Unentschieden vorhersagen: Die Quote verrät mehr als jede Prognose

Updated Oktober 2026
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Zwei Fussballschuhe stehen nebeneinander auf einer Holzbank in einer leeren Umkleidekabine.

Oktober 29, 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) sowie gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Unentschieden ist das Ergebnis, auf das die wenigsten Sportwetten-Freunde setzen. Wer zum ersten Mal auf ein Remis tippt, stutzt: Warum bekommt ein einzelnes Ergebnis eine eigene Quote, die oft über jener der beiden Siege liegt? Die Antwort steckt im Preis. Ein Remis ist kein Randfall im Spielplan, sondern die dritte Möglichkeit in einem Markt mit drei Ausgängen — und ihr Anteil an der Wahrscheinlichkeitsmasse wird so verteilt, dass ein Teil davon beim Veranstalter hängen bleibt.

In der Schweiz steht vor jeder Prognose eine Besonderheit, die es in kaum einem anderen Land gibt: Nur zwei Organisationen dürfen Sportwetten veranstalten. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Marktgewohnheit, sondern interkantonales Recht. Wer auf eine ausländische Plattform ausweicht, wettet ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Verboten im strafrechtlichen Sinn ist das für den Spielenden nicht — einfach wird es dadurch trotzdem nicht.

Dieser Leitfaden sagt kein Remis voraus. Er erklärt, wie ein Unentschieden bepreist wird, wie eine Einschätzung aus Form, Statistik und Quote entsteht, was die bewilligten Veranstalter dürfen und was ihre Regeln kosten. Der Satz, um den sich alles dreht: Eine Prognose ist eine Meinung, eine Quote ist eine Meinung mit Preisschild.

Zwei Veranstalter, ein Vertragsgebiet, keine Ausnahmen

Wer in der Schweiz auf ein Unentschieden wetten will, hat genau zwei Wege — und beide führen durch ein Bewilligungssystem, das nicht nach Marktanteil sortiert, sondern nach Kantonsgebiet.

Ein Rasenspielfeld bei Sonnenaufgang, die Mittellinie verläuft quer durchs Bild und Tau glitzert auf dem Gras.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Sportwetten gelten rechtlich als Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Als Grossspiel unterstehen sie der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht die ESBK ist zuständig, denn dieses Gremium beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Ein Veranstalter braucht zwei Papiere: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Der erste ist Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020, und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Der zweite ist die Loterie Romande. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. In der Westschweiz betreibt sie 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende, ihre Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne.

Für den Spielenden heisst das: Wer im Kanton Zürich wohnt, kommt nicht an ein Konto bei Jouez Sport. Wer in Genf wohnt, nicht an eines bei Sporttip. Die Grenze verläuft mitten durchs Land und ist nicht verhandelbar. Ein Online-Konto setzt ausserdem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im betreffenden Gebiet voraus, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren, eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Nach Art. 47 Abs. 3 VGS wird der Wohnsitz in der Schweiz verlangt — in der Praxis der Veranstalter dann in seinem eigenen Gebiet.

Woran ein Spieler eine Bewilligung erkennt

Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Wer eine Suchmaschine bemüht, findet zwanzig Anbieter mit grossen Bannern und keiner Schweizer Bewilligung. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste, jene Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Sie half nachweislich wenig: Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, und geblockte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Gespa selbst Domain-Hopping nennt und bei dem sie Interwetten und Bet-at-Home namentlich aufführt, während bet365 auf der Liste steht.

Eine leere Ersatzbank unter einem schmalen Dach am Rand eines Dorfsportplatzes, dahinter ein Holzzaun.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Prüfen lässt sich das mit zwei Fragen. Ist es Sporttip oder Jouez Sport? Und wohne ich im passenden Vertragsgebiet? Alles andere ist Graumarkt, auch wenn die Seite noch so schweizerisch aussieht.

Ein Sprachdetail ist hier kein Sprachdetail. In der Schweiz heisst es Bewilligung, nicht Lizenz. Wer in den Bedingungen eines Anbieters auf das Wort «Lizenz» stösst, liest Marketing. Wer bei Swisslos oder der Loterie Romande die Veranstalterbewilligung nachschlägt, liest Recht.

