Curling wetten in der Schweiz 2026: zwei erlaubte Wege, viele Sackgassen
Ladevorgang...
Wer auf Curling setzen will, stösst in der Schweiz auf eine Besonderheit, die es in kaum einem anderen Land gibt: Es gibt nicht zehn Wege zu einer Wette, sondern zwei — und beide gehören Organisationen, die öffentliche Zwecke finanzieren. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Alles andere, was eine Suchmaschine unter «Curling-Wetten Schweiz» ausspuckt, ist ausländisch, ohne Schweizer Bewilligung, und damit rechtlich eine andere Kategorie.
Stand Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) sowie die Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.
Was das für die Auswahl bedeutet, ist unspektakulär und trotzdem die wichtigste Information dieser Seite: Die Frage lautet nicht, welcher Anbieter die besten Curling-Quoten hat. Sie lautet, ob Curling überhaupt im Wettprogramm steht — und das hängt an einer amtlichen Liste, nicht am Marketing.
Bevor der erste Einsatz steht: Limiten, Pausen und die Spielsperre
Das Gespräch über Sportwetten beginnt üblicherweise beim Bonus. Hier beginnt es woanders, und das ist keine pädagogische Geste, sondern der Aufbau des Angebots. Wer bei Swisslos ein Spielerkonto eröffnet, hat noch keine Wette platziert, aber schon Limiten gesetzt. Diese Reihenfolge ist Vorschrift, und sie verändert, wie sich das Produkt anfühlt.
Verlustlimiten: die Zahl, die man selbst unterschreibt
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer sich verschätzt hat, kann senken — sofort. Wer erhöhen will, wartet 72 Stunden. Diesen Unterschied zwischen sofort und später sollte man kennen, bevor man die erste Limite einträgt: Die Limite, die man rasch loswird, ist die zu tiefe; die, die man behält, ist die zu hohe.
Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Sie ist kein Kontrollinstrument des Veranstalters, sondern eine Bremse, die man selbst nachzieht — nützlich für alle, die im November den ersten Curling-Grossanlass auf dem Kalender sehen und im Februar feststellen, dass mehr Geld auf dem Spielerkonto liegt als auf dem Bankkonto.
Der Bund schreibt diese Limiten nicht als feste Beträge vor. Das Geldspielgesetz verlangt, dass der Veranstalter von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangt; die konkrete Zahl bleibt die eigene. Die Schweiz kennt also keine staatliche Einzahlungsobergrenze. Das ist liberaler als in Deutschland, und es heisst schlicht: Wer keine sinnvolle Zahl einträgt, hat keine.
Grundlagen: wie eine Curling-Wette rechnet und was die Quote verschweigt
Eine Curling-Wette unterscheidet sich arithmetisch nicht von einer Fussballwette. Sie unterscheidet sich in der Liquidität des Marktes, und die schlägt auf die Quote durch. Wer das einmal verstanden hat, braucht keine Ratgeber mehr, die «value» versprechen.

Quote, Einsatz und was zurückkommt
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Das klingt banal, hat aber eine Eigenheit: Swisslos rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Ein Betrag von CHF 47,943 wird also nicht einfach auf CHF 47,95 gerundet. Diese zweite Rundung wirkt gegen den Wettenden, aber im Rappenbereich. Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 2.10 fällt sie stärker ins Gewicht als bei CHF 1’000.
Ein Zahlenbeispiel, das nichts mit Curling zu tun hat und trotzdem jeden Curling-Markt beschreibt: eine Zwei-Weg-Wette zu je 1.90 auf beiden Seiten. Rechnet man den Auszahlungsanteil als Kehrwert der Summe der Kehrwerte beider Quoten, kommt man auf rund 95,2 %. Die Marge des Veranstalters liegt damit bei etwa 4,8 % — und das nur, wenn beide Seiten exakt so bepreist sind. Solche Beispielrechnungen geben eine Grössenordnung, keine Zusage: Je nach Sportart, Wettart und Veranstalter bewegt sich die Marge eher im Bereich von rund 5 % bis rund 15 %.
Setzt man CHF 100 auf eine Quote von 1.90, kommen bei einem Treffer CHF 190 zurück, also CHF 90 Nettogewinn. Das ist alles, was die Quote verspricht. Sie sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich der Treffer ist — und bei einer Randsportart wie Curling heisst das: Die Information, aus der sich eine faire Quote ableiten liesse, ist dünn.
