen oder Schutzmechanismen anbietet, steht in seinen eigenen Bedingungen — und nur dort.

Für die Schweiz: derselbe Status wie alle ausländischen Anbieter. Kein Adressat für einen Streit, keine Anbindung ans Register, keine Schweizer Bewilligung.

1Bet: ein Name, der über die Sperrliste erreichbar bleibt

Bei 1Bet fehlt eine Schweizer Bewilligung ebenso wie eine feststellbare ausländische Bewilligung. Für die Schweiz gilt: keine Zulassung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Was hier nicht steht, ist genauso wichtig wie das, was steht. Über die konkreten Limiten, die Auszahlungswege oder die Schutzw erkzeuge dieses Anbieters ist nichts feststellbar. Wer diese Seite prüft, sollte die eigenen Bedingungen lesen — und dabei auf das übliche Bündel achten: Mindestquote für Aktionen, Fristen, Deckelungen. Falls solche Angaben nicht auffindbar sind, ist das selbst eine Information.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Gespa-Sperrliste umfasste am Ende von 2025 insgesamt 671 Domains. Ein Anbieter kann darauf stehen und trotzdem per E-Mail erreichbar sein. Die Sperrliste ist eine technische Massnahme gegen den Aufruf einer Adresse, kein Kontoschloss. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter einzahlt, tut das mit seinem eigenen Geld, auf eigenes Risiko, und niemand holt es für ihn zurück.

Für die Schweiz: die nüchterne Bewertung. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt genau das, was ein Streit braucht. Wer trotzdem spielt, sollte zumindest die Hausregeln vollständig kennen.

Duelbits: ein Anbieter ohne Schweizer Zulassung und ohne Registerbindung

Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung, keine feststellbare Bewilligung und in der Schweiz keine Wirkung. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Bei Anbietern dieser Gruppe trägt der Vergleich kaum. Was auf der einen Seite steht, wiederholt sich auf der anderen, weil die Bewilligungslage identisch ist und über das konkrete Programm nichts feststellbar ist. Ein Ranking, das in dieser Zone Unterschiede behauptet, erfindet sie.

Was ein Wettender aus diesem Eintrag mitnehmen kann, ist nicht der Name, sondern der Prüfpunkt: Ist ein Anbieter nicht über die Sperrliste ausgeschlossen, heisst das nur, dass er noch nicht aufgeführt ist — nicht, dass er zu den bewilligten gehört. Die Zahl von 671 Domains auf der Liste war der Stand Ende 2025. Die Zahl wächst.

Wer einen solchen Anbieter prüft, sollte mit der Bewilligung anfangen und dort aufhören, wo die Antwort ausweichend wird. Duelbits liefert in der Schweiz an dieser Stelle keine.

GG.BET: ein gelisteter Name ohne Schweizer Zulassung

GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Eine feststellbare ausländische Bewilligung gibt es nicht, und sie hätte hier auch keine Wirkung. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Interessant ist dieser Eintrag für Wettende, die Sportarten suchen, die auf der Gespa-Liste nicht stehen. Die Liste der genehmigten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ist geschlossen, und sie enthält keine Esport-Sektion. Wer auf einer ausländischen Seite Spiele und Turniere dieser Art findet, findet sie genau dort, wo die Schweizer Regeln nicht greifen — und mit allem, was an Schutz dadurch entfällt.

Dasselbe gilt für Ecken- und Kartenmärkte, die auf der Liste ebenfalls fehlen. Das ist die sachliche Beschreibung und keine Empfehlung. Wer über die Grenze des bewilligten Angebots geht, tauscht Schutz gegen Auswahl.

Für die Schweiz bleibt es bei der leeren Bewilligungsspalte. Die Regelung gilt für alle acht ausländischen Namen gleich.

BetFury: Schweizer Sicht derselbe Befund wie bei den übrigen Auslandsnamen

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung, keine feststellbare Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz, keine Registeranbindung und keinen Schweizer Rechtsweg. Domains können gesperrt werden.