Was die Gespa-Liste zulässt — und was nicht

Für Remis-Freunde, die auch auf Ecken, Karten oder Fouls setzen wollen, kommt hier die unangenehme Nachricht. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Zulässig sind ausschliesslich Sportwetten. Wetten auf Wetter, auf Politik oder auf Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Die Auswahl ist eine geschlossene Liste, und die sperrt mehr aus, als man vermutet.

Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn die Liste sie führt. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ranglisten-Wetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über die Podiumsplatzierung entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sucht man vergebens. Und die Liste zeigt keine Ecken- und Kartenmärkte, dazu keine Esports-Sektion. Ein Spieler, der Karten-Totals liebt, findet sie bei den bewilligten Veranstaltern nicht — auf ausländischen Plattformen mag es sie geben, doch dann liegt gleichzeitig die Wette und das ganze Rechtsverhältnis ausserhalb des Schweizer Systems.

Eine Unterscheidung, die in Diskussionen gern verschwimmt: Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Das BGS enthält keine statutarische Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Der Remis-Markt verschwindet also nicht beim Anpfiff — er verändert sich nur schneller, als man tippen kann.

Was Esports betrifft, bleibt die Aussage nüchtern: Esports kommt in der Gespa-Liste nicht vor. Kein eigener Verbotsartikel, aber auch kein Eintrag. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage in der Schweiz nicht abschliessend geklärt, dazu lässt sich an dieser Stelle nichts Belastbares schreiben.

Eine weitere Schranke schmälert das Angebot zusätzlich: Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS von der Bewilligung ausgeschlossen. Wer auf einen Juniorenvergleich setzen will, findet kein Angebot.

Warum der Remis-Preis nie die reine Wahrheit ist

Das ist der Kern der Sache, und hier wird es für den Spielenden interessant, weil sich die Marge eines Marktes ohne jede Prognose lesen lässt.

Ein Dreiweg-Markt hat drei Ausgänge: Heimsieg, Remis, Auswärtssieg. Aus den drei Quoten ergibt sich die Auszahlungsquote des Marktes, also jener Anteil aller Einsätze, den der Markt rechnerisch zurückgibt. Sie lautet: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Der Quotenschlüssel ist damit keine Marketingzahl, sondern aus den angebotenen Preisen ableitbar. Die Marge ist 100 Prozent minus dieser Auszahlungsquote.

Nehmen wir das Rechenbeispiel, das dieser Leitfaden durchhält: ein ausgeglichener Markt mit Heimsieg 1.90, Remis 1.90 und Auswärtssieg 1.90, wie es ihn in einem eng gebuchten Zwei-Weg-Vergleich gibt. Die Summe der Kehrwerte beträgt 1/1.90 + 1/1.90, also rund 1,0526. Die Auszahlungsquote liegt damit bei etwa 95 Prozent, die Marge des Veranstalters bei rund 5 Prozent. Bei einem weniger eng gebuchten Markt sagt dieselbe Summe schnell 1,07 oder 1,08 — dann bleiben über sieben Prozent beim Veranstalter hängen, und die Remis-Quote ist in der Regel der Posten, an dem dieser Puffer am grössten ausfällt. Ein Remis ist der schwierigste der drei Ausgänge, und deshalb trägt seine Quote bei vielen Buchmachern einen Aufschlag, den die Favoritenquoten nicht tragen.

Wer also 3.40 auf dem Schirm sieht, sieht keine Wahrscheinlichkeit, sondern eine Wahrscheinlichkeit mit Zuschlag. Bei einem Remis ist dieser Zuschlag oft der grösste der drei Ausgänge — nicht, weil Remis schwer zu treffen wäre, sondern weil es schwer zu bepreisen ist. Das ist ein wichtiger Unterschied: Der Preis spiegelt die Unsicherheit des Buchmachers, nicht die Chance des Spielers.

Wie aus Form, Statistik und Quote eine Einschätzung wird

Über Remis-Serien kursiert eine feste Vorstellung. Bestimmte Mannschaften spielten «immer» unentschieden, bestimmte Ligen lieferten häufiger Remis, und eine Serie ohne Remis bedeute, nun sei «einer fällig». Keine dieser Vorstellungen trägt. Ein Mittel über eine Saison verdeckt, dass dieselbe Mannschaft ihre Remis gegen unterschiedliche Gegner, in unterschiedlichen Formzuständen und mit wechselnden Aufstellungen geholt hat.