Ein enger Markt, weite Prozente
Märkte mit geringem Wettumsatz haben ein Strukturproblem, das kein Bonus repariert. Wo wenige Wetten auflaufen, muss der Veranstalter das Risiko entweder streuen — was bei einem einzigen Curling-Spiel nicht geht — oder es über den Preis einpreisen. Recherchen zur Quotensetzung zeigen keine Auskünfte über konkrete Curling-Märkte; was sich aber übertragen lässt, ist der Mechanismus: Ein Markt ohne Umsatz trägt die Marge eines dünnen Marktes, und die ist höher als die eines Champions-League-Spiels.
Die praktische Konsequenz ist unangenehm für alle, die Curling als Nische mit weichen Quoten entdeckt haben: Nische bedeutet hier nicht Randvorteil, sondern breitere Marge. Der Vorteil, den ein dünner Markt bietet, liegt nicht im Preis, sondern in der Auswahl der Wettarten — und selbst diese Auswahl ist reguliert.
Rundung und die kleine Wette
Noch ein Punkt, der klein wirkt und beim Einsatz unter CHF 10 real wird. Die zweistufige Rundung bei Sporttip betrifft jeden Gewinn. Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 1.85 ergibt sich rechnerisch CHF 1,85; ein Betrag von CHF 1,853 würde auf CHF 1,86 aufgerundet und dann auf CHF 1,85 abgerundet. Der Effekt bleibt minimal, aber er existiert und skaliert nicht mit dem Einsatz — er ist also für kleine Einsätze relativ bedeutsamer. Wer Curling mit kleinen Beträgen spielt, sollte die Mindesteinsätze kennen: CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten.
Spielplan und Wettangebot: welche Curling-Turniere überhaupt erscheinen
Curling ist ein Sport mit klarer Saison. Die grossen Begegnungen liegen im Winter, die wichtigsten Turniere folgen einem Rhythmus, der sich über Jahre planen lässt. Genau darin liegt die Chance — und die Enttäuschung.
Wann Curling gespielt wird und was davon im Programm landet
Der Wettkalender folgt den grossen Curling-Anlässen: die Europameisterschaften im November, die Weltmeisterschaften der Damen und Herren im Frühjahr, die Olympischen Winterspiele im Vier-Jahres-Rhythmus, dazu die kanadischen und schottischen Tour-Events, die den Sport international prägen. Wer auf diese Turniere setzen will, sucht sie im Programm des jeweiligen Veranstalters — und findet sie nicht zwangsläufig.
Der Grund liegt nicht im Desinteresse der Buchmacher, sondern im Regelwerk. Was in der Schweiz überhaupt angeboten werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste: der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 des Geldspielgesetzes und Art. 29 der Verordnung). Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie dort genannt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet.
Damit ist die zentrale Frage jeder Curling-Wette in der Schweiz nicht «Welche Quote?», sondern «Steht der Wettkampf auf der Liste?». Das lässt sich selbst prüfen.
Die Grenzen der erlaubten Liste
Die Liste ist bewusst eng. Sie enthält keine Ecken- oder Kartenmärkte, keine Esport-Sektion. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ohnehin nicht erlaubt, weil nur Sportereignisse bepreist werden dürfen. Wettkämpfe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Trainingsläufe sind es ebenfalls.
Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, sofern der Veranstalter über die entsprechende Bewilligung verfügt. Das Geldspielgesetz beschränkt Live-Märkte nicht auf bestimmte Wettarten — die Einschränkung findet sich also nicht im Gesetz, sondern in der Liste und im Programm des Veranstalters.
Was das für Curling heisst: Dass ein Turnier stattfindet, dass er Curling übertragen wird und dass man ihn bespielen kann, sind drei verschiedene Aussagen. Nur die erste ist eine Tatsache des Sportkalenders.
Kombinationen, Systemwetten und der Bet Builder
Wer mehrere Voraussagen verbindet, produziert eine Kombinationswette mit multiplizierten Quoten. Sporttip bietet dazu einen Kombiboost: mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, online, prematch, live oder als Systemwette. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung verbindet Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Curling heisst das konkret: Wer «Sieger» und «Gesamtzahl der Ends» aus demselben Spiel kombiniert, ohne die dafür vorgesehene Funktion zu benutzen, riskiert die Annullierung der gesamten Wette — nicht nur der einen Voraussage.
Ein Hinweis, der auf Curling besonders zutrifft: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Sportarten mit Extra-Ends entscheidet also die Beschriftung des Marktes, nicht die Erwartung des Wettenden.
Wenn das Spiel nicht stattfindet
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00.
Für Curling ist das keine akademische Regel. Die Hallen, der Zeitplan und die Wetterlage in den Austragungsorten — vor allem in Kanada und Nordeuropa — führen regelmässig zu Verschiebungen. Die 48-Stunden-Frist deckt einen Grossteil davon ab, aber nicht alles: Bei einem Turnier, das ohnehin nachgeholt wird, greift die Sonderregel. Wer kombinierte Wetten spielt, sollte wissen, dass eine einzige verschobene Begegnung die Quote der gesamten Kombination senkt, während der Einsatz vollständig gebunden bleibt.