Ein Name dieser Kategorie unterscheidet sich für einen Schweizer Wettenden von den anderen in dieser Liste vor allem darin, wie schnell seine Adresse wechselt. Der Mechanismus hinter Domain-Hopping ist banal: Eine gesperrte Domain wird in wenigen Stunden durch eine andere ersetzt, der Inhalt bleibt. Der Sperrlisten-Effekt verpufft dadurch teilweise — ein Grund mehr, die Bewilligung als Kriterium zu nehmen und nicht die Erreichbarkeit.

Praktisch heisst das: Auch ein Konto, das heute funktioniert, ist keine dauerhafte Einrichtung. Wer dort ein Guthaben hält, hält es bei einem Anbieter, der in der Schweiz nicht greifbar ist.

Zum konkreten Angebot dieses Hauses — Limiten, Auszahlung, Aktionen — lässt sich in der Schweizer Rechtsbrille nichts sagen. Was steht, ist der eine Satz aus der Tabelle: keine Schweizer Bewilligung.

Bruce Bet: ein Auslandsname ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung ist nicht feststellbar und hätte in der Schweiz keine Kraft. Anbindung ans Sperrregister: nein. Schweizer Rechtsweg: nein. Sperrliste: möglich.

Wenn sich eine Frage bei dieser Gruppe wirklich lohnt, dann die nach dem Geld. Nach Schweizer Recht werden Gewinne und Salden nur auf ein Zahlungskonto ausgezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet — eine Kontopflicht, die es in dieser Form nur bei den bewilligten Veranstalterinnen gibt. Zudem dürfen an Spielende keine Kredite vergeben werden.

Für Anbieter ausserhalb der Schweiz gilt das nicht. Wer dort spielt, hat es mit den Bedingungen des Hauses zu tun, und die können von der Schweizer Praxis abweichen. Die Schweiz kennt kein Werkzeug, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren — dieser Punkt wird oft falsch behauptet. Was der Anbieter mit Einzahlungen macht, ist allein seine eigene Regel.

In der Schweiz: kein Rechtsweg, keine Registerwirkung, kein Ansprechpartner. Die Bewilligungsspalte bleibt leer.

Betscore: kein Schweizer Zulassungsanspruch, aber der Hinweis auf die Steuerfrage

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung, keine feststellbare ausländische Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz, keine Registeranbindung, keinen Schweizer Rechtsweg. Sperrliste möglich.

Bei dieser Gruppe wird ein Unterschied häufig übersehen: die Steuer. Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die Bundesgrenze liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Für die kantonale Schwelle gilt: je nach Kanton unterschiedlich, ein einzelner Kantonswert wäre hier falsch. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Wer in der Schweiz bewilligt spielt, hat also den saubereren Fall. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kennt Fälle, die Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen behandeln. Das ist ein Punkt für die kantonale Steuerverwaltung, nicht für eine Wettseite.

Damit bleibt es für die Schweiz bei der leeren Bewilligungsspalte. Der Steuerunterschied gehört zum Bild.

X3Bet: der einzige Auslandsname mit gemeldeter Bewilligung, der einzige mit einer Angabe zur Herkunft

X3Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Gemeldet wird eine Bewilligung aus Tobique in Kanada, die in der Schweiz keine Wirkung hat. Keine Anbindung ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Dass hier überhaupt eine Herkunft genannt werden kann, während bei sieben anderen Namen nichts feststellbar ist, ändert am Schweizer Befund nichts. Eine Bewilligung aus einem anderen Land schützt einen Schweizer Wettenden nicht: Sie begründet keine Aufsicht in der Schweiz, keine Pflicht zur Anbindung ans Register und keinen Gerichtsstand.