Was trägt, sind Häufigkeiten — und selbst die muss man gegen den Strich lesen. Ein Remis-Anteil von 28 Prozent in einer Liga heisst nicht, dass jedes dritte Spiel unentschieden endet. Er heisst, dass über viele Spiele hinweg etwa jedes dritte bis vierte so ausging. Auf ein einzelnes Spiel angewendet, sagt diese Zahl fast nichts. Und das ist der Punkt, an dem sich die Remis-Wette von der Favoritenwette unterscheidet: Beim Favoriten gibt es einen Favoriten. Beim Remis gibt es nur ein Feld, in dem niemand favorisiert ist.

Die Reihenfolge, in der eine Einschätzung entsteht

Diese Reihenfolge ist keine Prognoseanleitung, sondern eine Leseanweisung für die eigene Entscheidung. Jede Stufe hat eine Aufgabe, und keine produziert ein sicheres Ergebnis.

Zuerst kommt die Form. Sie verbirgt die wahre Stärke einer Mannschaft, aber unvollständig. Drei Siege in Folge können echte Entwicklung sein oder Glück. Form ist ein Filter für Aufmerksamkeit, keine Zusage.

Dann die Statistik. Hier geht es um Häufigkeiten: Wie oft endete eine Mannschaft unentschieden, wie sah es daheim und auswärts aus? Solche Zahlen streuen beim Remis besonders stark. Ein Team ohne Remis aus zwanzig Spielen sagt mehr über die Sorte Spiele, die es bestritten hat, als über das nächste.

Zuletzt die Quote. Sie ist die einzige der drei, die bereits alles enthält, was der Markt über dieses Spiel weiss. Quoten sind nicht neutral. Wer ein eigenes Modell dagegenhält, findet entweder eine Lücke oder — weit häufiger — den Hinweis, dass das eigene Modell zu einfach gebaut ist. Bei Remis-Wetten trifft meistens das Zweite zu.

Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst die Quote liest, kommt schneller zu einer Entscheidung. Der Preis sagt zuerst, wie der Markt die Sache sieht. Die Statistik korrigiert ihn, wenn es dafür einen Grund gibt. Die Form ist der weichste Teil und darf die Rolle der Statistik nicht übernehmen.

Warum eine Quote über 3.00 keine gute Quote ist

Es gibt eine hartnäckige Intuition, dass eine hohe Quote ein besseres Geschäft bedeutet. Beim Remis ist dieser Denkfehler besonders teuer.

Eine Quote von 3.50 sagt nicht, dass ein Remis eine gute Idee wäre. Sie sagt, dass ein Buchmacher bereit ist, das Dreieinhalbfache zu zahlen. Ob das gut oder schlecht ist, hängt davon ab, ob die tatsächliche Wahrscheinlichkeit über dem Kehrwert liegt, also über etwa 28,6 Prozent. Bei 3.50 müsste ein Remis häufiger als in jedem dritten bis vierten Spiel eintreten, damit die Wette über die Zeit einen positiven Erwartungswert hat. Das ist eine hohe Hürde für ein Ergebnis, das in den meisten Ligen unter 30 Prozent bleibt.

Der Remis-Markt ist damit ein guter Test für Disziplin. Wer die 3.50 sieht und sofort an den Gewinn denkt, überspringt die einzige Frage, die zählt: Wie hoch schätze ich die Wahrscheinlichkeit, und wie sicher bin ich mir bei dieser Schätzung? Wer sie nicht beantworten kann, lässt die 3.50 besser stehen. Es ist keine Schande, eine Wette nicht zu platzieren.

Wie die Wette abgerechnet wird — inklusive der letzten Rappen

Ein Spieler, der auf ein Remis setzt, sollte wissen, was am Ende auf dem Konto landet. Die Rechnung ist kurz, aber sie hat ein Detail, das viele nicht kennen.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei Kombinationen wird mit der Gesamtquote gerechnet, dem Produkt der Einzelquoten: Aus CHF 10 Einsatz und der Gesamtquote 3.60 werden CHF 36. Ist das Ergebnis keine glatte Zahl, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf fünf Rappen genau abgerundet. Der Reihenfolge wegen kann die Rundung nur in eine Richtung wirken: Wer eine Quote mit vielen Nachkommastellen spielt, verliert systematisch an der letzten Stelle. Kein grosser Effekt, aber eine bewusste Regel — und keine, die man dem Zufall zuschreiben sollte.