Der Vergleich: zehn Anbieter, zwei Bewilligungen
Wer die Auswahl nach Bewilligungsstatus sortiert, bekommt eine kurze Liste. Wer sie nach Preisen, Boni und Zahlungsarten sortiert, bekommt eine lange — mit einem Haken. Die folgende Einordnung nennt pro Anbieter nur, was über dessen Bewilligungsstatus und, wo vorhanden, über die gemeldete Lizenz bekannt ist.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalter / Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Bewilligt | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Bewilligt | Loterie Romande |
| Betwinner | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| Fezbet | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| 1Bet | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| BetFury | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| Playzilla | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| IviBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| BassBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
| 20Bet | Ohne Schweizer Bewilligung | Nicht feststellbar |
Die Tabelle ist das Instrument, um die Verwechslung zu vermeiden, die hier am teuersten ist: Ein ausländischer Anbieter mit einer Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland ist in der Schweiz nicht bewilligt. Diese Lizenzen haben hier keine Wirkung (Art. 4 des Geldspielgesetzes). Es sind damit keine «Anbieter mit Lizenz» im Schweizer Sinn, sondern Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die als Referenz erscheinen, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen.
Swisslos (Sporttip) — Bewilligt. Die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Für Betroffene ist das die härteste Grenze der ganzen Seite: Ein in Genf wohnhafter Spielender kommt nicht an Sporttip, und ein in Zürich wohnhafter nicht an Jouez Sport. Was die Auszahlung angeht, ist Swisslos grosszügig: innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto gratis; ab der dritten kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, darüber hinaus innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Die Beschränkung auf ein Konto in eigenem Namen ist kein Detail, sondern die Regel, die anonyme Auszahlungen ausschliesst.
Loterie Romande (Jouez Sport) — Bewilligt. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Für einen Westschweizer Kanton ist das der einzige bewilligte Weg; die Bedingungen entsprechen demselben Bewilligungsrahmen, den Sporttip nutzt. Wer in der Romandie lebt und eine Curling-Wette platzieren will, landet hier — oder gar nicht.
Betwinner, Fezbet, 1Bet, BetFury, Playzilla, IviBet, BassBet, 20Bet — Ohne Schweizer Bewilligung, gemeldete Lizenz nicht feststellbar. Alle acht erschienen in dieser Liste aus demselben Grund: Schweizer Spielende begegnen ihnen, und sie sind nach denselben Kriterien eingeordnet wie die beiden bewilligten Anbieter. Die Bewilligungslage ist bei allen identisch und in dieser Deutlichkeit selten: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine ausländische Lizenz — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 des Geldspielgesetzes). Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Rechtsmittel, keine Schweizer Aufsicht. Die Domain kann zudem auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden.
Das ist der Punkt, an dem die Schweizer Situation anders aussieht als in den meisten Nachbarländern: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Wer hier nach einem «vierten lizenzierten Anbieter» sucht, sucht nach etwas, das nicht existiert.
Rechtslage: was erlaubt ist, was verfällt und was der Kanton mitnimmt
Wer ausländische Curling-Anbieter aufruft, tut rechtlich nichts Illegales. Wer sie organisiert, schon. Der Unterschied ist für den einzelnen Spielenden weniger beruhigend, als er aussieht: Das Gesetz stellt die Veranstaltung ohne Bewilligung unter Strafe — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 des Geldspielgesetzes). Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Und es gibt keine Fair-Play-Kontrolle, an die man sich wenden könnte.

Aufsicht, Bewilligung und die zwei Veranstalter
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa in Bern, nicht die ESBK — diese betreut nur die Casinos. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25); sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und praktisch zusätzlich im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Der Nettoertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125). Wie viel das ist, zeigt Swisslos selbst für das Geschäftsjahr 2025: ein Reingewinn von CHF 562 Millionen, davon CHF 506 Millionen an die kantonalen Fonds und CHF 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Millionen, nach CHF 122 Millionen im Vorjahr. Die Sportwetten tragen also einen kleineren Teil bei, als der öffentliche Ruf vermuten lässt — und dieser Teil war 2025 rückläufig.
Was auf der Liste steht und was nicht
Die bewilligte Sportart ist eine geschlossene Aufzählung: nur Sportereignisse, und diese müssen auf der Liste der Gespa stehen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht möglich. Die Liste (Version 10.09.2026) führt Qualifikationsrunden nur, wenn sie dort genannt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie dort genannt sind, und Ranglistenwetten nur bei Ranglisten mit Entscheidungscharakter für die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder für das Podest. Trainingsläufe erscheinen nie. Ecken-, Karten- und Esport-Märkte fehlen ganz.