Der Fall ist dennoch lehrreich. Er zeigt, wie unterschiedlich die Herkunft ausländischer Anbieter aussieht — von einer regulierten Jurisdiktion bis zu einem meldenden Dritten, der weiter nichts belegt. Für die Praxis bleibt die Regel: Was für Schweizer Verhältnisse zählt, ist die Schweizer Bewilligung, und davon gibt es zwei.

Die Bewilligungsspalte ist in der Tabelle bei X3Bet ebenso leer wie bei den übrigen Auslandsnamen, nur die Spalte daneben ist die einzige mit einem Eintrag.

Was der Vergleich unter dem Strich zeigt

Die Ausgangsfrage — lohnt sich online auf eine Europameisterschaft wetten in der Schweiz — hat eine zweigeteilte Antwort. Bewilligt gibt es das Angebot nur bei zwei Veranstalterinnen, mit Wohnsitzbindung, einem geschlossenen Wettartenkatalog und einer Bewilligungshürde für jede Gratisaktion. Frei zugänglich gibt es acht Namen, von denen keiner in der Schweiz zugelassen ist, mit den entsprechenden Folgen für Rechtsweg, Register und Kontopflicht.

Wer in einem der Kantone des Swisslos-Gebiets oder der Westschweiz wohnt und die 72 Stunden für eine Limiten-Erhöhung sowie die Einsatzgrenzen akzeptiert, bekommt hier ein saubere Umfeld. Wer das Angebot zu eng findet, kann es nicht innerhalb der Schweiz erweitern.

Die vernünftigste Rechnung auf dieser Seite bleibt die Marge von rund 4,6 % auf einem Hauptmarkt. Für die meisten Leser wird sie die einzige Gelegenheit sein, bei der sich das Ergebnis vorher ausrechnen lässt.

Und das Turnier, auf das sich eine EM-Wette nur beziehen kann, beginnt am 9. Juni 2028 in Cardiff und endet am 9. Juli 2028 in London. Dazwischen liegt kein Turnier, und kein Anbieter kann dir eines verkaufen.

Häufige Fragen zum Wetten auf die Europameisterschaft in der Schweiz

Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

2026 findet keine statt. Die letzte Endrunde war 2024 in Deutschland, vom 14. Juni bis 14. Juli. Die nächste Europameisterschaft wird im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland gespielt, mit 24 Nationen. Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 in London.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten darüber wirklich aus?

Das weiss niemand, und eine Wette darauf ist kein Wissen. Quoten bilden die Einschätzung des Veranstalters und das Verhalten seiner Kundschaft ab, nicht eine Tatsache. Da die Auslosung der Qualifikation erst am 6. Dezember 2026 in Belfast ansteht, fehlen bis dahin die Kontrahenten. Eine Quote ist ein Preis, keine Vorhersage.

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Du setzt vor oder während des Turniers auf den Gesamtsieger, dein Einsatz ist bis zur Entscheidung gebunden. Abgerechnet wird nach dem Finale am 9. Juli 2028. Der mögliche Gewinn ist Einsatz mal Quote. Ein Cash-Out ist bei Sporttip auch für Langzeitwetten möglich, aber tiefer als der mögliche Gewinn und ohne Garantie.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Weil Gratisspiele und Gratisguthaben die vorherige Zustimmung der Gespa brauchen. Im Jahr 2025 wurden 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Der Markt ist also nicht zurückhaltend aus Vorsicht, sondern wegen einer Bewilligungshürde. Zudem ist der Einsatz einer Gratiswette nicht Teil des zurückgezahlten Gewinns.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Der Rechtsweg. Ausländische Bewilligungen haben in der Schweiz keine Wirkung, es gibt keine Anbindung ans Sperrregister, und Gewinne werden nicht zwingend auf ein Konto im eigenen Namen ausgezahlt. Hinzu kommt die Sperrliste: Am Ende von 2025 standen 671 Domains darauf, gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden: Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei, kantonal je nach Kanton unterschiedlich. Oberhalb wird Verrechnungssteuer einbehalten.

Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»