Bei Kombinationen gibt es ausserdem eine harte Schranke. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos darf diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Das ist das Kleingedruckte, das aus einer gut geplanten Wette eine abgelehnte machen kann.

Reguläre Spielzeit: der häufigste Irrtum beim Remis

Ein Spieler, der auf ein Remis setzt und nach 90 Minuten auf einen Sieg in der Verlängerung blickt, hat ein Problem — aber nur, wenn er den falschen Markt gespielt hat. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, beim Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind.

Für eine Remis-Wette heisst das in aller Regel: Steht es nach 90 Minuten unentschieden, ist sie gewonnen — auch wenn in der Verlängerung noch drei Tore fallen. Wer auf ein Remis nach Verlängerung oder nach Penaltyschiessen wettet, spielt einen anderen Markt, und dieser Markt ist nur dann Gegenstand der Wette, wenn das Wettprogramm ihn ausdrücklich vorsieht. Vor dem Absetzen gehört deshalb ein Blick ins Wettprogramm, nicht in die Erinnerung. Die Annahme, eine Verlängerung zähle immer mit, kostet im Cup-Wettbewerb regelmässig Geld.

Wenn kein Ball rollt: Absage, Live-Wette, Cash-Out

Ein Remis kann auch scheitern, ohne dass gespielt wird. Die Regeln für diesen Fall sind der Ort, an dem ein Leitfaden konkret wird.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt. In Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00, verändert das Produkt also nicht, während die übrigen Quoten gelten. Wer eine Kombi mit einem möglichen Remis spielt, sollte das wissen: Die Rückzahlung umfasst bei der Einzelwette den ganzen Einsatz, bei der Kombi nur ein Teilstück. Der Ausfall einer Voraussage kostet in der Kombi nicht das Kapital, aber den Zins.

Ein zweiter Sonderfall wiegt beim Remis schwerer. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 und bringen keinen Ertrag. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 bewerten. Wer live auf ein Remis setzt, muss mit einem Moment rechnen, in dem sich der Markt für Sekunden schliesst. Das ist kein Trick, sondern die Folge davon, dass ein Ereignis eintritt, bevor die Wette technisch angenommen ist.

Cash-Out verdient zwei Sätze, weil viele ihn für eine Versicherung halten. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Und der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, gibt es nicht. Bei einer Remis-Wette kann der Ausstieg also genau in der Minute fehlen, in der man ihn braucht. Wer das Risiko nicht tragen will, trägt es auch mit Cash-Out.

Dazu ein Punkt zu Kombinationen: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Dasselbe Muster wie oben: zurückgezahlt heisst nicht gewonnen.

Gewinne, die liegen bleiben

Ein Remis-Gewinn kann verfallen. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, gehen zugunsten des Zwecks der Swisslos verloren. Wer eine Auszahlung verweigert bekommt, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Die Fristen sind kurz, und niemand erinnert daran.

Die beiden bewilligten Veranstalter im Vergleich

Ein Vergleich der beiden führt nicht zu einer Rangliste nach Gewinnaussicht — das ist der Unterschied zu einem gewöhnlichen Buchmachervergleich. Das Schweizer Recht lässt nur zwei Veranstalter zu, und beide sind gemeinnützig gebundene Lotteriegesellschaften, deren Nettoerlöse nach Art. 125 BGS gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zufliessen. Es gibt in diesem Markt keinen Wettbewerb um die höchste Auszahlungsquote, weil es keinen freien Markt gibt. Wer eine Rangliste erwartet, erwartet etwas, das die Rechtsordnung nicht hergibt.

Was ein Vergleich leisten kann: beschreiben, was jeder der beiden anbietet, welche Limiten gelten, wie das Wettprogramm gebaut ist und welchem Spielenden welcher Weg liegt. Weniger als ein Ranking, mehr als nichts.