Für Curling bedeutet das eine doppelte Prüfung: Erst muss der Wettkampf auf der Liste stehen, dann muss der Veranstalter ihn ins Programm genommen haben. Bei einem Turnier, das auf der Liste steht, aber nicht bepreist wird, hilft die Liste nicht weiter.
Auszahlung, Identität und ein Test, der nachdenklich stimmt
Die wichtigste Eigenschaft des Schweizer Systems ist nicht die Bewilligung, sondern der Kontenrahmen. Im bewilligten Wettgeschäft existiert keine anonyme Auszahlung. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto ausgezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet (Art. 50 Abs. 2 VGS); Kredite an Spielende sind nicht erlaubt (Art. 75 Abs. 1). Wer bei Swisslos ein Online-Konto eröffnet, braucht mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und pro Person ist nur eine Registrierung möglich. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Die Gelder auf dem Spielerkonto lassen sich über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur so lange machbar, wie das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos nennt PostFinance Pay als Zahlungsart, bei der die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen laufen, wie oben beschrieben, über ein Konto in eigenem Namen, wobei Gratisspielguthaben aus Promotionen nicht auszahlbar ist.
Ein Punkt, den man in einer Schweizer Übersicht selten liest: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Verkaufsstellenkontrolle ist damit in der Praxis löchrig. Wer annimmt, der Schalter sei strenger als das Netz, irrt nach dieser Zahl. Sie bezieht sich auf Verkaufsstellen, nicht auf die Online-Registrierung mit Ausweispruefung — aber sie zeigt, wo die Aufsicht nachschärfen muss.
Wenn es schiefgeht: Sperre, Register, Verfall
Swisslos bietet eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Gesetzlich kann eine freiwillige Sperre nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle. Von Gesetzes wegen muss zudem eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten möglich sein. Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 des Geldspielgesetzes).
Für Curling-Wetten gilt das nüchtern: Eine laufende Wette und eine Spielsperre schliessen sich nicht aus. Die Wette läuft weiter, das Konto nicht.
Eine zweite Frist betrifft Gewinne. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer eine Wette in einer App platziert und den Gewinn nicht abruft, hat also nicht unbegrenzt Zeit — und die Bekanntmachung ist nicht der Moment, in dem man selbst davon erfährt.
Steuern: der Freibetrag, der fast niemanden trifft
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung.
Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, weshalb hier «je nach Kanton» steht und keine einzelne kantonale Zahl. Für einen typischen Curling-Wettenden ist das praktisch bedeutungslos: Ein Gewinn von CHF 5’000 liegt weit unter jedem denkbaren Schwellenwert, es fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.
Bei ausländischen Anbietern liegt der Fall anders. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie anders behandeln: Die Praxis des Kantons Thurgau rechnet Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung; wer hier Genauigkeit braucht, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Boni: warum die Gratiszahl selten der Zuschuss ist, der sie zu sein scheint
«Risikofrei» ist das Wort, an dem die Werbung arbeitet. Es ist bei einer Wette nie wahr — was die Absicherung leistet, ist eine Erstattung in Form eines Gratisspielguthabens, und deren Wert hängt an Bedingungen, die in den allgemeinen Geschäftsbedingungen stehen, nicht im Werbebanner.
In der Schweiz gilt zusätzlich ein engerer Rahmen als in vielen Nachbarländern: Gratisspiele und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 des Geldspielgesetzes). Im Jahr 2025 erteilte die Behörde 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer also auf einer ausländischen Seite ein grosszügiges Willkommenspaket findet, findet es ausserhalb dieses Rahmens — bei einem Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung.
Auch bei den bewilligten Anbietern sind es nicht Bonusaktionen, die das Bild prägen, sondern Quoteninstrumente. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die drei Einschränkungen — einmalig, begrenzt, hinfällig beim Ausstieg — sind zusammen der eigentliche Inhalt des Angebots.
Beim Kombiboost ist es dasselbe Muster in anderer Grösse: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Der Anstieg liest sich wie eine Einladung zu grossen Kombinationen. Er belohnt Kombinationen, die schwerer treffen, und er belohnt sie nur dann, wenn keine Voraussage mit Quote 1.00 in die Kombination gerät — was bei verschobenen Curling-Spielen passieren kann.
Wo ein Bonus in der Schweiz tatsächlich begrenzt ist
Ein eigenes Limit gilt für Guthaben: Im Swisslos-Wallet sind in 30 Tagen höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur bei einem Guthaben unter CHF 9’999 machbar. Dazu die freiwillig selbst gesetzte Einzahlungslimite von 30 Tagen aus dem Spielerschutz. Das sind zwei verschiedene Zahlen für zwei verschiedene Dinge, und wer sie verwechselt, wundert sich, warum eine Aufladung abgelehnt wird.
Kurz vor dem Einsatz: fünf Kontrollpunkte für Curling-Wettende
Wer die Reihenfolge kennt, merkt schnell, wo sie sich verzettelt. Bei Curling sind es fünf Punkte, und der wichtigste steht nicht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, sondern in der Liste der Gespa.
Wohnsitz. Das Online-Konto hängt am Gebiet des Veranstalters. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos lebt, kommt nicht an Jouez Sport und umgekehrt.
Die Liste. Der Curling-Wettkampf muss auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Ohne das erscheint er nicht, und keine Quote ist gut genug, um das zu ändern.
Der Markt. Sportarten mit wenig Umsatz tragen breitere Margen. Bei einem Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 liegt die Marge bei etwa 4,8 %, bei dünnen Randsportmärkten bewegt sie sich einem Bereich von rund 5 % bis rund 15 %. Wer rechnet, kennt den Preis.
Die Limiten. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage stehen vor der ersten Wette. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Das ist die einzige Bremse, die allein davon abhängt, dass man sie richtig gesetzt hat.
Die Quittung. Bei Swisslos werden Gewinne bis CHF 1’000 automatisch gutgeschrieben, höhere Beträge innert 3 Arbeitstagen überwiesen — aber nur auf ein Konto in eigenem Namen. Und der Gewinn verfällt 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung, wenn er nicht geltend gemacht wird.
Die zehn Anbieter im Einzelnen: wer wofür taugt
Die folgenden Einordnungen nennen pro Anbieter, was über Bewilligung und Betrieb bekannt ist. Sie mischen die beiden Gruppen nicht: Bewilligt und ohne Bewilligung sind zwei verschiedene Dinge, und keine Aussage über die eine Gruppe gilt für die andere.
Swisslos Sporttip: der bewilligte Anbieter, der im ganzen Vertragsgebiet entscheidet
Was den Platz in dieser Liste begründet. Swisslos ist einer der beiden Veranstalter, die nach dem Geldspielgesetz Sportwetten in der Schweiz veranstalten dürfen. Bewilligung, Aufsicht durch die Gespa, Sitz der Genossenschaft in Basel.
Was der Betrieb leistet. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Es gibt keine Altersgrenze, die Sporttip von anderen Anbietern unterscheidet — es sind die gesetzlichen 18 Jahre. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Was das kostet. Bei einem Systemwetten-Einsatz von CHF 10’000 und einem Markt mit rund 5 % Marge liegt der erwartete Verlust pro durchgespieltem Einsatz bei einer entsprechenden Quote hoch: Die Marge ist proportional. Bei einem Umsatz von CHF 10’000 beträgt der erwartete Verlust über viele Wetten hinweg rund CHF 500 — bei der Marge des Beispielsmarktes mit rund 4,8 %. Das ist ein statistischer Durchschnitt über viele Wetten, kein Verlust jeder einzelnen. Es heisst lediglich: Wer viel umsetzt, zahlt viel Marge, unabhängig davon, ob die Sportart Curling heisst.
Was einem sauer aufstossen kann. Der Kombiboost verfällt bei einem Cash-Out. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; ein Cash-Out ist nicht für alle Wetten garantiert und nur als vollständiger Ausstieg ohne Teilauszahlung möglich.
Was noch dazukommt. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert, erhält Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Unser Urteil. Das Angebot verdient keinen Schönheitspreis, aber es ist der einzige Weg, der einen Schweizer Rechtsweg, ein geprüftes Konto in eigenem Namen und die Aufsicht durch die Gespa mitbringt. Wer Wert auf die Herkunft der eigenen Wette legt, hat hier keine Alternative zu suchen: Bei Randsportarten entscheidet die Liste, nicht der Geschmack. Und wer in der Deutschschweiz wohnt, findet hier die vollständigen Kontrollmechanismen — eine Sperre, die im schweizweiten Register landet, eine Auszahlung über ein Konto in eigenem Namen und ein Verlustlimit, das vor der ersten Wette steht und sofort sinkt, aber erst nach 72 Stunden steigt. Das ist weder spektakulär noch günstig, aber es ist die einzige Variante mit Schweizer Ansprechpartner.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, andere Landesteile
Was den Platz in dieser Liste begründet. Die Loterie Romande ist der zweite vom interkantonalen Recht zugelassene Veranstalter. Sie betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Was der Betrieb leistet. 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto setzt den Wohnsitz im Gebiet voraus. Wer in einem dieser Kantone lebt, hat mit Jouez Sport Zugang zu demselben Bewilligungsrahmen, den Sporttip in der Deutschschweiz und im Tessin nutzt.