Veranstalter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter
Swisslos Sporttip bewilligt; Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport bewilligt; Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, tätig für FR, GE, JU, NE, VD und VS
BassBet ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
20Bet ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
1xBet ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) Tobique (Kanada), aus dritter Quelle gemeldet
Betscore ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) keine gemeldete Bewilligung

Zwei Zeilen mit Bewilligung, acht ohne — das ist die ehrlichste Zusammenfassung dieses Marktes. Für einen Spielenden in der Schweiz ist die Zahl der Buchmacher im Netz ein Angebot, das aus Sicht des Schweizer Rechts nicht existiert. Wer dort ansetzt, hält Ansprüche ohne Adresse in der Hand.

Swisslos Sporttip: das dichteste Regelwerk der Schweiz

Sporttip ist das Sportwetten-Produkt von Swisslos und in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein das einzige bewilligte Angebot. Wer hier wohnt, findet beim anderen Veranstalter keinen Zugang — die Vertragsgebiete überlappen nicht.

Das Regelwerk ist das dichteste, das man in der Schweiz findet. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000; die Limiten sind jederzeit änderbar. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Die Staffelung ist nachvollziehbar, das Wort «Boost» weniger: Die Erhöhung gilt auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz, und wer eine Remis-Voraussage in die Kette legt, trägt ein Ereignis mit vergleichsweise tiefer Trefferwahrscheinlichkeit mit.

Dazu kommen Quotenboosts, gültig nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Ein Detail, das Remis-Spieler betrifft: Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Aufschlag mitnimmt und dann aussteigt, verliert genau den Vorteil, der den Boost ausgemacht hat.

Auszahlungen laufen über das Wallet. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch gutgeschrieben, Gewinne über CHF 1’000 bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Für Guthaben gilt eine andere Frist: Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein auf den eigenen Namen lautendes Konto gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer viel gewinnt und oft auszahlt, zahlt ab der dritten Überweisung — ein Detail, das in keiner Werbung steht.

Loterie Romande Jouez Sport: wenige Märkte, harte Obergrenzen

Jouez Sport richtet sich ausschliesslich an die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer ausserhalb dieser Kantone wohnt, bekommt keinen Online-Zugang — Punkt.

Die Obergrenzen sind deutlich anders gesetzt als bei Sporttip. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 liest sich harmlos, ist aber eine echte Schranke für defensiv gebuchte Kombinationen. Die Obergrenze von 100’000 ist keine Theorie: Eine Kombi aus zehn hochquotierten Voraussagen erreicht sie schneller, als man beim Zusammenstellen denkt.

Für Remis-Spieler bedeutet die Kombi-Regel eine spürbare Einschränkung. Remis-Voraussagen tragen hohe Quoten, und eine Kette aus mehreren davon stösst früher an die zulässige Gesamtquote als eine Kette aus Favoritensiegen. Wer eine Serie von Remis in einer Kombi bündeln will, plant gegen diese Architektur. Der Ertrag einer Jouez-Sport-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote; die Rundungsregeln sind in den herangezogenen Bedingungen nicht mit derselben Detailtiefe ausgewiesen wie bei Sporttip. Unterm Strich steht: Bei Jouez Sport ist die Auszahlung härter begrenzt, bei Sporttip transparenter geregelt. Wer vor der Frage steht, in welchem Gebiet er wohnt, hat sie ohnehin nicht zu beantworten.

Die Plattformen ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Werbung für nicht bewilligtes Geldspiel ist in der Schweiz nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Eine Beschreibung ist keine Werbung, und dieser Abschnitt beschreibt nur, damit ein Leser weiss, was vor ihm liegt, wenn er eine dieser Seiten öffnet. Eine Empfehlung ist er nicht, und eine Rangfolge schon gar nicht.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Produkt, sondern im Rechtsverhältnis. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder anderswo — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister heisst: Die Spielsperre, die hier landesweit greift und auch Casinos erfasst, gilt für diese Konten nicht. Kein Schweizer Rechtsweg heisst: Ein Streit um eine Auszahlung wird nicht in der Schweiz ausgetragen. Und die Sperrliste der Gespa ist der praktische Ausdruck dieser Trennung — sie wächst, half aber wenig gegen wechselnde Domainnamen.

Bei keinem der folgenden Anbieter gibt es einen Punkt, an dem ein Leser diesen Eintrag für eine Zulassung halten dürfte. Beschrieben wird daher nur eines: dass keiner eine Schweizer Bewilligung trägt und dass eine ausländische hier nichts bewirkt.

BassBet: keine Schweizer Bewilligung

BassBet trägt keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und eine gemeldete Bewilligung liesse sich für dieses Angebot nicht feststellen. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Wer BassBet öffnet, betritt eine Plattform, die in der Schweiz nicht veranstalten darf. Das ist der einzige Punkt, der vor jeder Produktbeschreibung zählt.

Rainbet: keine Schweizer Bewilligung

Rainbet hat keine Schweizer Bewilligung, und eine Bewilligung aus einem anderen Land hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Der Anschluss an das Schweizer Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, die Domain kann per DNS gesperrt werden. Eine Remis-Wette bei Rainbet läuft damit ausserhalb jenes Systems, das die Schweiz für Spielende aufgebaut hat — mit Folgen für Auszahlung, Sperrung und Streitfall. Wer dort gewinnt und Streit bekommt, steht ohne Schweizer Stelle da.

20Bet: keine Schweizer Bewilligung

Bei 20Bet liegt keine Schweizer Bewilligung vor. Eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung, eine Verbindung zum Sperrregister besteht nicht, ein Schweizer Rechtsweg fehlt, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen. Das Sortiment mag breiter wirken als bei den bewilligten Veranstaltern. Nur nützt das wenig, wenn im Streitfall kein Schweizer Ansprechpartner existiert und die Aufsicht, die hier kontrolliert, für dieses Angebot nicht zuständig ist.

1xBet: keine Schweizer Bewilligung

1xBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Was im Ausland bestehen mag, hat in der Schweiz keine Wirkung, und eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister gibt es nicht. Kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Aufsicht, dafür ein Platz auf der möglichen Sperrliste. Für einen Spielenden, der den hiesigen Markt vergleichen will, ist 1xBet damit keine Vergleichsgrösse, sondern ein Eintrag ausserhalb des Vergleichs.

Gamdom: keine Schweizer Bewilligung

Gamdom trägt keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, die Verbindung zum Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domain kann gesperrt werden. Wer hier auf ein Remis setzt, tut das in einem Rechtsraum, den die Schweizer Veranstalter nicht anerkennen. Der Anbieter mag funktionieren; das ist keine Kategorie, in der ein Spieler sein Geld bewerten sollte.

bet-at-home: keine Schweizer Bewilligung

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS), der Anschluss an das Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Dass die Gespa bet-at-home im Zusammenhang mit Domain-Hopping ausdrücklich nennt und die Domain auf der Sperrliste steht, ist die praktische Folge davon — nicht ein Sonderfall, sondern der Normalfall für Anbieter ausserhalb des Systems.

X3Bet: keine Schweizer Bewilligung

X3Bet trägt keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Gemeldet wird laut dritter Quellen eine Bewilligung in Tobique in Kanada — eine Angabe, die ich ungeprüft weitergebe und die für die Schweiz nichts bewirkt. X3Bet ist nicht am Schweizer Sperrregister beteiligt, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Der Tobique-Verweis ist genau die Art von Angabe, die im Marketing nach Zulassung aussieht und rechtlich nichts ist. Wer eine ausländische Bewilligung als Qualitätszeichen liest, liest die falsche Zeile.

Betscore: keine Schweizer Bewilligung

Bei Betscore lässt sich keine Schweizer Bewilligung feststellen, eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung, und die Verbindung zum Schweizer Sperrregister fehlt. Ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Das Produkt mag vorhanden sein — das Rechtsverhältnis ist es nicht, und genau dieses Verhältnis entscheidet, was mit einem Gewinn geschieht.

Wett-Apps: was eine App in der Schweiz braucht

Apps sind ein eigener Kanal, und in der Schweiz gelten für sie dieselben Regeln wie für jede andere Teilnahmeform. Ein Konto und Wetten sind nur bei zugelassenen Veranstaltern möglich. Konkret heisst das: Die Sporttip App für iOS und Android und das Angebot der Loterie Romande sind die bewilligten Wege. In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle spielen — ein Weg für alle, die den Wettschein lieber in einem Laden abgeben, aber vorher in Ruhe zusammenstellen wollen.

Eine App ohne Schweizer Bewilligung ist kein zulässiger Kanal, und ihr Registrierungsprozess verrät es. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine App, die das nicht verlangt, hat damit bereits den stärksten Hinweis geliefert, dass sie ausserhalb des Systems läuft.