Was das kostet. Die Marge ist der Preis jeder Sportwette, unabhängig vom Veranstalter. Auch hier gilt die Grössenordnung von rund 5 % in einem engen Zwei-Weg-Markt bis rund 15 % in dünnen Randsportmärkten. Wer in Genf wohnt und deshalb zwingend hier spielt, hat keine Vergleichsoption innerhalb der Schweiz.
Was noch dazukommt. Für Westschweizer Spielende ist der Wohnsitz die einzige Türe zu einer bewilligten Wette. Das ist eine unbequeme Regel — aber sie ist dieselbe Regel, die die Aufsicht durchsetzbar macht.
Unser Urteil. Der gebundene Markt ist hier am sichtbarsten: Ein Veranstalter, der 2’350 Verkaufsstellen unterhält, ist nicht auf Online-Wachstum angewiesen. Für einen Westschweizer Wettenden heisst das: Der Weg ist bewilligt und geregelt, und der Wettbewerbsdruck, der anderswo die Preise drückt, fehlt. Wer in der Romandie lebt und Sportwetten unbedingt aus der Schweiz heraus platzieren will, kommt an diesem Punkt nicht vorbei — und niemand sonst bietet ihm einen zweiten bewilligten Anbieter.
Betwinner: kein Schweizer Weg, obwohl die Seite vertraut aussieht
Was den Platz in dieser Liste begründet. Betwinner erscheint hier als Referenz, weil Schweizer Spielende der Seite begegnen. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht.
Was der Betrieb leistet. Zum Betrieb in der Schweiz lässt sich nichts sagen, was über die Bewilligungslage hinausgeht: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar, und sie hätte in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 des Geldspielgesetzes).
Was das kostet. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Rechtsmittel, keine Schweizer Aufsicht. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz — und zahlt die Marge eines Marktes, dessen Preissetzung er nicht nachprüfen kann.
Was noch dazukommt. Bei einer fehlenden Schweizer Bewilligung können Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber er trägt das Risiko.
Unser Urteil. Die entscheidende Lücke ist nicht der Preis, sondern der Ansprechpartner. Es gibt keinen in der Schweiz. Wer ein Problem mit einer Auszahlung hat, hat keine Adresse, an die er sich mit Schweizer Rechtsmitteln wenden könnte — und eine Blockierung der Domain kann mitten in einer laufenden Wette eintreten. Bei einer Randsportart wie Curling, deren Märkte ohnehin dünn sind, wiegt das schwerer als bei einem grossen Fussballmarkt.
Fezbet: dieselbe Bewilligungslücke, derselbe Weg
Was den Platz in dieser Liste begründet. Auch Fezbet steht hier als Referenz für eine Seite, der Schweizer Spielende begegnen. Bewilligung: keine.
Was der Betrieb leistet. Die Bewilligungslage ist mit der der anderen ausländischen Anbieter identisch: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine gemeldete Lizenz ist nicht feststellbar und hätte hier keine Kraft.
Finanzielles und rechtliches Risiko. Ohne Schweizer Aufsicht, Rechtsmittel oder Schutz durch das Sperrregister ist das Angebot nur eingeschränkt nutzbar, da Domains jederzeit blockiert werden können.
Was noch dazukommt. Die Blockierungslogik der Gespa ersetzt blockierte Domains innerhalb von Stunden. Wer sich an ein Konto gewöhnt hat, findet es unter Umständen unter derselben Adresse nicht mehr — und muss dann selbst entscheiden, ob er der neuen Adresse folgt.
Unser Urteil. Zwischen den ausländischen Anbietern gibt es in der Bewilligungsfrage nichts zu unterscheiden, und genau deshalb ist die Unterscheidung anderswo zu treffen: nicht nach Marke, sondern nach der Frage, ob man auf Schweizer Rechtsschutz verzichten will. Wer das verneint, hat hier nichts zu suchen.
1Bet: ein Markt mit vielen Optionen und ohne Schweizer Boden
Was den Platz in dieser Liste begründet. 1Bet gehört zur Gruppe der ausländischen Anbieter, die als Referenz erscheinen. Eine Schweizer Bewilligung fehlt.
Was der Betrieb leistet. Nur Swisslos und die Loterie Romande sind in der Schweiz zugelassen. Für 1Bet ist eine Lizenz nicht feststellbar; eine ausländische Zulassung — gleich welchen Landes — hat in der Schweiz keine Wirkung.
Was das kostet. Wie bei allen Anbietern ohne Bewilligung gilt: Das Einzige, was der Anbieter liefert, ist sein eigenes Programm, ohne Schweizer Aufsicht.
Was noch dazukommt. Ein breites Wettprogramm ersetzt keine Kontrolle. Wer eine Wette auf einen Curling-Wettkampf platziert, der auf der Schweizer Liste steht, tut das im bewilligten Angebot mit einem Mindesteinsatz von CHF 1; ausserhalb gibt es keinen vergleichbaren Bezugsrahmen.
Unser Urteil. Ein grosses Programm ist kein Wert an sich. Die Zahl der angebotenen Märkte erhöht nicht die Gewinnchance, sie erhöht die Anzahl der Entscheidungen, an denen man sich verschätzen kann. Und keine dieser Entscheidungen wird von einer Schweizer Behörde überprüft.
BetFury: Referenz ohne Bewilligung, mit klarer Folge
Was den Platz in dieser Liste begründet. BetFury erscheint als Referenz, weil Schweizer Spielende ihr begegnen. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht.
Was der Betrieb leistet. Für die Schweiz gilt der geschlossene Veranstalterkreis: Swisslos und die Loterie Romande. Eine gemeldete Lizenz für BetFury ist nicht feststellbar und hätte in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 des Geldspielgesetzes).
Was das kostet. Es gelten die Risiken für nicht bewilligte Anbieter: keine Rechtsmittel, keine Aufsicht und das Risiko, dass Einsätze bei Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden.
Was noch dazukommt. Wer sein Konto über ein Wallet oder eine andere anonyme Zahlungsverbindung auflädt, verzichtet zusätzlich auf die Schweizer Kontenregel: Im bewilligten Angebot wird nur auf ein Zahlungskonto in eigenem Namen ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS).
Unser Urteil. Der eigentliche Unterschied liegt im Auszahlungskanal. Wer auf ein Konto in eigenem Namen nicht verzichten will, hat im bewilligten Markt die Regel bereits vorgeschrieben; ausserhalb entscheidet der Veranstalter, und im Streitfall entscheidet niemand mit Schweizer Massstab.
Playzilla: der ausländische Eintrag ohne Schweizer Konsequenz
Was den Platz in dieser Liste begründet. Playzilla gehört zu den ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung, die als Referenz erscheinen.
Was der Betrieb leistet. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine Lizenz ist für Playzilla nicht feststellbar; eine ausländische Zulassung hätte keine Wirkung in der Schweiz.
Was das kostet. Ohne Schweizer Aufsicht und ohne Rechtsmittel trägt der Spielende das Risiko allein. Zudem droht die Blockierung der Domain durch die Gespa.
Was noch dazukommt. Kein Schweizer Anbieter dieser Liste bietet Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen, und keiner bietet Ecken- oder Kartenmärkte. Esport erscheint nicht auf der Liste der bewilligten Sportarten. Wer bei einem ausländischen Anbieter entsprechende Märkte findet, findet damit keinen Vorteil, sondern ein anderes Regelwerk.
Unser Urteil. Ein ausländischer Anbieter kann mehr Märkte zeigen, ohne dass ein einziger davon für einen Schweizer Wettenden überprüfbar wäre. Bei Curling wäre der Vorteil ohnehin klein: Der Markt ist überall dünn, und die Marge bleibt der Preis.
IviBet: Referenz mit denselben Grenzen
Was den Platz in dieser Liste begründet. IviBet erscheint als Referenz für eine Seite ohne Schweizer Bewilligung.
Was der Betrieb leistet. Die Bewilligungslage entspricht der der übrigen ausländischen Anbieter: Swisslos und die Loterie Romande sind die beiden zugelassenen Veranstalter, eine gemeldete Lizenz für IviBet ist nicht feststellbar und hätte hier keine Kraft.
Was das kostet. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Rechtsmittel. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Was noch dazukommt. Die Schweizer Aufsicht prüfte im Jahr 2025 mit Testkäufen auch den Jugendschutz an Verkaufsstellen — und fand in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person. Ausserhalb der bewilligten Anbieter existiert nicht einmal ein vergleichbarer Anlass zu einer Prüfung.
Unser Urteil. Was in der Schweiz unter Aufsicht lückenhaft läuft, läuft ausserhalb ganz ohne Kontrolle. Wer eine scharfe Position gegen den bewilligten Anbieter einnimmt, sollte sie an dieser Stelle prüfen: Ohne Aufsicht gibt es keine Zahl, die man verbessern könnte.