Und eine App ist kein Ort, an dem Vorhersagen entstehen. Eine Anwendung, die Ergebnisse vorhersagt, liefert nichts, was nicht schon in der Quote steckt — und sie liefert es in einer Form, die Ermittlung und Ergebnis verwechselt. Die bewilligten Veranstalter bieten solche Vorhersagen nicht an, weil sie dem Geschäftsmodell widersprächen. Wer eine Vorhersage-App öffnet und glaubt, das sei mehr als ein aufbereiteter Quotenvergleich, zahlt am Ende für eine Meinung, die er auch selbst hätte bilden können.

Verlustlimiten: die einzige Zahl, die der Spielende kontrolliert

Die Schweiz hat bei Grossspielen kein staatlich festgelegtes Einzahlungsmaximum. Die Limiten kommen aus dem Spielerschutzrecht, und die konkreten Werte setzt der Spielende selbst.

Beim ersten Mal sind sie Pflicht. Bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Limite von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das Gesetz sieht 24 Stunden vor, Swisslos und Loterie Romande dehnen die Sperrfrist in ihren eigenen Bedingungen auf 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Für das Spielguthaben gilt eine eigene Schranke: Pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 möglich, ein Kauf ist nur zulässig, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt, und der Mindestbetrag liegt bei CHF 20. Das ist keine Bevormundung, sondern eine Bremse, die genau in der Nacht greift, in der jemand nachlegen will.

Dazu kommt die Selbstsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht möglich. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperre greift weiter, als viele annehmen: Sie ist keine Massnahme gegen ein einzelnes Produkt, sondern gegen den ganzen bewilligten Anbieterkreis. Eine bestehende Spielsperre schliesst auch die Registrierung aus.

Die Regel, um die es beim Remis eigentlich geht: Eine Serie verlorener Wetten ist kein Grund, den Einsatz zu erhöhen. Ein verlorenes Remis ändert nichts an der Wahrscheinlichkeit des nächsten. Genau diese Unabhängigkeit macht die Verlustlimite zur wichtigsten Zahl auf der Seite — sie ist die einzige, die ein Spielender selbst festlegen kann, während er auf alles andere keinen Einfluss hat.

Zur Auszahlung gehört ein Detail, das in der Praxis überrascht: Guthaben und Gewinne werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten-Bereich nicht, und eine Kreditvergabe an Spielende ist ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Auf Pump wetten geht hier nicht — was den einen einschränkt und den anderen schützt.

Wenn die Kontrolle an der Theke versagt

Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt. Ergebnis: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an einen Minderjährigen verkauft. Der Befund bedeutet nicht, dass das System zusammenbricht. Er bedeutet, dass die Kontrolle an der Theke nicht dasselbe Niveau hält wie die Kontrolle online. Das ist eine Zahl, die man beim Lesen von Werbematerial über den vorbildlichen Schweizer Spielerschutz im Kopf behalten sollte.

Steuern: ein Freibetrag, der die meisten nie berührt

Die steuerliche Behandlung ist einer der wenigen Punkte, an denen Schweizer Sportwetten günstiger liegen als in vielen europäischen Märkten. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag beträgt CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026; für 2025 galt CHF 1’070’400.

Für einen Remis-Spieler heisst das praktisch: Ein typischer Gewinn liegt weit unter dem Schwellenwert. Auf dem Ertrag einer Wette von zehn Franken auf ein Unentschieden liegen weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer. Wer darüber liegt, muss rechnen: Der Veranstalter behält dann 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Zwei Punkte gehören sauber getrennt. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, deshalb steht hier keine einzelne kantonale Zahl — wer sie braucht, fragt seine kantonale Steuerverwaltung. Und Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen keinem Verrechnungssteuerabzug, können aber je nach kantonaler Praxis voll steuerbar sein: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht. Diese Angaben sind allgemeine Informationen; die eigene Situation klärt ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Was von der Remis-Frage übrig bleibt

Ein Remis ist kein Sonderfall, sondern ein Drittel des Dreiweg-Marktes. Wer darauf setzt, setzt auf den Ausgang, der beim Buchen am schwierigsten zu bewerten ist — und die Marge spiegelt das. Der Aufschlag steckt in der Quote, nicht im Bauchgefühl. Bei einem ausgeglichenen Markt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent und die Marge bei etwa 5 Prozent; bei weniger eng gebuchten Märkten bleibt über sieben Prozent hängen. Das ist der Preis, den jeder Remis-Tipp von Anfang an mitbringt.