BassBet: kein Schweizer Weg, auch wenn die Oberfläche ihn suggeriert
Was den Platz in dieser Liste begründet. BassBet erscheint als Referenz für eine Seite ohne Schweizer Bewilligung.
Was der Betrieb leistet. Für BassBet gilt dieselbe Feststellung wie für alle ausländischen Einträge: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Lizenz nicht feststellbar, keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 des Geldspielgesetzes.
Was das kostet. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Rechtsmittel, keine Aufsicht. Dazu die Unsicherheit einer Domain, die blockiert werden kann.
Was noch dazukommt. Das Geldspielgesetz erlaubt den bewilligten Anbietern kein Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen, und es verlangt einen geschlossenen Veranstalterkreis. Diese Regeln sind keine Formalie, sondern der Grund, warum es in der Schweiz überhaupt eine Aufsicht gibt.
Unser Urteil. Die Frage, die bei einem solchen Anbieter wirklich offen bleibt, ist die nach dem Geldweg. Wer sein Guthaben dort liegen lässt, hat keinen Schweizer Ansprechpartner, wenn die Seite ihre Adresse wechselt — und die Aufsicht hat ein Instrument dagegen: die Sperrliste.
20Bet: der letzte Eintrag der Referenzgruppe
Was den Platz in dieser Liste begründet. 20Bet schliesst die Gruppe der ausländischen Anbieter, die ohne Schweizer Bewilligung als Referenz erscheinen.
Was der Betrieb leistet. Swisslos und die Loterie Romande sind die beiden zugelassenen Veranstalter. Eine gemeldete Lizenz für 20Bet ist nicht feststellbar; in der Schweiz hätte sie ohnehin keine Kraft.
Was das kostet. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Rechtsmittel. Wer hier spielt, trägt das Einziehungsrisiko bei einem Verfahren gegen den Veranstalter.
Was noch dazukommt. Die Steuerfrage ist bei ausländischen Anbietern nicht dieselbe wie bei Schweizer Grossspielen. Die kantonale Praxis kann Gewinne aus ausländischen Grossspielen als steuerbares Einkommen behandeln — der Kanton Thurgau tut das unabhängig von der Höhe. Wer hier gewinnt, gewinnt vor dem Hintergrund eines anderen steuerlichen Umfelds.
Unser Urteil. Am Ende bleibt von dieser Gruppe nicht ein besserer oder schlechterer Anbieter übrig, sondern eine Entscheidung über den Rechtsrahmen. Wer eine Curling-Wette als Unterhaltung mit Schweizer Rechtsweg will, hat zwei Adressen. Wer sie woanders platziert, hat Vorteile beim Programm und keine Antwort auf die Frage, wer im Streit entscheidet. Das ist die Wahl, und sie ist bewusster zu treffen, als jede Quotentabelle suggeriert.
Häufige Fragen zu Curling-Wetten in der Schweiz
Sind Wetten auf Curling bei Sporttip oder Jouez Sport möglich?
Möglich sind sie nur, wenn der betreffende Wettkampf auf der Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten der Gespa steht und der Veranstalter ihn ins Programm genommen hat. Beide Organisationen führen ihre Wetten nach demselben Regelwerk, aber keine der beiden preist jede Sportart durchgehend.
Was steht auf der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten?
Sie umfasst Sportereignisse, deren Wettkämpfe und einzelne Wettarten, gestützt auf Art. 25 des Geldspielgesetzes und Art. 29 der Verordnung. Qualifikationsrunden und Frauenwettkämpfe erscheinen nur, wenn sie genannt sind; Trainingsläufe nie.
Was bedeutet die Marge bei einer Sportart mit wenig Wettumsatz?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Einsatz behält. Bei einem Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 liegt sie bei rund 4,8 %; bei dünnen Randsportmärkten bewegt sie sich in einem Bereich von rund 5 % bis rund 15 %. Wenig Umsatz bedeutet breitere Marge.
Wie berechnet sich der Gewinnbetrag aus Einsatz und Gesamtquote?
Der Betrag ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 1 bei Quote 2.10 liefert rechnerisch CHF 2,10.
Was passiert mit einer Wette, wenn ein Curling-Spiel abgesagt und nicht fristgerecht nachgeholt wird?
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Der Einsatz der übrigen Voraussagen bleibt gebunden.
Bis zu welchem Betrag bleibt ein Gewinn steuerfrei, und warum unterscheidet sich das je nach Kanton?
Der eidgenössische Steuerfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Die Kantone setzen eigene Schwellenwerte, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Typische Wettgewinne liegen weit darunter und bleiben steuerfrei.
Sportarten – handicapwettench
Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»