Bewilligte Schweizer Veranstalter stehen für Rechtssicherheit, Auszahlung auf das eigene Konto, erträgliche Steuerregeln und einen Spielerschutz, dessen Sperre tatsächlich greift. Sie kosten Flexibilität: ein geschlossener Katalog zugelassener Sportarten und Wettbewerbe, keine Ecken- und Kartenmärkte, ein Vertragsgebiet, das nicht verhandelbar ist.

Die Plattformen ohne Bewilligung stehen für Erreichbarkeit und ein breites Sortiment, dafür ohne Schweizer Aufsicht, ohne Sperrsystem, ohne inkassierbaren Anspruch. Von ihnen ist keiner zu empfehlen, und keiner verdient eine Position in einer Rangliste. Sie werden hier erwähnt, weil ein Leser ihnen begegnet — nicht, weil es echte Alternativen wären.

Die eigentliche Wahl liegt woanders. Sie liegt zwischen einem Spielenden, der sein Risiko vorher begrenzt, und einem, der es nicht tut. Die Limiten stehen bei den bewilligten Veranstaltern vor der ersten Wette bereit, verbindlich, mit Sperrfrist bei jeder Erhöhung. Wer sich für eine Wette entscheidet, entscheidet zuerst über die Limite.

Häufige Fragen zum Unentschieden-Tipp

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Remis, und wie liest man sie aus der Quote?

Der Kehrwert der Dezimalquote zeigt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit inklusive Marge. Bei 3.50 sind das rund 28,6 Prozent, bei 3.40 etwa 29,4 Prozent. Diese Werte sind die Preissetzung des Marktes, nicht die Wahrheit über den Ausgang. Wer ein Remis für wahrscheinlicher hält als der Kehrwert der Quote, hat eine Überlegung — aber noch keinen Beweis.

Zählt bei einer Wette auf Unentschieden die reguläre Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine Remis-Wette heisst das: Entscheidend sind die 90 Minuten samt Nachspielzeit. Vor dem Absetzen lohnt der Blick ins Wettprogramm.

Welche Statistiken zu Remis-Serien sind aussagekräftig, und weshalb?

Nur wenige, und keine von ihnen für ein einzelnes Spiel. Häufigkeiten über eine Saison verdecken, dass eine Mannschaft ihre Remis gegen unterschiedliche Gegner geholt hat. Eine Serie ohne Remis ist kein Signal dafür, dass eines fällig wird — sie beschreibt die Vergangenheit und sagt über das nächste Spiel nichts. Wer daraus eine Wette macht, verlässt die Statistik.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf Unentschieden?

Aus Einsatz mal Quote, bei Kombiwetten mit der Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Aus CHF 10 Einsatz und der Quote 3.60 werden CHF 36. Die Rundung wirkt in eine Richtung, nämlich nach unten.

Welche Apps gibt es für Vorhersagen, und was heisst die Gespa-Liste für die erlaubten Wettarten?

Eine Vorhersage-App liefert keinen belastbaren Vorteil, weil sie nichts weiss, was nicht in der Quote steht. Bewilligte Wege sind die Sporttip App für iOS und Android sowie das Angebot der Loterie Romande, mit Registrierung, Ausweisprüfung und Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten führt keine Ecken- und Kartenmärkte und keine Esports-Sektion.

Welche Verlustlimiten muss ich vor der ersten Wette bei einem Schweizer Veranstalter setzen?

Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage verpflichtend, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Limite von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Wo steht, worauf ich in der Schweiz überhaupt wetten darf?

In der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Sie ist eine geschlossene Liste: Qualifikationsrunden nur, wenn sie darin stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglisten-Wetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet.

Was passiert eigentlich mit meinen Daten bei der Registrierung?

Bei Swisslos werden sie aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Voraussetzung sind mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Diese Prüfung ist der Preis dafür, dass Auszahlungen nur auf ein Konto auf den eigenen Namen laufen.

Inhalt erstellt vom Team «handicapwettench»